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Europa investiert Milliarden in Verteidigung, KI, Halbleiter und die Energiewende. Doch ausgerechnet bei einem entscheidenden Baustein dieser Industrieoffensive bleibt der Kontinent hochgradig abhängig: Rund 98 Prozent des europäischen Bedarfs an Seltene-Erden-Magneten stammen aus China. Während Rheinmetall (ISIN: DE0007030009), HENSOLDT und andere Rüstungskonzerne ihre Kapazitäten hochfahren, könnte deshalb ein Engpass entstehen, der nicht in europäischen Fabriken beginnt - sondern bereits bei deren Rohstoffversorgung.
Die Dimension reicht weit über die Rüstungsindustrie hinaus. Europa will bis 2030 unter anderem 510 Gigawatt Windkraftkapazität erreichen und Millionen Elektrofahrzeuge im eigenen Wirtschaftsraum produzieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Rechenzentren, Robotik, Halbleiter und Verteidigung.
All diese Bereiche konkurrieren zunehmend um dieselben kritischen Materialien.
98 Prozent zeigen Europas Problem
Besonders deutlich wird die Abhängigkeit bei Seltenen Erden. China produziert nach den vorliegenden Daten rund 95 Prozent der weltweiten Seltene-Erden-Oxide und liefert etwa 70 Prozent der europäischen Importe. Noch extremer ist die Situation bei Permanentmagneten: Hier bezieht Europa rund 98 Prozent seines Bedarfs aus China.
Diese Magnete sind klein, aber strategisch enorm wichtig. Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium ermöglichen leistungsstarke Permanentmagnete für Elektromotoren, Windkraftanlagen, Robotik und zahlreiche militärische Anwendungen.
Für Europas Rüstungsboom wird das zunehmend relevant. Moderne Radarsysteme, Lenkflugkörper, Drohnen, Kampfflugzeuge und elektronische Systeme benötigen Spezialmetalle und Hochleistungsmagnete. Steigt die Produktion militärischer Systeme, steigt deshalb indirekt auch die Nachfrage nach den dahinterstehenden Rohstoffen.
Die Verwundbarkeit wurde 2025 sichtbar: Als Peking die Exportlizenzierung verschärfte, brachen die chinesischen Magnetexporte zeitweise deutlich ein und europäische Automobilhersteller mussten teilweise ihre Produktion unterbrechen.
Brüssel hat das Problem erkannt
Mit dem Critical Raw Materials Act versucht die EU inzwischen gegenzusteuern.
Bis 2030 sollen mindestens 10 Prozent des europäischen Bedarfs an strategischen Rohstoffen innerhalb der EU gefördert, 40 Prozent verarbeitet und 25 Prozent recycelt werden. Gleichzeitig soll bei strategischen Rohstoffen nicht mehr als 65 Prozent des jährlichen Bedarfs aus einem einzigen Drittstaat stammen.
Zwischen diesen Zielen und der heutigen 98-prozentigen China-Abhängigkeit bei Seltene-Erden-Magneten liegt allerdings eine erhebliche Lücke.
Selbst Recycling kann das Problem kurzfristig kaum lösen. Europa benötigt daher zusätzlich neue Lieferquellen außerhalb Chinas.
Genau deshalb gewinnen rohstoffreiche Partnerländer an strategischer Bedeutung.
Lynas zeigt, was Europa sucht
Ein etablierter Profiteur dieser Entwicklung ist Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6). Das australische Unternehmen gehört zu den wenigen bedeutenden Seltene-Erden-Produzenten außerhalb Chinas und baut seine Position entlang der Verarbeitungskette weiter aus.
Doch um Europas langfristigen Bedarf zu decken, dürften bestehende Produzenten allein kaum ausreichen. Neue Projekte müssen erschlossen und finanziert werden.
Hier kommt unter anderem St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) ins Spiel.
St George vergrößert Araxá um 57 Prozent
Das Araxá-Projekt des australischen Entwicklers in Brasilien hat mit der jüngsten Ressourcenschätzung deutlich an Größe gewonnen.
St George meldete am 11. August eine 57-prozentige Erhöhung der primären Mineralressource auf 111,2 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5.
Damit enthält Araxá nach Angaben des Unternehmens rund 3,98 Millionen Tonnen TREO, darunter 760.000 Tonnen NdPr-Oxide, sowie rund 630.000 Tonnen Nb2O5.
Für die Entwicklung des Projekts könnte eine zweite Zahl mindestens ebenso wichtig sein: Die Measured-&-Indicated-Ressourcen stiegen gegenüber der vorherigen Schätzung um 155 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen mit 3,64 Prozent TREO und 0,58 Prozent Nb2O5. Rund 68 Prozent der gesamten TREO-Ressource befinden sich damit bereits in diesen höher eingestuften Kategorien.
Nach den von St George veröffentlichten Vergleichsdaten enthält Araxá in der Measured-&-Indicated-Kategorie rund 522.000 Tonnen NdPr. Das ist mehr als jeweils bei Mountain Pass von MP Materials und Mt Weld von Lynas.
Diese Kombination ist für Europa interessant, weil St George damit nicht nur auf Seltene Erden für Magnetanwendungen, sondern gleichzeitig auf Niob setzt. Das Metall wird vor allem zur Herstellung hochfester Spezialstähle verwendet und besitzt Anwendungen in Infrastruktur, Luftfahrt und Verteidigung.
Ein separat berechnetes Niob-Modell umfasst inzwischen 143,8 Millionen Tonnen mit 0,53 Prozent Nb2O5. Da dieses zum Großteil mit der Seltene-Erden-Ressource überlappt, können die beiden Zahlen allerdings nicht einfach addiert werden. Auf nicht überlappender Basis umfasst das gesamte modellierte Material 146,4 Millionen Tonnen.
Brasilien könnte für Europa wichtiger werden
Auch geografisch passt Araxá zunehmend in Europas Strategie. Die EU sucht aktiv neue Rohstoffpartnerschaften mit Ländern außerhalb Chinas. Brasilien verfügt über große Vorkommen kritischer Mineralien und soll gleichzeitig mehr Verarbeitung und Wertschöpfung im eigenen Land aufbauen.
Araxá liegt zudem unmittelbar neben den Betrieben von CBMM, dem weltweit führenden Niobproduzenten. Die Region verfügt damit bereits über Bergbauinfrastruktur, Fachkräfte und eine etablierte Rohstoffindustrie.
Und trotz des jüngsten Ressourcensprungs könnte die Lagerstätte noch weiter wachsen.
Die neue Schätzung enthält die rund einen Kilometer östlich gelegene Entdeckung East Araxá noch überhaupt nicht. Dort hat St George bereits hochgradige Seltene-Erden-Mineralisierung ab Oberfläche mit Einzelwerten von bis zu 12,34 Prozent TREO bestätigt. Eine erste Ressourcenschätzung für East Araxá ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Das Unternehmen bleibt allerdings ein Entwickler und damit deutlich risikoreicher als ein etablierter Produzent wie Lynas. Entscheidend werden Wirtschaftlichkeit, Metallurgie, Genehmigungen, Finanzierung und letztlich die erfolgreiche Entwicklung von Araxá sein.
Europas Milliardenproblem beginnt bei wenigen Kilogramm Metall
Das Interessante an Europas Rohstoffproblem ist der Gegensatz zwischen Menge und wirtschaftlicher Bedeutung. Seltene Erden machen nur einen kleinen Teil eines Radarsystems, Elektrofahrzeugs oder Windrades aus - ihr Fehlen kann jedoch eine komplette Produktionslinie stoppen.
Genau deshalb dürfte die hohe Abhängigkeit bei Magneten zunehmend zum politischen Thema werden.
Europas Rüstungs-, Energie- und Technologieprogramme können Milliardeninvestitionen mobilisieren. Ohne sichere Rohstoffversorgung bleiben diese Ambitionen jedoch verwundbar.
Für Anleger könnte sich der Fokus deshalb weiter von den bekannten Endproduzenten auf die Unternehmen verschieben, die alternative Lieferketten ermöglichen sollen. Und genau dort positionieren sich neben etablierten Produzenten wie Lynas auch Entwicklungsunternehmen wie St George Mining.

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Quellen
https://www.stgm.com.au/
https://www.euinsider.eu/news/europe-rare-earth-squeeze-november-deadline-2026
https://table.media/en/security/news/rare-earths-how-the-eu-plans-to-reduce-its-dependence-on-china
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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