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Almonty Industries legt ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Markt den Wert des Wolframgeschäfts bereits richtig einpreist.
Almonty Industries sorgt mit einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm für Aufmerksamkeit. Der Verwaltungsrat hat den Erwerb von bis zu 14,4 Millionen eigenen Stammaktien genehmigt. Das entspricht nach Angaben des Unternehmens rund 5 Prozent der ausstehenden Aktien. Der finanzielle Rahmen liegt bei bis zu 300 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich allerdings um den maximal möglichen Umfang des Programms. Almonty ist nicht verpflichtet, Aktien tatsächlich für diesen Betrag zurückzukaufen.
Starten soll das Programm am 24. August 2026. Es ist auf eine Laufzeit von 36 Monaten bis zum 24. August 2029 ausgelegt. Die Käufe können zu den jeweiligen Marktpreisen über die Nasdaq oder alternative Handelssysteme erfolgen. Zudem kann Almonty mit Brokern sogenannte Rule 10b5-1-Pläne vereinbaren. Damit lassen sich Rückkäufe anhand vorher festgelegter Parameter durchführen.
Interessant ist vor allem die Begründung des Managements. CEO Lewis Black sieht den aktuellen Aktienkurs offenbar nicht als angemessene Bewertung des Unternehmens und seiner Vermögenswerte. Im Mittelpunkt steht dabei das Sangdong-Wolframprojekt in Südkorea. Almonty bezeichnet Sangdong als eines der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen der Welt und sieht das Projekt angesichts der steigenden Nachfrage westlicher Industrie- und Rüstungsunternehmen nach Rohstoffquellen außerhalb Chinas strategisch gut positioniert.
Sangdong kommt in die entscheidende Phase
Der Zeitpunkt des Rückkaufprogramms fällt mit einem wichtigen Schritt bei Sangdong zusammen. Im Juni begann Almonty, das bereits auf Halde liegende Erz durch die neu errichtete Aufbereitungsanlage zu führen und daraus verkaufsfähiges Wolframkonzentrat zu produzieren. Das Projekt bewegt sich damit von der Entwicklungsphase in Richtung eines tatsächlich produzierenden Betriebs.
Zum Beginn der Verarbeitung verfügte Almonty über rund 139.700 Tonnen Erz auf Halde mit einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 0,25 Prozent WO3. Die Aufbereitungsanlage befindet sich nun im Hochlauf. Zunächst wird niedrigergradiges Erz verarbeitet, bevor im weiteren Verlauf höhere Erzqualitäten folgen sollen.
Für Anleger verändert sich damit die Grundlage der Bewertung. Bisher stand vor allem das langfristige Potenzial von Sangdong im Vordergrund. Mit dem Produktionsstart wird nun zunehmend entscheidend, wie schnell der Hochlauf gelingt und welche Umsätze und Cashflows tatsächlich daraus entstehen.
Auch die Entwicklung im ersten Quartal 2026 zeigt bereits Fortschritte. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen Dollar, der operative Cashflow bei 9,7 Millionen Dollar.
Was der Rückkauf für die Aktionäre bedeutet
Sollte Almonty tatsächlich die maximal vorgesehenen 14,4 Millionen Aktien zurückkaufen und anschließend einziehen, würde sich die Zahl der ausstehenden Aktien entsprechend verringern. Bei unverändertem Unternehmensgewinn würde dadurch der Gewinn je Aktie rechnerisch steigen.
Aus den Unternehmensangaben lässt sich eine Größenordnung von rund 288 Millionen ausstehenden Aktien ableiten. Die maximal vorgesehenen 14,4 Millionen Rückkäufe entsprechen damit ungefähr 5 Prozent.
Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings bei der oft genannten Zahl von 300 Millionen US-Dollar. Aus dem maximalen Volumen und der maximalen Aktienzahl lässt sich zwar rechnerisch ein Durchschnittswert von rund 20,83 US-Dollar je Aktie ableiten. Dieser Betrag ist jedoch weder ein Zielkurs noch ein festgelegter Rückkaufpreis. Almonty kann die Aktien zu den jeweiligen Marktpreisen erwerben. Der tatsächliche durchschnittliche Kaufpreis kann deshalb deutlich darunter liegen.
Entscheidend ist am Ende, wie viele Aktien tatsächlich zurückgekauft werden und zu welchen Preisen.
Sangdong bleibt der entscheidende Faktor
Die Rückkaufgenehmigung ist ein Signal des Managements, dass es die eigene Aktie beziehungsweise den Unternehmenswert als attraktiv einschätzt. Eine Genehmigung allein ist allerdings noch kein Beweis für eine Unterbewertung.
Für Anleger bleiben deshalb die operativen Entwicklungen bei Sangdong wesentlich wichtiger. Der Produktionshochlauf, die tatsächlich erzielten Wolframpreise, die Produktionskosten und der daraus entstehende Cashflow werden zeigen, welchen wirtschaftlichen Wert das Projekt für Almonty tatsächlich entwickelt.
Parallel arbeitet das Unternehmen an weiteren Projekten. Dazu gehört das Gentung-Wolframprojekt. Auch das Sangdong-Molybdänprojekt soll langfristig eine zusätzliche Rohstoffperspektive eröffnen.
Der 300-Millionen-Dollar-Rahmen ist deshalb vor allem im Zusammenhang mit der aktuellen Unternehmensphase interessant. Almonty schafft sich über drei Jahre die Möglichkeit, einen Teil des Kapitals für den Rückkauf eigener Aktien einzusetzen. Gleichzeitig beginnt Sangdong mit dem Übergang vom Entwicklungsprojekt in den operativen Hochlauf.
Sollte die Produktion wie geplant hochgefahren werden und Almonty tatsächlich eigene Aktien zu Kursen zurückkaufen, die das Management als attraktiv betrachtet, könnte die Verringerung der Aktienzahl den Wert je Aktie zusätzlich unterstützen. Der entscheidende Faktor bleibt jedoch das operative Geschäft. Ob Sangdong die erwarteten Umsätze und Cashflows liefert, wird für die weitere Entwicklung von Almonty wichtiger sein als die Rückkaufankündigung allein.
Technische Lage:
Die Aktie von Almonty Industries hat einen Hammerlauf hinter sich. In der Spitze stieg die Aktie hinauf bis über 20 Dollar. Seit dem Hoch im April 2026 korrigiert die Aktie in einem Abwärtstrend, der aktuell nicht gebrochen wurde.
Ein Tiefpunkt wurde bei 8,90 Euro erreicht im Hochsommer. Seither hat die Aktie in einem V-förmigen Reversal einen Rücklauf absolviert bis hinauf an die Unterkante der Top-Bildung bei circa 14,50 Dollar.
Von hier aus muss ich nun entscheiden, wie es mit Almonty weitergeht. Kann die Aktie die Marke von 14,50 Dollar, 15 Dollar rausnehmen und noch mal versuchen, die Hochs anzusteuern? Oder fällt die Aktie erneut unter die gleitende 50-Tage- und 200-Tage-Linie nach exponentieller Berechnung zurück und setzt ein zweites Standbein mit einem höheren Tief im Bereich um 10 Dollar?
Diese beiden Möglichkeiten existieren aktuell. Ein Ausbruch aus dem Kanal ist aktuell möglich durch die Formation, aber der langfristige Aufwärtstrend, der aus dem Jahr 2025 herrührt, wurde beim Sommertief verletzt.
Hier muss man beobachten, inwieweit der Rücklauf und die Rückkehr in den Kanal eine positive Fortsetzung ermöglichen oder ob der langfristige Aufwärtstrendkanal auch aufgegeben wird und die Aktie weiter korrigiert.
Für einen Aktienrückkauf wäre eine Korrektur eine günstige Sache.
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