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WKN: BASF11 | ISIN: DE000BASF111 | Ticker-Symbol: BAS
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Small- & Micro Cap Investment
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3,8 Mrd. US-Dollar bis 2032: Wie Graphen ein altes Polyurethan-Problem im Bergbau lösen könnte

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Im Bergbau kann die Lebensdauer eines unscheinbaren Kunststoffteils schnell über erhebliche Kosten. Polyurethan steckt in Sieben, Hydrozyklonen, Pumpen, Rohrleitungen, Auskleidungen und Förderanlagen, weil das Material gleichzeitig flexibel, schlagfest und äußerst abriebfest ist. Gerade dort, wo Gestein, Schlämme und scharfkantiges Erz permanent auf Anlagen treffen, kann diese Kombination Metall oder klassischen Gummi überlegen sein.

Eine Schwäche bleibt jedoch besonders in sensiblen Einsatzgebieten bestehen: das Brandverhalten. First Graphene (ISIN: AU000000FGR3) hat nun seinen ersten Produktionsauftrag vom australischen Hersteller Pacific Urethanes erhalten. PureGRAPH soll in eine Polyurethanformulierung für den Bergbau integriert werden und die Flammhemmung verbessern, ohne jene Verschleiß- und Materialeigenschaften zu opfern, wegen derer Polyurethan überhaupt eingesetzt wird.

CEO Michael Bell fasst die Strategie bemerkenswert einfach zusammen: "Es geht nicht darum, Polyurethan zu ersetzen. Es geht darum, Polyurethan dort besser zu machen, wo es am wichtigsten ist."

Ein Markt soll von 2,6 auf fast 3,8 Mrd. US-Dollar wachsen

Die wirtschaftliche Dimension geht deutlich über den ersten Auftrag hinaus. Der globale Markt für Urethanprodukte im Bergbau erreichte nach einer aktuellen Marktstudie 2025 rund 2,58 Mrd. US-Dollar und soll 2026 bereits bei etwa 2,72 Mrd. US-Dollar liegen. Bis 2032 erwartet die Studie ein Volumen von rund 3,78 Mrd. US-Dollar, was einem jährlichen Wachstum von etwa 5,6% entspricht.

Hinter diesen Milliarden stecken keine futuristischen Spezialprodukte. Polyurethan wird heute bereits in mineralischen Siebanlagen, Hydrozyklonen, Pumpen- und Rohrbeschichtungen, Übergabestellen sowie hoch beanspruchten Auskleidungen eingesetzt. Der Hebel für neue Materialien liegt deshalb nicht darin, den Bergbau von einem völlig unbekannten Werkstoff überzeugen zu müssen. Interessanter ist die Möglichkeit, ein etabliertes Material um zusätzliche Eigenschaften zu erweitern.

Genau das hebt Bell hervor. First Graphene betrete keinen Markt, in dem PureGRAPH erst einen komplett neuen Materialstandard schaffen müsse. Das Graphen soll Bestandteil eines Polymermaterials werden, das Minen ohnehin in großen Mengen einsetzen.

BASF zeigt die etablierte Rolle von Polyurethan im Bergbau

BASF (ISIN: DE000BASF111) ist ein gutes Beispiel für die industrielle Reife dieses Marktes. Der Chemiekonzern bietet mit Elastollan und Elastocast verschiedene thermoplastische beziehungsweise gegossene Polyurethansysteme speziell für abrasive Bergbauumgebungen an. Zu den Anwendungen gehören Siebe, Zyklone, Schaber, Flotationselemente, Prallauskleidungen und innere Pumpengehäuse.

Die Leistungsanforderungen sind hoch. BASF hebt neben Abriebfestigkeit insbesondere Schlagfestigkeit, Weiterreißfestigkeit sowie Beständigkeit gegen Wasser und Mikroorganismen hervor. In einer Mine zählt nicht nur, ob ein Bauteil seine mechanische Aufgabe erfüllt. Jeder vorzeitige Austausch kann Anlagenstillstand, Arbeitsaufwand und Produktionsverluste verursachen. Dadurch wird zusätzliche Haltbarkeit unmittelbar zu einer wirtschaftlichen Größe.

Das erklärt zugleich die Herausforderung für Graphen. Eine bessere Brandschutzwirkung wäre wenig wert, wenn das Polyurethan dafür bei Abrieb oder mechanischer Belastung schlechter abschneidet.

Covestro arbeitet bereits am Multifunktions-Polyurethan

Covestro (ISIN: DE0006062144) verfolgt eine ähnliche Materiallogik. Desmodur- und Baytec-basierte Elastomere des Konzerns werden unter anderem für Trommelsiebe, Hydrozyklone, Flotationszellen, Schaber, Rohrinnenbeschichtungen und andere hoch belastete Bergbaukomponenten eingesetzt.

Besonders interessant ist, dass Covestro gegossenes Polyurethan gezielt um weitere Eigenschaften erweitert. Der Konzern arbeitet an Systemen mit verbesserter Hydrolysebeständigkeit, reduzierter Abrasion sowie flammhemmenden oder antistatischen Eigenschaften. Damit wird sichtbar, wohin sich der Markt entwickelt: Aus einem reinen Verschleißmaterial soll zunehmend ein funktionaler Werkstoff werden, der mehrere Probleme gleichzeitig löst.

Für First Graphene ist genau dieser Trend relevant. PureGRAPH muss Polyurethan nicht neu erfinden. Das Additiv muss zeigen, dass es einer vorhandenen Formulierung eine zusätzliche Eigenschaft geben kann, ohne bestehende Vorteile zu zerstören.

Graphen könnte im Feuer eine Barriere aufbauen

Der technische Ansatz basiert auf der extrem flachen Struktur der Graphenplättchen. Sind sie gut in einer Polymermatrix verteilt, können sie den Transport von Wärme und Zersetzungsprodukten durch das Material erschweren. Gleichzeitig kann Graphen laut First Graphene die Ausbildung einer stabileren verkohlten Schutzschicht unterstützen, wenn das Polyurethan Feuer ausgesetzt wird.

Eine solche Char-Schicht kann den darunterliegenden Werkstoff abschirmen und die weitere thermische Zersetzung bremsen. Veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten zu graphenmodifizierten Polyurethansystemen zeigen Verbesserungen unter anderem bei Wärmefreisetzung, thermischer Zersetzung und Rauchentwicklung.

Das entscheidende Wort bleibt allerdings "kann". Die konkrete Wirkung hängt von Polyurethanrezeptur, Graphentyp, Dispersion und Dosierung ab. Der Produktionsauftrag von Pacific Urethanes ist deshalb interessanter als ein weiterer Labortest: Die Entwicklung ist nun in die kommerzielle Fertigung übergegangen.

Ein kleiner Auftrag mit weiterreichender Bedeutung

First Graphene hat den Wert der ersten Bestellung nicht als materiellen Umsatzfaktor herausgestellt. Darin liegt aber auch nicht die wichtigste Nachricht. Pacific Urethanes ist ein neuer Kunde und die flammhemmende Polyurethananwendung ein neues kommerzielles Einsatzgebiet für PureGRAPH.

Bell sieht daraus eine größere Perspektive. "Der kommerzielle Markt ist erheblich", erklärt der CEO mit Blick auf die rund 2,6 Mrd. US-Dollar heutiges Marktvolumen und die erwarteten knapp 3,8 Mrd. US-Dollar bis 2032. Zunächst konzentriert sich Pacific Urethanes auf den australischen Rohstoffsektor. Dieselbe Materialanforderung existiert jedoch auch in anderen Bergbauregionen.

Dabei besitzt First Graphene einen strategischen Vorteil, den erfolgreiche Graphen-Anwendungen immer wieder zeigen: Das Endprodukt muss nicht aus Graphen bestehen. Schon eine geringe Beimischung kann interessant sein, wenn sie eine bestimmte Schwäche eines etablierten Milliardenmarktes adressiert.

Verbessern statt ersetzen

BASF und Covestro zeigen, wie ausgereift Polyurethansysteme für den Bergbau heute bereits sind. Genau deshalb dürfte ein vollständiger Materialwechsel kaum die naheliegende Lösung sein. Betreiber benötigen Werkstoffe, deren Verarbeitung, Lebensdauer und mechanisches Verhalten sie kennen.

First Graphene verfolgt den weniger disruptiven Weg. Polyurethan bleibt Polyurethan. Graphen soll ihm dort zusätzliche Leistung geben, wo das Material bislang an Grenzen stößt.

Die spannendste Aussage Bells ist deshalb nicht einmal die Prognose von 3,8 Mrd. US-Dollar. Es ist sein Satz, dass es nicht darum gehe, Polyurethan zu ersetzen. Sollte PureGRAPH Brandschutz, Abriebfestigkeit und mechanische Stabilität tatsächlich in einer industriellen Rezeptur verbinden können, würde First Graphene nicht gegen einen etablierten Werkstoff antreten. Das Unternehmen würde versuchen, an dessen Wachstum teilzunehmen.


Quellen:

First Graphene - erster Produktionsauftrag von Pacific Urethanes

Research and Markets - Urethane Mining Products Market 2026-2032

BASF - Polyurethane Mining Solutions

Covestro - Polyurethane Elastomers for Mining

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First Graphene Limited
Land: Australien
ISIN: AU000000FGR3
First Graphene - First Graphene

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