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Der Uranmarkt hat kein Rohstoffproblem - er hat möglicherweise ein Zeitproblem. Nach Berechnungen der Oregon Group auf Basis des neuen "Red Book" von OECD-NEA und IAEA könnte die jährliche Minenproduktion im Jahr 2040 im hohen Nachfrageszenario rund 46.000 Tonnen unter dem Bedarf der Reaktoren liegen. Das entspräche etwa 41 Prozent des prognostizierten Bedarfs. Selbst im niedrigeren Szenario ergibt sich noch eine rechnerische Lücke von rund 18.000 Tonnen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass den Kernkraftwerken zwangsläufig das Uran ausgeht. Sekundärmaterial, Lagerbestände, höhere Auslastung bestehender Minen und zusätzliche Projekte können die Lücke verkleinern. Doch die Zahlen verdeutlichen ein Problem, das für Uraninvestoren zunehmend wichtiger wird: Neue Nachfrage kann schneller entstehen als neue Minen.
Bis zu 1.045 Gigawatt Kernkraft bis 2050
Auf der Nachfrageseite werden die Erwartungen gleichzeitig nach oben geschraubt. Die IAEA prognostiziert für 2050 inzwischen eine globale Kernkraftkapazität zwischen 641 und 1.045 Gigawatt. Im Vorjahr lag die Spanne noch bei 561 bis 992 Gigawatt.
Entsprechend könnte auch der Uranbedarf steigen. Das Red Book sieht die jährlichen Reaktoranforderungen von rund 64.500 Tonnen im Jahr 2024 auf 84.800 bis 143.900 Tonnen im Jahr 2050 wachsen.
Die vorhandenen Uranressourcen sind dabei nicht das eigentliche Problem. Mehr als 8,1 Millionen Tonnen gelten zu Kosten von unter 260 US-Dollar je Kilogramm als gewinnbar - grundsätzlich ausreichend für die im Red Book betrachteten Szenarien bis 2050.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie schnell lässt sich Uran im Boden in Uran aus einer produzierenden Mine verwandeln?
15 bis 20 Jahre - hier liegt der Engpass
Nach Angaben der OECD-NEA vergehen zwischen Entdeckung und Produktion einer Uranlagerstätte typischerweise 15 bis 20 Jahre. Genau diese lange Vorlaufzeit macht die Entwicklung neuer Projekte so relevant.
Zwar erreichte die globale Minenproduktion 2024 bereits 61.924 Tonnen und deckte damit rechnerisch etwa 96 Prozent des damaligen Reaktorbedarfs. Doch ein erheblicher Teil der jüngsten Erholung kam durch Restarts und Erweiterungen bestehender Minen zustande.
Langfristig müssen zusätzlich erschöpfte Produktionsquellen ersetzt und neue Reaktoren versorgt werden. Selbst unter Einbeziehung geplanter und potenzieller Minen sinkt die im Red Book ausgewiesene nominale Produktionskapazität von 94.075 Tonnen im Jahr 2035 auf 76.485 Tonnen 2040.
Genau deshalb wird die Pipeline neuer Projekte zum entscheidenden Faktor.
Cameco besitzt die Produktion von heute
Cameco (ISIN: CA13321L1085) befindet sich dabei in einer komfortablen Ausgangslage. Der kanadische Konzern betreibt mit Cigar Lake und McArthur River zwei der wichtigsten Uranminen des Westens.
Sollten Versorger angesichts steigender Reaktorkapazitäten verstärkt langfristige Lieferverträge abschließen, stehen bestehende Produzenten naturgemäß an erster Stelle.
Doch selbst zusätzliche Produktion aus vorhandenen Minen löst das langfristige Problem nicht vollständig. Der Uranmarkt braucht Projekte, die heute noch entwickelt werden.
NexGen zeigt, wie die nächste Mine entsteht
NexGen Energy (ISIN: CA65340P1062) liefert dafür ein besonders interessantes Beispiel.
Aus der 2014 entdeckten Arrow-Lagerstätte im Athabasca-Becken entstand das Rook-I-Projekt. Die Machbarkeitsstudie sieht eine mögliche Produktion von bis zu rund 30 Millionen Pfund Uran jährlich vor.
Damit zeigt NexGen gleichzeitig, weshalb der Zeitraum von 15 bis 20 Jahren zwischen Entdeckung und Produktion so wichtig ist. Selbst eine außergewöhnliche Entdeckung wird nicht über Nacht zu einer Mine.
Und genau daraus ergibt sich die nächste Frage für Anleger:
Welche Projekte könnten nach Rook I kommen?
Blast Resources: Die Suche beginnt eine Stufe früher
Blast Resources (ISIN: CA09345L1085) befindet sich am anderen Ende der Entwicklungskette.
Das Wales-Lake-Projekt liegt im Patterson-Lake-Korridor des Athabasca-Beckens und weniger als 30 Kilometer von den bekannten Lagerstätten Arrow und Triple R entfernt. Inzwischen hat Blast nach Auswertung geophysikalischer Daten fünf Explorationszielgebiete, einen strukturellen Korridor sowie eine rund zwölf Kilometer lange Uran-Thorium-Anomalie identifiziert.
Das macht Wales Lake zu einer interessanten Explorationsstory - aber noch nicht zu einer Uranlagerstätte.
Blast hat bislang keine Mineralressource definiert. Die geophysikalischen Hinweise müssen durch weitere Arbeiten eingegrenzt und letztlich durch Bohrungen getestet werden. Auch die Nähe zu Arrow oder Triple R erlaubt keine Rückschlüsse darauf, ob Wales Lake wirtschaftlich relevantes Uran beherbergt.
Gerade diese Unsicherheit erklärt das wesentlich höhere Chancen-Risiko-Profil gegenüber Cameco oder NexGen.
Fazit
Die neue Red-Book-Analyse verändert den Blick auf den Uranmarkt. Das Problem ist nicht, dass weltweit zu wenig Uran existiert. Mehr als acht Millionen Tonnen identifizierter Ressourcen sprechen dagegen. Der Engpass könnte vielmehr darin bestehen, ausreichend neue Produktion rechtzeitig verfügbar zu machen. Wenn zwischen Entdeckung und Produktion häufig 15 bis 20 Jahre liegen, wird 2040 bereits heute vorbereitet.
Cameco steht für bestehende Produktion, NexGen mit Rook I für die nächste Generation großer kanadischer Minen. Blast Resources befindet sich mehrere Entwicklungsstufen früher. Fünf Zielgebiete, strukturelle Hinweise und die zwölf Kilometer lange Uran-Thorium-Anomalie liefern Ansatzpunkte - aber noch keinen Nachweis einer Lagerstätte.
Für Blast werden deshalb weitere Exploration und insbesondere zukünftige Bohrungen entscheidend. Denn sollte der Uranmarkt 2040 tatsächlich zehntausende Tonnen zusätzliche Minenproduktion benötigen, müssen viele der dafür notwendigen Entdeckungen lange vorher gemacht werden.
Quellen
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21173534-us-uran-comeback-uran-comeback-fahrt-auf-us-werte-katalysatoren
https://blastresources.com/
https://theoregongroup.com/commodities/uranium/uranium-mine-supply-faces-potential-46000-tonne-shortfall-by-2040/
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ISIN: CA09345L1085
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