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Warum 59 von 100 Beschäftigten bis 2030 Weiterbildung brauchen - Mercedes-Benz, BMW und FACC investieren in Wissen

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Würde die weltweite Erwerbsbevölkerung aus 100 Menschen bestehen, müssten nach Einschätzung des World Economic Forum 59 von ihnen bis 2030 weitergebildet oder für neue Aufgaben qualifiziert werden. Gleichzeitig erwarten die befragten Arbeitgeber, dass sich 39% der heute benötigten Kernkompetenzen verändern oder an Relevanz verlieren. Für 63% der Unternehmen bilden fehlende Fähigkeiten bereits das größte Hindernis bei der eigenen Transformation.

Diese Zahlen verändern den Blick auf Industrieinvestitionen. Neue Maschinen, Software und automatisierte Anlagen reichen nicht aus, wenn das Wissen zu ihrer Bedienung, Wartung und Weiterentwicklung fehlt. Mercedes-Benz, BMW und FACC behandeln Qualifizierung deshalb nicht mehr als gelegentliche Personalmaßnahme. Sie schaffen eigene Programme, Lernräume und Ausbildungsstrukturen, die eng mit ihren Produktionsprozessen verbunden sind.

Der Engpass liegt immer häufiger im Kompetenzprofil

Industrieunternehmen benötigen weiterhin Mechaniker, Elektronikerinnen, Ingenieure und Produktionsfachkräfte. Die Aufgaben innerhalb dieser Berufe verändern sich jedoch. Automatisierte Fertigungsanlagen müssen überwacht, Produktionsdaten ausgewertet und digitale Systeme sicher bedient werden. Gleichzeitig bleiben Prozesswissen, Materialkenntnisse und Qualitätskontrolle unverzichtbar.

Das Problem lässt sich deshalb nicht allein durch zusätzliche Einstellungen lösen. Neue Beschäftigte bringen eine berufliche Grundlage mit, kennen aber noch nicht automatisch die Maschinen, Werkstoffe, Softwarelösungen und Qualitätsvorgaben eines bestimmten Unternehmens. Betriebliche Weiterbildung übersetzt allgemeines Fachwissen in konkrete Produktionsabläufe. Je schneller sich diese Abläufe verändern, desto stärker müssen Unternehmen diese Übersetzungsarbeit selbst organisieren.

Mercedes-Benz budgetiert Weiterbildung wie ein Investitionsprogramm

Die Mercedes-Benz Group AG (ISIN: DE0007100000) hat mit "Turn2Learn" ein weltweites Qualifizierungsprogramm aufgebaut. Zwischen 2022 und 2030 will der Konzern mehr als 2 Mrd. Euro in die Weiterbildung seiner Belegschaft investieren, davon über 1,3 Mrd. Euro in Deutschland. Das Angebot reicht von digitalen Lernplattformen und einzelnen Kursen bis zu maßgeschneiderten Lernpfaden und akademischen Abschlüssen.

Ein konkreter Bestandteil ist das Programm "D.SHIFT". Mercedes-Benz qualifiziert dabei Beschäftigte aus der Produktion für digitale Berufsfelder. Der Konzern reagiert damit auf veränderte Aufgabenprofile, anstatt ausschließlich auf dem Arbeitsmarkt nach bereits vollständig ausgebildeten Spezialisten zu suchen. Bestehendes Produktionswissen soll mit neuen digitalen Fähigkeiten verbunden werden.

BMW bereitet 40.000 Beschäftigte auf neue Aufgaben vor

Auch die BMW AG (ISIN: DE0005190003) hat Weiterbildung zu einem messbaren Investitionsfeld gemacht. Im Geschäftsjahr 2025 gab der Konzern 377 Mio. Euro für die Aus- und Weiterbildung seiner Beschäftigten aus. Nach eigenen Angaben flossen in den vergangenen Jahren weltweit bereits mehr als 1 Mrd. Euro in entsprechende Programme.

Eine zentrale Rolle übernimmt der neue Talent Campus in München. Dort sollen rund 40.000 Beschäftigte auf neue Produktionsverfahren, Digitalisierung und künstliche Intelligenz vorbereitet werden. Mehr als 900 Auszubildende nutzen den Campus ebenfalls. Generative KI gehört inzwischen zur Ausbildung sämtlicher Nachwuchskräfte. BMW verbindet damit klassische Berufsbilder mit Technologien, die in den bisherigen Lehrplänen vieler Ausbildungsberufe noch keine vergleichbare Rolle spielten.

FACC schafft fünf Schulungsräume und ein eigenes Produktionslabor

Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) verfolgt denselben Ansatz in einer anderen Größenordnung. Nach rund 18 Monaten Bauzeit nahm die FACC Academy im September 2024 ihren Betrieb im oberösterreichischen Reichersberg auf. Sie verfügt über fünf Schulungsräume und das technisch ausgestattete "Sky Lab". Dort können Beschäftigte neue Produktionsverfahren kennenlernen und einzelne Arbeitsschritte praktisch erproben.

Im ersten vollständigen Betriebsjahr verzeichnete die Academy mehr als 2.700 Teilnahmen an insgesamt 257 Kursen und Produktionstrainings. Zum Jahresende 2025 beschäftigte FACC weltweit 4.050 Menschen. Die Zahl der Kursteilnahmen entspricht daher einem erheblichen Anteil der Belegschaft, auch wenn einzelne Personen mehrere Angebote besucht haben dürften.

FACC verband den Ausbau der Academy 2025 zudem mit seinen damaligen Personalplanungen. Auf Grundlage der zu diesem Zeitpunkt erwarteten Marktentwicklung stellte das Unternehmen bis 2030 rund 1.500 zusätzliche Beschäftigte an seinen Standorten in Aussicht. Eine solche Aufstockung verlangt nicht nur erfolgreiche Personalgewinnung. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen auch an komplexe Werkstoffe, Produktionsschritte und Qualitätsvorgaben herangeführt werden. Die Academy schafft dafür eine feste Infrastruktur außerhalb der laufenden Fertigung.

Eine Unternehmensakademie ersetzt weder Berufsschule noch Hochschule

Mercedes-Benz, BMW und FACC übernehmen nicht die Aufgaben des öffentlichen Bildungssystems. Ihre Programme beginnen vielmehr dort, wo allgemeine Ausbildung endet. Ein Studium vermittelt technische Grundlagen, eine Berufsausbildung schafft handwerkliche und industrielle Kompetenzen. Wie ein bestimmter Konzern seine Produktionsdaten verarbeitet, Anlagen steuert oder Qualitätsprüfungen organisiert, lässt sich jedoch häufig erst im Unternehmen lernen.

Eigene Akademien verkürzen dabei den Abstand zwischen Theorie und Anwendung. Neue Verfahren können zunächst in Schulungsräumen erprobt werden, bevor Beschäftigte sie im laufenden Betrieb einsetzen. Erfahrene Fachkräfte erhalten zugleich die Möglichkeit, ihr Prozesswissen um digitale Fähigkeiten zu ergänzen. Dadurch muss ein Unternehmen bei jeder technologischen Veränderung nicht seine gesamte Kompetenzbasis neu aufbauen.

Weiterbildung wird Bestandteil der Produktionsplanung

Die Zahlen des World Economic Forum zeigen, weshalb Qualifizierung nicht mehr ausschließlich in die Verantwortung der Personalabteilung fällt. Wenn sich bis 2030 fast zwei Fünftel der benötigten Kernkompetenzen verändern, betrifft dies unmittelbar die Planung neuer Maschinen, Softwarelösungen und Fertigungsprozesse.

Mercedes-Benz stellt dafür ein Milliardenbudget bereit. BMW bündelt die Qualifizierung von 40.000 Beschäftigten an einem eigenen Campus. FACC hat mit seiner Academy eine Plattform geschaffen, die jährlich Tausende Kursteilnahmen ermöglicht. Die Größenordnungen unterscheiden sich - die wirtschaftliche Aufgabe ist dieselbe: Technische Investitionen entfalten erst dann ihren Nutzen, wenn Menschen sie beherrschen. Wissen wird damit selbst zu einem Teil der industriellen Infrastruktur.

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler FACC" und/oder "Nebenwerte".

FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
https://www.facc.com

Quellen
World Economic Forum - Future of Jobs Report 2025
https://www.weforum.org/publications/the-future-of-jobs-report-2025/digest/

Mercedes-Benz - Turn2Learn und D.SHIFT
https://group.mercedes-benz.com/sustainability/people/learning/

BMW Group Report 2025 - Talent Campus
https://www.bmwgroup.com/en/report/2025/bmw-group-report/room-for-talents/index.html

BMW Group Report 2025 - Beschäftigte und Weiterbildung
https://www.bmwgroup.com/en/report/2025/management-report/index.html

FACC - Ein Jahr FACC Academy
https://www.facc.com/en/news/professional-training-equality-one-year-of-facc-academy/

FACC Geschäftsbericht 2025
https://www.facc.com/en/wp-content/uploads/sites/2/2026/03/annualreport-facc-2025-en.pdf

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