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Die Drohnenindustrie erreicht einen Wendepunkt. Jahrelang wurde darüber gesprochen, dass unbemannte Fluggeräte irgendwann Pakete transportieren, Baustellen vermessen, Infrastruktur inspizieren oder andere alltägliche Arbeiten übernehmen könnten. Inzwischen wird aus diesem Zukunftsszenario zunehmend ein reales Geschäft. Amazon (ISIN: US0231351067) will seinen Prime-Air-Dienst bis Ende 2026 auf nahezu 500 Städte und Gemeinden in den USA ausweiten und damit zig Millionen potenzielle Kunden erreichen. Walmart (ISIN: US9311421039) hat nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Million Lieferungen per Drohne absolviert. Für Anleger könnte hinter diesen Zahlen eine größere Entwicklung stecken: Der wirtschaftliche Wert einer Drohne entsteht zunehmend nicht mehr allein beim Verkauf des Fluggeräts, sondern durch die Dienstleistung, die immer wieder damit erbracht wird. Genau auf diese Logik setzt auch ZenaTech (ISIN: CA98936T2083) mit seinem Drone-as-a-Service-(DaaS)-Geschäft. Zwar liefert das Unternehmen keine Einkäufe an Privathaushalte. Stattdessen versucht ZenaTech, Vermessung, Inspektion, Bauüberwachung und weitere bislang personalintensive Dienstleistungen mithilfe von Drohnen zu automatisieren. Der gemeinsame Nenner ist dennoch bemerkenswert: Aus Drohnenhardware soll ein wiederkehrendes Servicegeschäft werden.
Amazon will Prime Air auf fast 500 Orte ausweiten
Wie schnell die Entwicklung inzwischen voranschreitet, zeigte Amazon erst am 19. August. Der Konzern kündigte an, seinen Prime-Air-Drohnendienst bis zum Jahresende auf nahezu 500 Städte und Gemeinden in den USA auszudehnen - rund sechsmal so viele wie zuvor. Millionen verschiedener Produkte, darunter Lebensmittel, Elektronik, Kosmetik, Medikamente und Haushaltswaren, sollen per Drohne innerhalb von bis zu 30 Minuten beim Kunden ankommen können. Nach Angaben von Amazon werden an den bestehenden Standorten bereits Tausende Drohnenlieferungen pro Tag durchgeführt; allein 2026 seien bislang Hunderttausende Pakete auf diesem Weg ausgeliefert worden. Gleichzeitig soll Prime Air in weitere US-Bundesstaaten expandieren. Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe der Flotte. Amazon versucht, Drohnenzustellung in seine bestehende Logistik zu integrieren und aus einer technologischen Demonstration einen regulären Lieferkanal zu machen.
Walmart hat die Million bereits geknackt
Walmart zeigt ebenfalls, dass die Technologie zunehmend den experimentellen Charakter verliert. Ende Mai meldete der Handelskonzern die millionste Drohnenlieferung. Besonders interessant ist die Geschwindigkeit, mit der die Nutzung zuletzt zunahm: Rund 40 Prozent dieser ersten Million Lieferungen entfielen nach Unternehmensangaben allein auf das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Walmart betrieb den Service zu diesem Zeitpunkt über 66 Filialen in vier US-Bundesstaaten und arbeitete dabei mit Drohnenanbietern wie Wing und Zipline zusammen. Die durchschnittliche Lieferzeit lag nach Unternehmensangaben bei 23 Minuten. Für Anleger ist weniger entscheidend, ob künftig tatsächlich jedes Paket durch die Luft fliegt. Interessanter ist, dass ein Konzern von Walmarts Größe Drohnen inzwischen hunderttausendfach für einen wiederkehrenden kommerziellen Prozess einsetzt. Damit wird aus einem Fluggerät ein Werkzeug zur Erbringung einer Dienstleistung.
Die spannendere Frage lautet: Wer verdient nach dem Verkauf der Drohne?
Genau hier könnte sich die wirtschaftliche Logik der Branche verändern. Ein Hersteller verdient beim klassischen Hardwaregeschäft vor allem dann Geld, wenn eine neue Drohne verkauft wird. Ein Serviceanbieter kann dieselbe Drohne dagegen theoretisch immer wieder einsetzen und mit jedem neuen Auftrag Umsatz generieren. Dieses Prinzip kennt die Technologiebranche bereits aus anderen Bereichen. Software wurde vom einmaligen Lizenzverkauf zum Abonnement, Rechenleistung wird über die Cloud gemietet und Industrieanlagen zunehmend mit wiederkehrenden Wartungs- und Servicemodellen verbunden. Bei Drohnen könnte eine ähnliche Entwicklung bevorstehen. Unternehmen müssen dann nicht zwangsläufig selbst Fluggeräte kaufen, Piloten beschäftigen, Software installieren und regulatorische Anforderungen organisieren. Stattdessen bezahlen sie für ein Ergebnis: ein vermessenes Grundstück, eine inspizierte Anlage, einen dokumentierten Baufortschritt oder - wie bei Amazon und Walmart - eine ausgeführte Lieferung.
ZenaTech baut genau auf diesem Prinzip sein DaaS-Geschäft auf
Bei ZenaTech steht dieses Modell inzwischen im Zentrum der kommerziellen Strategie. Das Unternehmen kauft traditionelle Vermessungs-, Ingenieur- und andere Dienstleistungsunternehmen und will deren Arbeitsabläufe schrittweise mit eigenen oder integrierten Drohnentechnologien automatisieren. Die Idee dahinter: Bestehende Unternehmen bringen Kunden, Mitarbeiter, Lizenzen und Umsätze mit; Drohnen sollen anschließend bestimmte Arbeiten schneller und effizienter machen und zusätzliche Services ermöglichen. Dass ZenaTech diesen Ansatz aggressiv ausbaut, zeigt die Zahl der Übernahmen. Am 20. August schloss das Unternehmen bereits seine 28. Drone-as-a-Service-Akquisition ab. Mit Cogswell Engineering aus Nova Scotia kam ein Unternehmen hinzu, das Dienstleistungen in den Bereichen Bauingenieurwesen, Tragwerksplanung sowie mechanische und elektrische Planung anbietet und Kunden in fünf kanadischen Provinzen betreut. ZenaTech will dort künftig unter anderem drohnenbasierte Vermessung, Inspektion und weitere automatisierte Dienstleistungen integrieren.
28 Übernahmen zeigen die Geschwindigkeit - aber auch das Risiko
Damit unterscheidet sich die ZenaTech-Strategie fundamental vom Ansatz eines klassischen Drohnenherstellers. Statt zunächst Tausende eigene Fluggeräte zu verkaufen und anschließend ein Servicenetz aufzubauen, kauft das Unternehmen bestehende Dienstleistungsstrukturen und versucht, diese nachträglich zu automatisieren. Im August hatte ZenaTech zuvor bereits die 27. DaaS-Akquisition abgeschlossen. Durch den Erwerb von Galena-Benchmark Engineering kam Idaho als 13. US-Bundesstaat hinzu. Das Unternehmen ist in Bauingenieurwesen, Landvermessung und Planung tätig und verfügt bereits über kommerzielle und staatliche Kunden. Die hohe Zahl der Akquisitionen kann ZenaTech schnell Zugang zu neuen Regionen und bestehenden Kundenbeziehungen verschaffen. Sie erhöht allerdings gleichzeitig die Integrationskomplexität und den Kapitalbedarf. Entscheidend wird deshalb sein, ob aus einem Netzwerk übernommener Vermessungs- und Ingenieurbüros tatsächlich eine skalierbare Drohnenplattform entsteht - oder lediglich eine immer größere Gruppe traditioneller Dienstleistungsunternehmen.
DaaS liefert inzwischen den Großteil des Umsatzes
Zumindest beim Umsatz hat das neue Geschäftsmodell bereits deutliche Spuren hinterlassen. Im ersten Quartal 2026 erzielte ZenaTech 8,4 Millionen kanadische Dollar Umsatz, gegenüber 1,13 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen rund 7,81 Millionen kanadische Dollar auf das Drone-as-a-Service-Segment. Damit generierte DaaS rund 93 Prozent des Konzernumsatzes. Allerdings ist die Einordnung entscheidend: Ein großer Teil dieses Wachstums stammt aus den übernommenen Vermessungsunternehmen und damit aus Akquisitionen. Die Zahlen beweisen deshalb noch nicht, dass ZenaTech bereits hohe organische Umsätze mit vollständig automatisierten Drohnendienstleistungen erzielt. Für Anleger dürfte genau diese Entwicklung künftig wesentlich wichtiger werden. Kann ZenaTech die bestehenden Umsätze der übernommenen Unternehmen durch Drohnenautomation steigern, Margen verbessern und zusätzliche Dienstleistungen an bestehende Kunden verkaufen, würde das die eigentliche DaaS-These untermauern.
Vom Vermessungsbüro zur Drohnenplattform
Das Potenzial des Modells liegt vor allem darin, unterschiedliche Anwendungen über eine gemeinsame Infrastruktur anzubieten. ZenaTech nennt unter anderem Vermessung, Inspektion, Landwirtschaft, Infrastruktur, Bauwesen und weitere kommerzielle Einsatzgebiete. Mit ZenaWorx entwickelt das Unternehmen zusätzlich eine Software für die drohnengestützte Überwachung von Bauprojekten. Erst im August wurde die Plattform um Digital Terrain Modeling erweitert. Gleichzeitig meldete ZenaTech seinen ersten zahlenden Kunden für ein Bauprojekt im Bereich KI-Rechenzentren. Damit zeigt sich, wohin das Geschäftsmodell langfristig führen könnte: Ein bestehender Vermessungsstandort könnte nicht nur klassische Vermessungsarbeiten durchführen, sondern zusätzliche drohnengestützte Services verkaufen - von regelmäßigen Baustellenflügen über digitale Geländemodelle bis zur Inspektion von Infrastruktur. Je häufiger ein Kunde solche Leistungen benötigt, desto interessanter wird das Modell aus Sicht wiederkehrender Umsätze.
Amazon und Walmart zeigen, was Skalierung bedeuten kann
Natürlich wäre es falsch, ZenaTech direkt mit Amazon oder Walmart zu vergleichen. Die Handelskonzerne betreiben beziehungsweise beauftragen Liefernetzwerke mit völlig anderen Anwendungen, regulatorischen Anforderungen und finanziellen Ressourcen. Auch gibt es keine bekannte operative Verbindung zwischen ZenaTech und den beiden Unternehmen. Interessant ist vielmehr das Signal, das ihre Investitionen für den gesamten Drohnenmarkt senden. Wenn Drohnen zuverlässig tausende Male am Tag eingesetzt werden und Walmart bereits mehr als eine Million kommerzielle Lieferungen erreicht hat, verliert die Technologie zunehmend ihren experimentellen Charakter. Genau das könnte auch andere Branchen dazu bewegen, drohnengestützte Prozesse stärker in den Alltag zu integrieren. Vermessung, Inspektion oder Bauüberwachung sind dabei möglicherweise sogar leichter zu skalieren als Lieferdienste, weil viele Einsätze auf kontrollierten Baustellen, Industrieanlagen oder abgegrenzten Flächen stattfinden.
Die Börsenfrage lautet jetzt: Wie profitabel kann das Modell werden?
Für ZenaTech reicht starkes Umsatzwachstum allein jedoch nicht. Das Unternehmen befindet sich weiterhin in einer kapitalintensiven Expansionsphase und muss zahlreiche übernommene Firmen integrieren. Im ersten Quartal 2026 stand dem Umsatz von 8,4 Millionen kanadischen Dollar ein Nettoverlust von rund 26,55 Millionen kanadischen Dollar gegenüber. Für Anleger werden deshalb künftig andere Kennzahlen zunehmend wichtig: Wie entwickelt sich das organische Wachstum der übernommenen Standorte? Steigen die Margen durch den Einsatz von Drohnen tatsächlich? Wie viele zusätzliche Dienstleistungen können bestehenden Kunden verkauft werden? Und wie viel Kapital benötigt ZenaTech, um sein Netzwerk weiter auszubauen? Erst wenn sich hier Fortschritte zeigen, lässt sich beurteilen, ob das DaaS-Modell langfristig mehr ist als eine aggressive Buy-and-Build-Strategie.
Fazit: Nach dem Drohnenboom beginnt das Geschäft mit dem Fliegen
Amazon will Prime Air innerhalb weniger Monate auf nahezu 500 US-Städte und Gemeinden ausweiten, Walmart hat bereits mehr als eine Million Drohnenlieferungen absolviert. Beide Entwicklungen zeigen, dass Drohnen beginnen, von spektakulären Pilotprojekten zu regelmäßig eingesetzten Arbeitsmitteln zu werden. Für Anleger könnte damit eine zweite Phase des Marktes beginnen. Nicht nur die Hersteller der Fluggeräte sind interessant, sondern Unternehmen, die mit jeder Nutzung einer Drohne erneut Geld verdienen können. Genau auf diese Logik setzt ZenaTech (ISIN: CA98936T2083) mit Drone-as-a-Service. Mit mittlerweile 28 DaaS-Akquisitionen und einem Segment, das bereits den Großteil des Konzernumsatzes liefert, hat das Unternehmen eine beachtliche Infrastruktur aufgebaut. Jetzt kommt jedoch der schwierigere Teil: ZenaTech muss beweisen, dass sich diese Infrastruktur durch Drohnenautomation, neue Services und wiederkehrende Kundenbeziehungen tatsächlich profitabel skalieren lässt. Amazon und Walmart zeigen, dass Drohnen im Alltag ankommen können. Ob ZenaTech daraus in seinen eigenen Märkten ein erfolgreiches Servicegeschäft machen kann, dürfte für Anleger die wesentlich spannendere Frage sein.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für Zena Tech oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Zena Tech" und/oder "Nebenwerte".
Zena Tech
Land: Canada, Toronto
ISIN: CA98936T2083
WKN: A40HQQ
https://www.zenatech.com
Quellen
Amazon - Amazon Prime Air drone delivery is expanding to nearly 500 US cities and towns this year
https://www.aboutamazon.com/news/transportation/amazon-prime-air-drone-delivery-expansion
Walmart - Walmart Celebrates 1 Million Drone Deliveries, Marking a Major Milestone in Customer Convenience
https://corporate.walmart.com/news/2026/05/29/walmart-celebrates-1-million-drone-deliveries-marking-a-major-milestone-in-customer-convenience
Walmart - Q1 FY27 Earnings Call Transcript
https://corporate.walmart.com/content/dam/corporate/documents/newsroom/2026/05/21/walmart-releases-q1-fy27-earnings/q1-fy27-earnings-call-transcript.pdf
ZenaTech - ZenaTech Closes 28th Drone as a Service Acquisition, Adding a Canadian-based Civil and Structural Engineering Firm with Customers Across Five Provinces
https://www.zenatech.com/zenatech-closes-28th-drone-as-a-service-acquisition-adding-a-canadian-based-civil-and-structural-engineering-firm-with-customers-across-five-provinces/
ZenaTech - ZenaTech Closes 27th Drone as a Service Acquisition Expanding into Idaho, Strengthening Drone-Based Surveying and Civil Engineering Services for Government and Construction
Customers
https://www.zenatech.com/zenatech-closes-27th-drone-as-a-service-acquisition-expanding-into-idaho-strengthening-drone-based-surveying-and-civil-engineering-services-for-government-and-construction-customers/
ZenaTech - ZenaTech Reports 640% Increase in First Quarter 2026 Revenue Year-over-Year Growth Powered by its Drone Division
https://www.zenatech.com/zenatech-reports-640-increase-in-first-quarter-2026-revenue-year-over-year-growth-powered-by-its-drone-division/
ZenaTech - ZenaTech Expands ZenaWorx Drone-based Construction Monitoring Software to Include Digital Terrain Modeling and Signs First AI Data Center Customer
https://www.zenatech.com/zenatech-expands-zenaworx-drone-based-construction-monitoring-software-to-include-digital-terrain-modeling-and-signs-first-ai-data-center-customer/
SEC - ZenaTech, Inc. Management Discussion and Analysis - Three Months Ended March 31, 2026
https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1997403/000137647426000412/zt_ex99z2.htm
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