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Deutschland hat seinen ersten F-35A vorgestellt bekommen. Am 18. September präsentierte Lockheed Martin Corporation (ISIN: US5398301094) den ersten deutschen Tarnkappenjet im texanischen Fort Worth. Für Verteidigungsminister Boris Pistorius markiert die Maschine den Beginn einer neuen Ära für die Luftwaffe.
Doch hinter der Hightech-Fassade des F-35 steckt eine zweite Geschichte: Moderne Verteidigung ist zunehmend auch eine Rohstofffrage.
Allein jeder F-35 benötigt laut einer Analyse von WisdomTree mehr als 400 Kilogramm Seltene Erden. Neodym, Praseodym, Dysprosium oder Samarium werden unter anderem für Magnete, Steuerungssysteme und weitere elektronische Komponenten benötigt. China wiederum kontrolliert laut der Analyse 91 Prozent der weltweiten Verarbeitung Seltener Erden.
Der F-35 macht damit sichtbar, wie eng militärische Leistungsfähigkeit und kritische Rohstoffe inzwischen miteinander verbunden sind.
35 F-35 - und eine viel größere Rohstofffrage
Deutschland bestellte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 35 F-35. Die ersten acht Maschinen sollen zunächst in den USA für die Pilotenausbildung eingesetzt werden; die ersten Jets werden nach Angaben von Lockheed Martin Ende 2027 in Deutschland erwartet.
Seltene Erden sind dabei nur ein Teil der Herausforderung. Moderne Verteidigungssysteme benötigen eine ganze Palette kritischer Materialien. Dazu gehören Gallium und Germanium für Elektronik und Sensorik - aber auch Antimon.
Antimontrisulfid wird unter anderem in militärischen Zündsystemen, Patronen und Raketenanwendungen eingesetzt. China führte 2024 Exportkontrollen für Antimon ein und verschärfte anschließend die Beschränkungen für bestimmte Dual-Use-Produkte gegenüber den USA. Der US Geological Survey führt Antimon weiterhin unter den von chinesischen Exportbeschränkungen betroffenen Rohstoffen.
Damit wird ein kleiner Rohstoffmarkt plötzlich zu einer Frage der Versorgungssicherheit.
Die USA bauen bereits alternative Lieferketten auf
Washington reagiert darauf mit Investitionen in heimische Projekte. Ein prominentes Beispiel ist Perpetua Resources (ISIN: CA7142661031) mit dem Stibnite-Gold-Antimon-Projekt in Idaho.
Die Strategie dahinter ist bemerkenswert: Staaten wollen nicht erst reagieren, wenn eine Rohstofflieferung ausfällt. Alternative Quellen sollen aufgebaut werden, bevor die Abhängigkeit zum akuten Problem wird.
Europa steht vor derselben Herausforderung. Der Kontinent investiert Milliarden in neue Verteidigungskapazitäten, besitzt aber bei zahlreichen strategischen Rohstoffen nur begrenzte eigene Förderung.
Das lenkt den Blick auf Europas historische Bergbauregionen.
Bosnien: Antimon direkt vor Europas Haustür?
Eine davon liegt auf dem Balkan. Bosnien und Herzegowina besitzt eine lange Bergbaugeschichte und liegt innerhalb des metallreichen Tethys-Gürtels.
Dass dort Antimon vorkommt, zeigen aktuelle Explorationsprogramme. Terra Balcanica Resources Corp. meldete auf seinem Viogor-Zanik-Projekt bei Cumavici unter anderem hochgradige Antimonabschnitte. Diese Ergebnisse betreffen ausschließlich Terra Balcanicas Liegenschaft, bestätigen aber, dass in Bosnien aktiv nach dem strategischen Metall exploriert wird.
In diesem Umfeld wird auch Yugo Metals Ltd. (ISIN: AU0000404998) interessant.
Bis zu 4,5 Prozent Antimon bei Yugo
Yugo exploriert beim Sinjakovo-Projekt ein polymetallisches System mit Gold, Silber, Kupfer und Antimon.
Gesteinsproben lieferten nach Unternehmensangaben Spitzenwerte von bis zu 8 g/t Gold, 16 Prozent Kupfer, 2 kg/t Silber und 4,5 Prozent Antimon. Auch in Bohrungen wurde das Metall nachgewiesen. Am Erak-Ziel meldete Yugo vier Meter mit 0,5 g/t Gold, 40 g/t Silber, 0,6 Prozent Kupfer und 0,25 Prozent Antimon.
Die bislang auffälligsten jüngeren Ergebnisse betreffen allerdings Gold: 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, darunter drei Meter mit 14,5 g/t und ein Meter mit 42,5 g/t.
Damit stellt sich für Sinjakovo eine entscheidende Frage: Ist Antimon lediglich ein Begleitmetall - oder könnte es sich mit weiteren Bohrungen als bedeutenderer Bestandteil des Systems herausstellen?
Fazit
Deutschlands erster F-35 steht symbolisch für eine neue Phase der europäischen Verteidigungspolitik. Gleichzeitig zeigt der Kampfjet, wie abhängig moderne Waffensysteme von komplexen Rohstofflieferketten sind. Mehr als 400 Kilogramm Seltene Erden pro F-35 verdeutlichen das Problem; Antimon erweitert es um einen weiteren strategischen Rohstoff.
Yugo Metals ist dabei ausdrücklich noch keine Antwort auf Europas Versorgungslücke. Es besteht weder eine kommerzielle Verbindung zum F-35-Programm noch zu Lockheed Martin oder europäischen Verteidigungsunternehmen. Bei Sinjakovo wurde bislang auch keine Antimonressource definiert.
Die Exploration hat jedoch bestätigt, dass Antimon innerhalb des bosnischen Systems vorkommt. Weitere Bohrungen müssen nun zeigen, wie kontinuierlich und bedeutend diese Mineralisierung tatsächlich ist.
Der F-35 macht Europas Rohstoffproblem sichtbar. Ob Projekte wie Sinjakovo irgendwann einen Beitrag zu unabhängigerer Versorgung leisten können, muss dagegen erst noch im Boden bewiesen werden.
Quellen
https://www.wisdomtree.com/us/insights/blog/the-400-kilogram-secret-inside-every-f-35
https://breakingdefense.com/2026/09/first-german-f-35-rolls-off-the-line/
https://www.yugometals.com/
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ISIN: AU0000404998
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