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Warum Verbundwerkstoffe ein zweites Leben brauchen - Toray, Arkema und FACC arbeiten am Materialkreislauf

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Faserverstärkte Kunststoffe verbinden geringes Gewicht mit hoher Belastbarkeit. Nach ihrer Nutzung entsteht jedoch ein schwieriges Problem: Fasern und Kunststoffmatrix sind fest miteinander verbunden und lassen sich nicht ohne Weiteres trennen. Besonders duroplastische Verbundwerkstoffe können nach dem Aushärten nicht erneut aufgeschmolzen und geformt werden.

Thermoplastische Systeme bieten einen anderen Ansatz. Ihre Matrix lässt sich durch Wärme erneut erweichen. Das erleichtert grundsätzlich das Umformen und eröffnet zusätzliche Wege für die Wiederverwertung. Ein geschlossener Kreislauf entsteht dadurch allerdings nicht automatisch. Rücknahme, Sortierung, gleichbleibende Materialqualität und wirtschaftliche Recyclingverfahren bleiben notwendige Voraussetzungen.

Toray erhält mehr als 95% der Faserfestigkeit

Toray Industries (ISIN: JP3621000003) entwickelt und produziert Kohlenstofffasern sowie Verbundmaterialien. Im Oktober 2025 stellte der japanische Konzern ein Recyclingverfahren vor, das Kohlenstofffasern aus Altmaterial zurückgewinnen soll. Die recycelten Fasern erreichten nach Unternehmensangaben mehr als 95% der Zugfestigkeit neuer, erdölbasierter Kohlenstofffasern.

Der Wert ist relevant, weil Recyclingmaterial für anspruchsvolle Anwendungen zuverlässig definierte Eigenschaften benötigt. Die Mitteilung belegt zunächst jedoch eine technische Entwicklung. Angaben zu industriellen Mengen, Herstellungskosten oder bereits erzielten Umsätzen veröffentlichte Toray darin nicht.

Arkema macht die Kunststoffmatrix wieder nutzbar

Die Arkema S.A. (ISIN: FR0010313833) setzt an einem anderen Bestandteil des Verbundwerkstoffs an. Der französische Spezialchemiekonzern hat mit Elium eine flüssige thermoplastische Harzfamilie entwickelt. Sie lässt sich mit Verfahren verarbeiten, die bislang häufig für duroplastische Harze eingesetzt werden.

Bei der chemischen Wiederverwertung wird die Matrix depolymerisiert. Arkema zufolge lassen sich dadurch sowohl Bestandteile des Harzes als auch die eingebetteten Fasern zurückgewinnen. Im Jahr 2025 arbeitete der Konzern unter anderem mit Partnern aus Bootsbau, Glasfaserproduktion und Recycling an einer entsprechenden Prozesskette.

Auf der Fachmesse JEC präsentierte Arkema zudem Elium-Typen mit mindestens 18% Recyclinganteil. Eine Formulierung mit 92% Recyclinganteil befand sich nach Unternehmensangaben noch in der Erprobung.

Zwei Wege führen zum selben Materialproblem

Toray und Arkema bearbeiten unterschiedliche Stufen derselben Aufgabe. Toray konzentriert sich auf die Rückgewinnung der Kohlenstofffaser und deren mechanische Qualität. Arkema entwickelt eine Matrix, die sich chemisch zerlegen und erneut nutzen lässt.

Beide Ansätze reichen allein noch nicht für einen funktionierenden Kreislauf. Erforderlich sind außerdem reproduzierbare Prozesse und Anwendungen, welche die zurückgewonnenen Materialien aufnehmen. Genau an dieser Verbindung zwischen Materialentwicklung und neuer Bauteilproduktion setzt FACC an.

FACC erforscht Second-Life-Komponenten mit 13 Partnern

Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) untersucht im europäischen Forschungsprojekt COMPASS gemeinsam mit 13 Partnern, wie thermoplastische Materialien aufbereitet und zu hochwertigen Second-Life-Komponenten verarbeitet werden können. Digitale Technologien sollen die Aufbereitung und weitere Nutzung der Werkstoffe unterstützen.

FACC übernimmt damit eine andere Rolle als Toray oder Arkema. Das Unternehmen entwickelt nicht ausschließlich Fasern oder Harze, sondern verarbeitet Verbundwerkstoffe zu Bauteilen und bringt Kenntnisse industrieller Fertigungsprozesse ein. Für einen belastbaren Kreislauf muss geklärt werden, welche Eigenschaften das zurückgewonnene Material besitzt, für welche Komponenten es geeignet ist und wie es sich wiederholbar verarbeiten lässt.

Der Geschäftsbericht 2025 führt thermoplastische Materialien und entsprechende Fertigungsverfahren weiterhin als Forschungsfelder. Das COMPASS-Projekt belegt jedoch noch keine serienmäßige Kreislaufproduktion. FACC spricht ausdrücklich von Forschung an der Wiederaufbereitung und Herstellung neuer Second-Life-Komponenten.

Das zweite Leben beginnt bereits bei der Entwicklung

Toray arbeitet daran, Fasern mit möglichst geringen Eigenschaftsverlusten zurückzugewinnen. Arkema entwickelt eine wiederverwertbare thermoplastische Matrix. FACC untersucht, wie daraus erneut hochwertige Komponenten entstehen können.

Ob sich daraus ein wirtschaftlicher Materialkreislauf entwickelt, entscheiden nicht allein Laborwerte. Recycling muss zuverlässig, skalierbar und gegenüber neuem Material konkurrenzfähig sein. Der entscheidende Fortschritt liegt deshalb zunächst in einer veränderten Entwicklungsfrage: Ein Verbundbauteil soll nicht mehr nur leicht und belastbar sein. Seine mögliche Nutzung nach dem ersten Produktleben wird von Beginn an mitgedacht.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler FACC" und/oder "Nebenwerte".

Toray - Recyclingtechnologie für Kohlenstofffasern
https://www.toray.com/news/article.html?contentId=7yrjkjnh

Arkema - Elium und die Wiederverwertung von Verbundwerkstoffen
https://www.arkema.com/global/en/media/newslist/news/global/products/2025/20251125-elium-resin-key-player-circular-economy-for-the-marine/

Arkema - JEC World 2025
https://www.arkema.com/global/en/media/shows/event/global/EMEA/EMEA2025/JEC%202025/

FACC - Second-Life-Nutzung thermoplastischer Materialien
https://www.facc.com/en/news/circular-economy-facc-researches-second-life-use-for-aviation-materials/

FACC - Geschäftsbericht 2025
https://www.facc.com/en/wp-content/uploads/sites/2/2026/03/annualreport-facc-2025-en.pdf

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Enthaltene Werte: JP3621000003,FR0010313833,AT00000FACC2

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