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7.500 Tonnen neue Carbonfaser-Kapazität: Warum Toray, Hexcel und FACC beim Material nicht einfach den Lieferanten wechseln können

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Toray Industries baut seine Carbonfaser-Produktion derzeit an drei Standorten aus. In Südkorea sollen im zweiten Halbjahr 2026 zusätzliche 3.250 Tonnen Jahreskapazität entstehen, in Frankreich weitere 1.000 Tonnen. Für die USA sind ab dem ersten Halbjahr 2027 nochmals 3.250 Tonnen geplant. Zusammen entspricht das 7.500 Tonnen neuer jährlicher Produktionskapazität.

Für Verarbeiter solcher Hightech-Materialien ist zusätzliche Kapazität wichtig. Sie löst jedoch ein Problem nicht automatisch: Carbonfaser ist kein standardisiertes Rohmaterial, das sich bei Lieferengpässen beliebig durch die Ware eines anderen Herstellers ersetzen lässt. Materialeigenschaften müssen exakt definiert, Produktionsprozesse darauf abgestimmt und Werkstoffe für bestimmte Anwendungen qualifiziert werden. Bei der FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) führt diese Logik zu langfristigen Beziehungen mit spezialisierten Materialherstellern wie Toray und Hexcel.

Carbonfaser ist nicht gleich Carbonfaser

Kohlenstofffasern unterscheiden sich unter anderem bei Festigkeit, Steifigkeit und Verarbeitungseigenschaften. Hinzu kommt die sogenannte Matrix - beispielsweise ein Harz -, in die die Fasern eingebettet werden. Daraus entstehen Prepregs oder andere Verbundmaterialien, deren Eigenschaften auf bestimmte Produktionsverfahren abgestimmt sind.

Für einen industriellen Verarbeiter zählt deshalb nicht nur, ob genügend Material am Markt verfügbar ist. Ein Werkstoff muss mit den vorgesehenen Fertigungsprozessen funktionieren und reproduzierbare Eigenschaften liefern.

Genau deshalb beschreibt FACC die Beschaffung bestimmter Materialien als besonders anspruchsvoll. Im Geschäftsbericht verweist das Unternehmen auf strenge Qualifizierungsverfahren. Teilweise geben Kunden bestimmte Lieferanten vor, und einzelne Materialien oder Komponenten sind nur von einem Hersteller verfügbar. FACC spricht in diesem Zusammenhang ausdrücklich von Single-Source-Risiken.

Toray baut 7.500 Tonnen neue Kapazität auf

Die Toray Industries Inc. (ISIN: JP3621000003) gehört zu den weltweit bedeutenden Produzenten von Carbonfasern und Verbundmaterialien. Im Geschäftsjahr bis März 2026 erzielte der Konzern mit Carbon Fiber Composite Materials einen Umsatz von 300,1 Mrd. Yen. Das entsprach rund 12% des gesamten Toray-Umsatzes.

Nun erweitert Toray seine Fertigung in mehreren Regionen. In Südkorea und den USA entstehen jeweils 3.250 Tonnen zusätzliche Jahreskapazität für Regular-Tow-Carbonfasern. Der französische Standort soll weitere 1.000 Tonnen für Carbonfasern mit mittlerem und hohem Modul hinzufügen. Toray begründet den Ausbau mit erwarteter zusätzlicher Nachfrage in verschiedenen Industrieanwendungen und will gleichzeitig die regionale Lieferfähigkeit stärken.

Die Investitionen zeigen, dass Kapazität in diesem Markt nicht kurzfristig hochgefahren werden kann. Produktionsanlagen müssen zunächst errichtet und anschließend ausgelastet werden. Toray selbst bezeichnet Carbonfaser als Geschäft mit hohem Wachstumspotenzial, aber zugleich hohen Anfangsinvestitionen.

Hexcel zeigt, warum die Qualifikation so entscheidend ist

Die Hexcel Corporation (ISIN: US4282911084) produziert ebenfalls Carbonfasern, Prepregs, Harze, Wabenstrukturen und weitere Verbundmaterialien. Im Juli 2026 erhielt das HexPly-M91-System des Konzerns eine Qualifikation durch das National Center for Advanced Materials Performance.

Interessant daran ist weniger das einzelne Produkt als das Verfahren dahinter. Für eine solche Qualifikation werden umfangreiche Materialdaten erzeugt und Eigenschaften unter definierten Bedingungen untersucht. Hexcel erklärt, dass die verfügbaren validierten Daten anschließend eine breitere Verwendung des Materials ermöglichen können, ohne dass jeder Anwender sämtliche Datensätze neu erzeugen muss.

Das macht verständlich, warum ein Lieferantenwechsel in anspruchsvollen Anwendungen nicht allein eine Einkaufsentscheidung ist. Ein preislich attraktiveres Material hilft wenig, wenn dessen Eigenschaften nicht ausreichend dokumentiert oder für den betreffenden Prozess noch nicht qualifiziert sind.

FACC nennt Toray und Hexcel ausdrücklich als strategische Materialpartner

FACC beschreibt in seinem Nachhaltigkeitsbericht eine ausgewählte Gruppe von Rohstofflieferanten, die über langfristige Verträge und regelmäßige Qualitätskontrollen eingebunden sind. Als Beispiele für Hersteller von Carbonfaser-Verbundmaterialien nennt das Unternehmen ausdrücklich Toray Industries und Hexcel.

Diese Beziehungen sind für FACC auch deshalb relevant, weil Verbundmaterialien einen zentralen Teil der eigenen Leichtbauproduktion bilden. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, Abhängigkeiten zu begrenzen. FACC analysiert nach eigenen Angaben kontinuierlich die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und sucht frühzeitig nach alternativen Bezugsquellen.

Doch eine Alternative auf dem Papier ist noch keine sofort nutzbare zweite Quelle. Wenn Materialien qualifiziert, Produktionsprozesse angepasst oder Freigaben eingeholt werden müssen, entsteht zwischen der Suche nach einem neuen Lieferanten und dessen tatsächlichem Einsatz ein zusätzlicher Aufwand.

Mehr Kapazität bedeutet deshalb noch nicht automatisch mehr Flexibilität

Toray reagiert mit 7.500 Tonnen zusätzlicher Jahreskapazität auf erwartete Nachfrage. Hexcel investiert parallel in die Validierung und industrielle Nutzbarkeit seiner Materialsysteme. FACC steht eine Stufe weiter in der Wertschöpfungskette und muss diese Materialien zuverlässig in komplexen Produktionsprozessen verarbeiten.

Gerade dadurch wird die Besonderheit dieser Lieferkette sichtbar: Entscheidend ist nicht allein, wie viele Tonnen Carbonfaser weltweit produziert werden. Wichtig ist, ob genau das benötigte Material in ausreichender Menge, mit reproduzierbarer Qualität und den erforderlichen Qualifikationen verfügbar ist.

In vielen Industrien lässt sich ein Rohstoff bei Knappheit über einen anderen Lieferanten beziehen. Bei hoch spezialisierten Verbundmaterialien kann der Wechsel deutlich komplizierter sein. Aus einer scheinbar einfachen Einkaufsfrage wird dadurch eine technologische Entscheidung - und aus einem Materiallieferanten ein langfristiger Teil des Produktionssystems.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler FACC" und/oder "Nebenwerte".

Quellen

Toray - Carbon Fiber Composite Materials Business / IR Day 2026

Toray - Unternehmens- und Segmentdaten 2025/26

Hexcel - Qualifikation des HexPly-M91-Materialsystems

FACC - Geschäftsbericht 2025

FACC - Nachhaltigkeitsbericht 2025

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Enthaltene Werte: US4282911084,JP3621000003,AT00000FACC2

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