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Small- & Micro Cap Investment
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Wachstumsstory Energie: Warum RWE, Iberdrola und EVN bei Anlegern wieder in den Fokus rücken könnten

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Künstliche Intelligenz und Rüstung haben die Börsendebatte der vergangenen Jahre geprägt. Doch parallel entsteht in Europa ein weiterer Investitionszyklus: Stromnetze müssen ausgebaut, neue Erzeugungskapazitäten errichtet und Speicher integriert werden. Erst am 11. September vereinbarten RWE und Masdar, eine gemeinsame Teilnahme an deutschen Offshore-Wind-Auktionen 2027 zu prüfen. Das indikative Investitionsvolumen liegt bei mehr als drei Milliarden Euro.

Für Anleger rücken damit Unternehmen in den Blick, die an diesem Ausbau verdienen oder selbst große Infrastrukturportfolios betreiben. RWE (ISIN: DE0007037129) erwartet bis 2031 deutlich steigende Ergebnisse, Iberdrola (ISIN: ES0144580Y14) investierte allein im ersten Halbjahr 2026 sieben Milliarden Euro und auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) erhöht ihre Investitionen deutlich. Energieversorger werden damit zunehmend auch zu Infrastrukturwerten - allerdings mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Risiken.

RWE stellt 10 Prozent Wachstum pro Jahr in Aussicht

Bei RWE lässt sich die neue Dynamik bereits in den Zahlen erkennen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das bereinigte EBITDA um mehr als 40 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis erreichte 1,3 Milliarden Euro, das bereinigte Nettoergebnis je Aktie legte von 1,08 auf 1,77 Euro zu. Noch interessanter für langfristig orientierte Anleger ist der Ausblick. RWE erwartet, dass das bereinigte Nettoergebnis je Aktie bis 2031 durchschnittlich um zehn Prozent pro Jahr auf 4,55 Euro steigt. Auch die Dividende soll nach derzeitiger Planung bis 2031 jährlich um zehn Prozent wachsen. Das Wachstum basiert auf hohen Investitionen. Seit Jahresbeginn nahm RWE neue Anlagen mit insgesamt 752 MW Leistung in Betrieb, weitere 10,3 GW befanden sich zum Halbjahr im Bau. Gleichzeitig baut der Konzern sein Engagement in der Netzinfrastruktur aus: RWE erhöhte seine mittelbare Beteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 58 Prozent.

Die jüngste Vereinbarung mit Masdar zeigt, dass weitere Projekte folgen könnten. Beide Unternehmen prüfen eine gemeinsame Teilnahme an den deutschen Offshore-Wind-Auktionen 2027. Das potenzielle Investitionsvolumen liegt bei mehr als drei Milliarden Euro. Noch handelt es sich um eine Absichtserklärung - für Anleger also um eine mögliche Investition und nicht um ein beschlossenes Projekt.

Iberdrola steckt Milliarden in regulierte Netze

Iberdrola verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Der spanische Konzern investierte im ersten Halbjahr 2026 sieben Milliarden Euro - 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fast 4,4 Milliarden Euro flossen in Stromnetze. Damit entfielen annähernd zwei Drittel der Investitionen auf diesen Bereich. Die regulierte Asset Base des Netzgeschäfts wuchs um elf Prozent auf 55 Milliarden Euro. Für Anleger ist das relevant, weil regulierte Netze im Vergleich zur Stromerzeugung typischerweise besser planbare Ertragsprofile bieten. Das Netz-EBITDA von Iberdrola erhöhte sich im ersten Halbjahr um 13 Prozent. Auch auf Konzernebene legten die Ergebnisse zu. Das berichtete Nettoergebnis stieg um 22 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro. Bereinigt um Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf thermischer Kraftwerke in Mexiko betrug das Plus acht Prozent. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um sieben Prozent auf 8,05 Milliarden Euro. Iberdrola zeigt damit, weshalb große Energieversorger für Anleger anders betrachtet werden können als reine Stromproduzenten. Netze, langfristige Investitionsprogramme und regulierte Vermögenswerte können einen stabileren Teil des Geschäfts bilden, während Erzeugung und Strompreise zusätzliche Chancen, aber auch stärkere Schwankungen mitbringen.

EVN investiert jährlich rund eine Milliarde Euro

Ein ähnlicher Infrastrukturtrend ist in kleinerem Maßstab bei der EVN zu beobachten. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 investierte der Konzern mehr als 500 Millionen Euro - so viel wie noch nie in diesem Zeitraum. Rund 80 Prozent davon entfielen auf Niederösterreich. Bis 2030 plant die EVN Investitionen von jährlich etwa einer Milliarde Euro. Rund vier Fünftel sollen nach Niederösterreich fließen. Zu den Schwerpunkten gehören Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Operativ entwickelte sich der Konzern zuletzt trotz schwieriger Bedingungen bei Wind- und Wasserkraft positiv. Das EBITDA stieg in den ersten neun Monaten um 4,9 Prozent auf 748,5 Millionen Euro. Das EBIT erhöhte sich um 3,0 Prozent auf 460,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis erreichte 525,1 Millionen Euro und lag damit 20,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Ergebnis ist auch ein positiver Beitrag von 32,5 Millionen Euro aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich enthalten. Zudem wirkten positive Einmaleffekte im EBITDA und im Ertragsteueraufwand.

Für Anleger lag die wichtigste Erkenntnis aus den Neunmonatszahlen jedoch weniger in den aktuellen Ergebnissen als im verbesserten Ausblick: EVN rechnet nun für das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Konzernergebnis in einer Bandbreite von 470 bis 490 Mio. Euro. Und für längerfristig orientierte Anleger rückt zunehmend die Frage in den Fokus, ob die hohen Investitionen langfristig zusätzliche Ertragsbasis schaffen.

Infrastruktur wird zum Wachstumsfaktor

Genau hier liegt eine Gemeinsamkeit zwischen RWE, Iberdrola und der EVN. Die Unternehmen investieren hohe Summen in Vermögenswerte, die über viele Jahre genutzt werden sollen. Gleichzeitig unterscheiden sich ihre Geschäftsmodelle deutlich. RWE setzt stark auf zusätzliche Erzeugungskapazitäten, flexible Kraftwerke und Beteiligungen an Netzinfrastruktur. Iberdrola hat bereits ein enormes reguliertes Netzportfolio aufgebaut. Bei der EVN stehen vor allem die Netzinfrastruktur in Niederösterreich sowie Erzeugung, Speicher, Lade- und Wasserinfrastruktur im Mittelpunkt.

Für die EVN kommt eine vergleichsweise solide Bilanzstruktur hinzu. Die Nettoverschuldung lag Ende Juni bei 942,2 Millionen Euro nach 1,16 Milliarden Euro Ende September 2025. Der Rückgang resultierte allerdings im Wesentlichen aus dem Verkauf des internationalen Projektgeschäfts und sollte daher nicht als operativer Schuldenabbau interpretiert werden. Moody's bewertet die EVN mit A1 und stabilem Ausblick, Scope Ratings mit A+ und stabilem Ausblick. Gerade bei steigenden Investitionen wird die Finanzierung entscheidend. Neue Netze und Erzeugungsanlagen können langfristig zusätzliche Erträge ermöglichen, benötigen zunächst aber erhebliche Mengen Kapital. Zinsen, regulatorische Entscheidungen, Baukosten und Projektverzögerungen bleiben deshalb zentrale Risiken.

Warum Anleger wieder genauer hinschauen könnten

Energieaktien sind damit kein momentaner Börsehype wie der KI- oder Rüstungsboom. Die Geschäftsmodelle funktionieren anders. Wachstum entsteht häufig über langfristige Investitionen, regulierte Vermögenswerte und zusätzliche Erzeugungskapazitäten - nicht über explosionsartig steigende Margen eines neuen Technologiemarktes. Gerade das kann für bestimmte Anleger interessant sein. RWE verbindet sein Investitionsprogramm mit einer langfristigen Wachstumsprognose für Ergebnis je Aktie und Dividende. Iberdrola baut seine regulierte Asset Base aus. Die EVN erhöht ihre Investitionen auf rund eine Milliarde Euro jährlich und konzentriert einen großen Teil davon auf Infrastruktur in Niederösterreich. Entscheidend wird sein, ob die Unternehmen aus diesen hohen Investitionen dauerhaft zusätzliche Ergebnisse erwirtschaften können. Denn Milliardeninvestitionen allein schaffen noch keinen Mehrwert für Aktionäre.

Fazit

Nach KI und Rüstung könnte damit ein deutlich weniger spektakulärer, aber langfristig bedeutender Investitionszyklus stärker in den Fokus der Börse rücken. Europa benötigt zusätzliche Stromerzeugung, leistungsfähigere Netze, Speicher und weitere Infrastruktur. RWE, Iberdrola und die EVN investieren bereits hohe Summen in diese Bereiche. RWE stellt bis 2031 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des bereinigten Nettoergebnisses je Aktie von zehn Prozent in Aussicht. Iberdrola investierte im ersten Halbjahr sieben Milliarden Euro und verfügt inzwischen über regulierte Netzassets von 55 Milliarden Euro. Die EVN wiederum plant bis 2030 Investitionen von jährlich rund einer Milliarde Euro. Ob daraus attraktive Aktienrenditen entstehen, hängt von Regulierung, Finanzierungskosten und der Umsetzung der Investitionsprogramme ab. Doch der strukturelle Kapitalbedarf macht deutlich, weshalb Europas Energieunternehmen neben KI und Rüstung wieder stärker auf den Radarschirm langfristig orientierter Anleger rücken könnten - darunter auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053).


Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler EVN" und/oder "Nebenwerte".

Quellen:

RWE

Iberdrola

  • CNMV - Iberdrola ISIN ES0144580Y14
    https://www.cnmv.es/portal/ancv/isin?isin=ES0144580Y14&lang=es

EVN

  • EVN - "EVN investiert in die Zukunft", 25. August 2026 - Investitionsprogramm bis 2030
    https://www.evn.at/home/presse/evn-investiert-in-die-zukunft

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