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Small- & Micro Cap Investment
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800 Mio. US-Dollar Belastung: AMD, ASML und FACC zeigen, wie Exportkontrollen direkt ins operative Geschäft greifen

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Eine neue Vorschrift genügte, um AMD im zweiten Quartal 2025 mit rund 800 Mio. US-Dollar zu belasten. Ursache war keine defekte Fabrik und kein Nachfrageeinbruch. Die US-Regierung führte zusätzliche Lizenzanforderungen für den Export bestimmter Hochleistungsprozessoren ein. Bereits produzierte Ware und bestehende Verpflichtungen mussten daraufhin neu bewertet werden.

Der Fall macht sichtbar, was Exportkontrolle für international tätige Technologieunternehmen bedeutet. Sie betrifft nicht nur die Frage, ob ein Produkt eine Grenze überqueren darf. Lizenzen können darüber entscheiden, welche Kunden beliefert werden können, wann ein Auftrag ausgeführt wird und welchen Wert bereits produzierter Bestand besitzt. Auch ASML und FACC müssen entsprechende Regelwerke deshalb in ihre operativen Prozesse integrieren.

Exportkontrolle funktioniert anders als ein Zoll

Ein Zoll verteuert grundsätzlich den grenzüberschreitenden Handel. Eine Exportkontrolle kann eine Transaktion dagegen von einer Genehmigung abhängig machen oder vollständig verhindern. Die EU erfasst darunter sogenannte Dual-Use-Güter, Software und Technologien, die sowohl zivil als auch für andere kontrollierte Zwecke nutzbar sein können.

Wie groß dieser Bereich ist, zeigen aktuelle Zahlen der Europäischen Kommission. 2024 genehmigten die Mitgliedstaaten Dual-Use-Exporte im Wert von 77,6 Mrd. Euro. Gleichzeitig wurden 487 Transaktionen aus Sicherheitsgründen abgelehnt.

Bei AMD wurden aus Regeln 800 Mio. US-Dollar Kosten

Advanced Micro Devices (ISIN: US0079031078) traf die Veränderung besonders unmittelbar. Im April 2025 führte die US-Regierung neue Lizenzanforderungen für bestimmte Halbleiterexporte ein. Betroffen war unter anderem AMDs MI308-Prozessor.

Im zweiten Quartal verbuchte AMD deshalb rund 800 Mio. US-Dollar an Bestands- und verbundenen Belastungen. Später erhielt das Unternehmen einzelne Exportlizenzen und konnte im vierten Quartal wieder MI308-Produkte an bestimmte Kunden ausliefern. Rund 360 Mio. US-Dollar der zuvor erfassten Belastung wurden daraufhin zurückgenommen. Unter dem Strich verblieben für 2025 etwa 440 Mio. US-Dollar.

Das Beispiel zeigt die operative Kette: Ein Produkt wird entwickelt und produziert, die rechtlichen Bedingungen ändern sich - und plötzlich muss neu entschieden werden, wohin die Ware verkauft werden darf.

Bei ASML wird die Exportlizenz Teil des Verkaufsprozesses

Die ASML Holding N.V. (ISIN: NL0010273215) befindet sich in einer ähnlichen, aber nicht identischen Situation. Kunden in China standen 2025 für 29,1% des Konzernumsatzes, nach 36,1% im Vorjahr. Gleichzeitig benötigt ASML nach niederländischem, US-amerikanischem und anderem anwendbaren Recht Exportlizenzen für EUV-Systeme, bestimmte DUV-Immersionsanlagen und weitere Produkte.

ASML weist ausdrücklich darauf hin, dass Änderungen der Exportkontrollen Umsatzvolumen, Produktmix und Zeitpunkt von Verkäufen beeinflussen können. Eine fertige Maschine und ein interessierter Kunde reichen also nicht immer aus. Bei kontrollierten Produkten wird die behördliche Genehmigung faktisch zu einem weiteren Schritt zwischen Auftrag und Auslieferung.

Bei FACC kann bereits der Datenaustausch relevant sein

Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) veröffentlicht keine mit AMD vergleichbare finanzielle Belastung durch Exportkontrollen. Genau deshalb sollten die Fälle nicht gleichgesetzt werden. Belegt ist jedoch, dass das Thema fest in den Unternehmensprozessen verankert ist.

Im Verantwortungsbereich des CFO führt FACC ausdrücklich "Export Control & Compliance". Beschäftigte erhalten nach Unternehmensangaben regelmäßig - je nach externer Situation jährlich oder halbjährlich - Schulungen unter anderem zu Exportkontrolle und Compliance.

Besonders anschaulich wird das beim digitalen Datenaustausch. Wer Zugang zur FACC-Datenaustauschlösung FACC-DEX beantragt, wird nach Angaben des Unternehmens im Hinblick auf anwendbare US-amerikanische und europäische Exportgesetze überprüft. Auch externe Dienstleister unterliegen entsprechenden Checks.

Damit wird deutlich: Exportkontrolle beginnt nicht erst beim Lkw an der Grenze. Auch technische Daten, Software oder der Zugang zu bestimmten Informationen können Teil des Kontrollsystems sein.

Regulierung wird zum Produktionsfaktor

AMD zeigt, wie schnell eine neue Exportregel einen dreistelligen Millionenbetrag bewegen kann. Bei ASML entscheidet die Lizenzierung über den Zugang zu Teilen eines Marktes, der zuletzt fast 30% des Umsatzes ausmachte. FACC wiederum integriert Exportkontrolle in Personal, Datenzugriff und Compliance-Prozesse.

Für Industrieunternehmen entsteht daraus eine zusätzliche operative Aufgabe. Sie müssen nicht nur wissen, was sie produzieren können und wer dafür bezahlen möchte. Sie müssen ebenso klären, welches Produkt, welche Technologie und welche Information unter welchen Bedingungen an welchen Empfänger gelangen darf.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler FACC" und/oder "Nebenwerte".

Quellen

AMD - Geschäftsbericht 2025

AMD - Q2 2026 Form 10-Q

ASML - Annual Report 2025

FACC - Nichtfinanzieller Bericht 2025

FACC - Informationen zu FACC-DEX und Exportkontrolle

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Enthaltene Werte: US0079031078,NL0010273215,AT00000FACC2

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