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Ein Unternehmen muss nicht jede Fabrik besitzen, in der seine Produkte hergestellt werden. Nike besitzt sein Geschäftsmodell seit Jahrzehnten auf dieser Arbeitsteilung: Nahezu sämtliche Produkte werden von unabhängigen Auftragnehmern gefertigt. Auch Apple lässt einen erheblichen Teil seiner Hardware von externen Produktionspartnern herstellen. FACC verfolgt kein vergleichbares Outsourcing-Modell - setzt für ausgewählte Arbeitspakete aber ebenfalls auf externe industrielle Partner.
Ein aktuelles Beispiel kommt aus Indien. Im Juli 2026 weitete FACC seine Zusammenarbeit mit Kineco Aerospace auf ein zweites Arbeitspaket aus. Dort sollen künftig mehrere tausend Composite-Komponenten pro Jahr produziert werden. Der Start der Serienfertigung ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Nike zeigt die radikalste Form der Arbeitsteilung
Die NIKE Inc. (ISIN: US6541061031) entwickelt Marken, Produkte und Technologien, produziert aber nahezu keine fertigen Waren selbst. Im aktuellen Geschäftsbericht schreibt der Konzern ausdrücklich, dass beinahe alle Produkte von unabhängigen Auftragnehmern hergestellt werden.
Bei Schuhen arbeitete Nike im Geschäftsjahr 2026 mit 15 Auftragsfertigern zusammen, die 95 Fabriken in elf Ländern betrieben. Vietnam stand für etwa 52% der Produktion, Indonesien für 27% und China für 16%. Die vier größten Fertigungspartner produzierten zusammen rund 60% aller Schuhe der Marke Nike. Bei Bekleidung waren 64 Auftragsfertiger und 321 Fabriken in 34 Ländern beteiligt.
Das Modell reduziert die Notwendigkeit, sämtliche Produktionskapazitäten selbst aufzubauen. Dafür entsteht eine andere Aufgabe: Nike muss Standards, Qualität, Materialien und Lieferketten über ein Netzwerk unabhängiger Unternehmen steuern.
Apple lagert einen erheblichen Teil der Fertigung aus
Bei Apple Inc. (ISIN: US0378331005) funktioniert die Arbeitsteilung anders, folgt aber einem ähnlichen Grundprinzip. Ein erheblicher Großteil der Fertigung wird ganz oder teilweise von Outsourcing-Partnern übernommen. Diese sitzen vor allem in China, Indien, Japan, Südkorea, Taiwan und Vietnam. Die Endmontage fast sämtlicher Hardware erfolgt laut Apple ebenfalls überwiegend durch externe Partner in Asien.
Apple nennt selbst beide Seiten des Modells. Externe Fertigung kann die operativen Kosten senken. Gleichzeitig reduziert sie die direkte Kontrolle über Produktionsmenge, Qualität und Flexibilität. Das Unternehmen ist zudem bei verschiedenen Komponenten auf einzelne oder eine begrenzte Zahl von Quellen angewiesen.
Outsourcing bedeutet deshalb nicht, Verantwortung abzugeben. Ein Unternehmen verlagert Produktionsschritte - muss aber weiterhin sicherstellen, dass der Partner die geforderten Spezifikationen reproduzierbar erfüllt.
FACC wählt einen deutlich selektiveren Weg
Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) besitzt selbst umfangreiche Produktionskapazitäten und investiert parallel 120 Mio. Euro in einen zusätzlichen eigenen Standort in Oberösterreich. Das Unternehmen ersetzt eigene Fertigung also nicht durch ein Nike- oder Apple-Modell.
Daneben baut FACC jedoch gezielt externe Kapazitäten auf. Mit Kineco Aerospace besteht seit 2025 eine langfristige Lieferkettenvereinbarung. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Qualifikationsschritt wurde die Zusammenarbeit im Juli 2026 auf ein zweites Arbeitspaket erweitert. Kineco soll in Indien künftig mehrere tausend Composite-Komponenten pro Jahr produzieren; die Serienfertigung ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Gerade der Qualifikationsschritt ist für die wirtschaftliche Logik entscheidend. Ein externer Partner wird nicht dadurch zu zusätzlicher Kapazität, dass er eine freie Produktionshalle besitzt. Verfahren, Materialverarbeitung und Qualitätsstandards müssen zunächst die verlangten Anforderungen erfüllen.
Kaufen oder selbst produzieren ist selten eine Alles-oder-nichts-Frage
Nike zeigt eine sehr weitgehende Auslagerung der Fertigung. Apple verbindet eigene Entwicklung und Kontrolle mit einem globalen Netz spezialisierter Produktionspartner. FACC kombiniert eigene Werke mit selektiv aufgebauten externen Kapazitäten.
Damit wird aus der klassischen Make-or-Buy-Frage ein differenzierteres Modell. Unternehmen können Kernprozesse selbst kontrollieren und zugleich ausgewählte Produktionsschritte an qualifizierte Partner vergeben. Der Vorteil liegt nicht automatisch in niedrigeren Kosten. Zusätzliche Kapazität, vorhandenes lokales Know-how oder Zugang zu einem industriellen Netzwerk können ebenso entscheidend sein.
FACC liefert dafür derzeit ein anschauliches Beispiel. Mehrere tausend zusätzliche Teile sollen künftig nicht aus einem neuen konzerneigenen Werk stammen, sondern aus einer qualifizierten Partnerschaft. Der Produktionsverbund wächst damit, ohne dass jede zusätzliche Maschine FACC selbst gehören muss.
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Quellen
FACC - Ausbau der
Zusammenarbeit mit Kineco Aerospace, Juli 2026
Nike - Form 10-K Geschäftsjahr 2026
Apple - Form 10-K Geschäftsjahr 2025
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