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6,5 Billionen Dollar in Gefahr: Warum St George plötzlich mit Lynas und MP Materials verglichen wird

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Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden könnten nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur Industrien außerhalb Chinas mit einer Produktion von bis zu 6,5 Billionen US-Dollar gefährden. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Zahlen von MP Materials und Lynas Rare Earths, wie schnell der Westen versucht, eigene Lieferketten aufzubauen. Genau in diesem Umfeld hat St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) seine Ressource in Brasilien massiv erweitert - und erreicht bei einer entscheidenden Kennzahl inzwischen Größenordnungen der beiden bedeutendsten Produzenten außerhalb Chinas.

Das macht Araxá noch nicht zu einer zweiten Mountain-Pass- oder Mt-Weld-Mine. Aber die neue Ressourcenschätzung verändert die Ausgangslage deutlich.

6,5 Billionen Dollar hängen an wenigen Rohstoffen

Die IEA warnte im Juli, dass eine vollständige Umsetzung der chinesischen Exportrestriktionen Produktion in den Bereichen Automobil, Hightech, Energie und Verteidigung im Wert von rund 6,5 Billionen US-Dollar beeinträchtigen könnte. Die USA und Europa würden zusammen fast die Hälfte des möglichen wirtschaftlichen Schadens tragen.

Die Dimension erklärt, warum öffentliche Finanzierungszusagen für neue Projekte laut IEA zwischen 2023 und 2025 auf 65 Milliarden US-Dollar gestiegen sind.

Dennoch bleibt China dominant. Sein Anteil an der weltweiten Verarbeitung Seltener Erden sank zwar von rund 90 Prozent im Jahr 2023 auf etwa 85 Prozent, könnte nach IEA-Schätzung selbst 2035 aber noch bei rund 70 Prozent liegen.

Damit geht es längst nicht mehr nur um Rohstoffpreise. Es geht darum, wer Magnete, Elektromotoren, Raketen, Drohnen, Windkraftanlagen und andere strategische Technologien überhaupt produzieren kann.

MP Materials zeigt, wohin die Reise geht

MP Materials (ISIN: US5533681012) entwickelt sich deshalb zunehmend vom Minenbetreiber zum integrierten US-Rohstoff- und Magnetkonzern.

Im zweiten Quartal produzierte das Unternehmen 840 Tonnen NdPr, 41 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und verkaufte 1.006 Tonnen - ein Plus von 127 Prozent. Parallel läuft die Inbetriebnahme einer Dysprosium-/Terbium-Linie. MP meldete außerdem einen langfristigen Abnahmevertrag für separiertes Gadolinium mit einem amerikanischen Kunden aus Luftfahrt und Verteidigung. Erste kommerzielle Magnetlieferungen werden im vierten Quartal erwartet.

Das zeigt, wo inzwischen der eigentliche Wert liegt: nicht nur beim Erz im Boden, sondern in einer möglichst vollständigen Lieferkette vom Rohstoff bis zum Magneten.

Lynas erzielt Rekordpreise

Auch Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6) profitiert von diesem Trend.

Der australische Produzent erzielte im Juni-Quartal einen Umsatz von 288,9 Millionen A$, 70 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis erreichte mit 98,2 A$ je Kilogramm einen Rekordwert. Lynas verweist ausdrücklich auf eine starke Nachfrage von Kunden, die Lieferketten außerhalb Chinas absichern wollen.

Zusätzlich investiert Lynas rund 50 Millionen A$ in eine Partnerschaft mit JS Link. In Malaysia soll eine Anlage mit einer Kapazität von 3.000 Tonnen gesinterter NdFeB-Permanentmagnete pro Jahr entstehen. Lynas soll die dafür benötigten Seltene-Erden-Materialien langfristig liefern.

MP und Lynas bewegen sich damit immer weiter in Richtung integrierter westlicher Magnetlieferketten.

Und plötzlich taucht St George im Vergleich auf

Genau hier wird die neue Ressourcenschätzung von St George interessant.

Araxá umfasst nun 111,2 Millionen Tonnen mit 3,57 Prozent TREO und 0,57 Prozent Nb2O5. Die Gesamtressource wuchs gegenüber März um 57 Prozent. Noch wichtiger: Die höherklassifizierten Measured-&-Indicated-Ressourcen legten um 155 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen zu und machen nun rund 68 Prozent des gesamten MRE aus.

Insgesamt enthält die primäre Ressource 3,98 Millionen Tonnen TREO und rund 760.000 Tonnen NdPr-Oxide.

Der Peer-Vergleich ist bemerkenswert: In der Measured-&-Indicated-Kategorie weist Araxá rund 522.000 Tonnen enthaltenes NdPr auf. Für Lynas' Mt Weld werden 481.500 Tonnen und für MP Materials' Mountain Pass 298.642 Tonnen angegeben.

Das bedeutet nicht, dass St George operativ bereits in derselben Liga spielt. MP und Lynas produzieren, verarbeiten und verkaufen. St George befindet sich noch in Entwicklungsstudien. Genau darin liegt der zentrale Unterschied - und ein wesentlicher Grund für den erheblichen Bewertungsabstand.

Der Niob-Faktor kommt noch hinzu

Araxá besitzt darüber hinaus einen zweiten strategischen Rohstoff.

St George bezeichnet seine gemessene Niob-Ressource als die weltweit größte noch unentwickelte Ressource dieser Kategorie. Das Projekt liegt zudem in unmittelbarer Nähe zu CBMM, dem dominierenden globalen Niobproduzenten.

Die Kombination aus Seltenen Erden und Niob erweitert damit die potenziellen Absatzmärkte deutlich. Niob wird vor allem für hochfeste Stähle verwendet, findet aber auch Anwendungen in Luftfahrt, Verteidigung und neuen Batterietechnologien.

Zusätzlich ist weiteres Wachstum möglich: Die neue Ressource berücksichtigt die Entdeckung East Araxá noch überhaupt nicht. Dort laufen fünf Diamantbohrgeräte rund um die Uhr; eine erste Ressourcenschätzung ist für das vierte Quartal vorgesehen.

Von der Ressource zur wirtschaftlichen Realität

Für St George beginnt deshalb nun die entscheidendere Phase.

Die Geologie wird immer weniger zur offenen Frage. Jetzt müssen Metallurgie, Wirtschaftlichkeit, Genehmigungen, Finanzierung und letztlich ein tragfähiges Entwicklungsmodell überzeugen. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit Worley bereits an den entsprechenden Studien.

Die Ausgangslage im Sektor könnte dafür kaum strategischer sein. Die IEA beziffert das potenziell von chinesischen Restriktionen betroffene Industrievolumen auf 6,5 Billionen US-Dollar. MP Materials baut mit staatlicher Unterstützung eine amerikanische Magnetkette auf. Lynas erzielt Rekordpreise und investiert weiter downstream.

Und mitten in dieser Neuordnung verfügt St George nun über eine hochklassifizierte NdPr-Ressource, die sich von der Größenordnung her mit den führenden westlichen Lagerstätten messen kann.

Ob Araxá daraus auch eine wirtschaftlich erfolgreiche Mine machen kann, muss St George erst beweisen. Doch nach dem jüngsten Ressourcenupdate hat sich die Frage verändert: Nicht mehr, ob das Projekt groß genug ist - sondern ob es St George gelingt, diese Größe in Produktion zu übersetzen.

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Quellen

https://www.reuters.com/business/autos-transportation/chinas-rare-earth-curbs-endanger-65-trillion-western-industry-iea-says-2026-07-16/
https://lynasrareearths.com/
https://mpmaterials.com/
https://www.stgm.com.au/

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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au

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