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Europas Aufrüstung erreicht die industrielle Massenproduktion. Rheinmetall AG (ISIN: DE0007030009) will seine Kapazität für 155-Millimeter-Artilleriemunition von rund 70.000 Geschossen im Jahr 2022 auf etwa 1,1 Millionen 2027 und 1,5 Millionen bis 2030 steigern. Gleichzeitig soll der Umsatz der Sparte Weapon and Ammunition von 3,5 Milliarden Euro 2025 auf 14 bis 16 Milliarden Euro im Jahr 2030 wachsen.
Dahinter steht ein historischer Ausbau der europäischen Verteidigungsindustrie. Doch je schneller Fabriken hochfahren, desto wichtiger wird eine weniger sichtbare Frage: Sind die benötigten Rohstofflieferketten ebenso belastbar?
Rheinmetall selbst nennt die Lieferkette als Risikofaktor und setzt nach eigenen Angaben auf höhere Sicherheitsbestände, alternative Bezugsquellen für kritische Rohstoffe und eine stärkere Diversifizierung seiner Lieferanten.
Vom Munitionsboom zum Rohstoffproblem
Ein Metall, das dabei strategisch relevant ist, ist Antimon. Es wird unter anderem zur Härtung von Bleilegierungen und in bestimmten Munitionsanwendungen eingesetzt. Darüber hinaus findet es Verwendung in Flammschutzmitteln, Batterien sowie Spezialanwendungen in Elektronik und Sensorik.
Das Problem liegt weniger in der Größe des Marktes als in seiner Konzentration. China besitzt eine dominante Stellung in der Antimon-Lieferkette und hat Exportbeschränkungen eingeführt. Europa muss deshalb gleichzeitig seine Verteidigungsproduktion hochfahren und die Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen reduzieren.
Dabei entsteht ein strukturelles Missverhältnis: Eine Munitionsfabrik lässt sich schneller erweitern als eine neue Mine entwickeln.
Rheinmetall gibt für Munition nach Auftragseingang Produktions- und Lieferzeiten von etwa sechs bis zwölf Monaten an. Bei neuen Rohstoffprojekten müssen dagegen zunächst Exploration, Ressourcendefinition, Metallurgie, Genehmigung, Finanzierung und Bau bewältigt werden.
Die USA behandeln Antimon bereits als Sicherheitsfrage
Wie strategisch Antimon inzwischen bewertet wird, zeigt Perpetua Resources (ISIN: CA7142661031). Das Unternehmen entwickelt das Stibnite-Goldprojekt in Idaho, das auch eine bedeutende heimische Antimonquelle für die USA werden könnte.
US-Verteidigungsstellen unterstützen das Projekt und den Aufbau einer heimischen Antimon-Lieferkette finanziell. Damit wird deutlich: Washington betrachtet bestimmte Rohstoffprojekte nicht mehr ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern zunehmend als Teil der nationalen Sicherheit.
Europa steht vor derselben Herausforderung. Und damit werden Rohstoffregionen interessant, die geografisch näher an der europäischen Industrie liegen.
Der Balkan könnte strategisch wichtiger werden
Eine solche Region ist der Balkan. Bosnien und Herzegowina besitzt eine lange Bergbautradition und liegt in einer metallreichen Zone Südosteuropas. Genau dort exploriert Yugo Metals Ltd. (ISIN: AU0000404998).
Besonders interessant für die Antimonthese ist das Sinjakovo-Projekt. Yugo exploriert dort ein polymetallisches System mit Gold, Silber, Kupfer und Antimon.
Gesteinsproben lieferten nach Unternehmensangaben Spitzenwerte von bis zu 8 g/t Gold, 16 Prozent Kupfer, 2 kg/t Silber und 4,5 Prozent Antimon. Solche Einzelproben sind noch kein Beweis für eine wirtschaftliche Lagerstätte, zeigen aber, dass Antimon innerhalb des Systems vorhanden ist.
Auch die Bohrungen haben Antimon bestätigt. Am Erak-Prospekt meldete Yugo unter anderem vier Meter mit 0,5 g/t Gold, 40 g/t Silber, 0,6 Prozent Kupfer und 0,25 Prozent Antimon.
36,1 Meter Gold - und eine offene Antimonfrage
Die bislang auffälligsten jüngeren Bohrergebnisse betreffen allerdings Gold. Yugo meldete bei Erak 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, einschließlich drei Metern mit 14,5 g/t und einem Meter mit 42,5 g/t. Ein weiterer Abschnitt ergab 10,4 Meter mit 2,6 g/t Gold.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Yugo ist bislang kein definierter Antimonentwickler. Es existiert keine Antimonressource, und weitere Bohrungen müssen erst zeigen, welche Ausdehnung und Kontinuität die Antimonmineralisierung besitzt.
Genau darin liegt jedoch die Explorationsfrage. Sollte sich Antimon neben Gold als bedeutender Bestandteil des Systems herausstellen, würde Sinjakovo in einen europäischen Rohstoffmarkt hineinwachsen, dessen strategische Bedeutung gerade deutlich zunimmt.
Fazit
Rheinmetalls Produktionspläne zeigen die Größenordnung der europäischen Aufrüstung: Bis 2030 sollen jährlich rund 1,5 Millionen Artilleriegeschosse produziert werden, während die Weapon-and-Ammunition-Sparte auf 14 bis 16 Milliarden Euro Umsatz wachsen soll. Gleichzeitig nennt der Konzern die Diversifizierung kritischer Rohstofflieferketten ausdrücklich als strategische Aufgabe.
Das bedeutet ausdrücklich keine geschäftliche Verbindung zwischen Rheinmetall und Yugo Metals. Die Verbindung ist thematisch: Steigende europäische Verteidigungsproduktion erhöht die Bedeutung sicherer Rohstoffquellen.
Yugo befindet sich dabei noch in einer frühen Explorationsphase. Das Unternehmen muss erst durch weitere Bohrungen zeigen, ob Sinjakovo neben Gold tatsächlich zusammenhängende und potenziell wirtschaftlich relevante Antimonmineralisierung beherbergt. Danach wären Ressourcendefinition, Metallurgie, Genehmigungen und Finanzierung weitere Hürden.
Für Anleger sind deshalb die nächsten Bohrergebnisse entscheidend. Denn Europas Aufrüstung kann Fabriken schnell vergrößern - neue Rohstoffquellen lassen sich nicht ebenso schnell schaffen.
Als nächsten Schritt kann ich daraus noch drei W:O-Teaser formulieren, die Rheinmetall-Leser gezielt in die Antimon-/Yugo-Story ziehen.
Quellen
https://www.canadianminingreport.com/blog/war-metals-are-no-longer-a-niche-why-tungsten-antimony-and-defence-minerals-matter-now
https://goldinvest.de/en/antimony-as-strategic-metal-this-european-explorer-is-on-the-verge-of-its-next-step
https://www.yugometals.com/
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Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
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