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25 Milliarden Pfund für Wasserinfrastruktur bei Severn Trent und wie die EVN ihre Wassernetze widerstandsfähiger macht

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Europas Wasserinfrastruktur steht vor einem gewaltigen Investitionszyklus. Der britische Versorger Severn Trent bereitet einen Kapital- und Lieferrahmen von bis zu 25 Milliarden Pfund für die kommenden acht bis 15 Jahre vor. Damit sollen künftige Investitionen in Wasser- und Abwasserinfrastruktur umgesetzt und die Systeme unter anderem widerstandsfähiger gemacht werden. Das folgt der europäischen Initiative, Leckagen zu reduzieren und die Wasserinfrastruktur zu modernisieren. Auch bei der EVN AG (ISIN: AT0000741053) wird das Thema konkret: Der Versorger betreibt in Niederösterreich ein 3.340 Kilometer langes Trinkwassernetz und setzt unter anderem auf akustische Leckortung, neue Leitungen und Naturfilteranlagen.

Die Größenordnungen unterscheiden sich. Doch hinter den Investitionen steht dieselbe Herausforderung: Wassernetze müssen Versorgungssicherheit auch bei Trockenheit, steigender Nachfrage und zunehmenden Extremwetterereignissen gewährleisten. Gleichzeitig soll möglichst wenig aufbereitetes Trinkwasser auf dem Weg zum Verbraucher verloren gehen.

Bis zu 25 Milliarden Pfund für die kommenden Jahre

Severn Trent (ISIN: GB00B1FH8J72) machte im Juli deutlich, welche Dimension der Ausbau der Wasserinfrastruktur erreichen kann. Der britische Versorger bereitet neue Rahmenverträge für Planung und Umsetzung mit einem Volumen von bis zu 25 Milliarden Pfund über die kommenden acht bis 15 Jahre vor. Sie sollen die Umsetzung künftiger regulatorischer Investitionsperioden unterstützen und flexibel auf veränderte Anforderungen bei Versorgung, Umwelt und Resilienz reagieren. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um zusätzlich angekündigte Investitionen von 25 Milliarden Pfund. Der geplante Rahmen soll vielmehr als langfristiges Instrument zur Umsetzung bereits kommunizierter und künftiger Investitionsprogramme dienen.

Schon das laufende Programm zeigt die Größenordnung. Für die Regulierungsperiode 2025 bis 2030 plant Severn Trent Investitionen von rund 15 Milliarden Pfund. Unter anderem sollen 865 Meilen Wasserleitungen erneuert werden. Dadurch will das Unternehmen die Leckageverluste bis 2030 um 16 Prozent und bis 2045 um 50 Prozent reduzieren.

Für Anleger sind solche Programme interessant, weil Wasserinfrastruktur über lange Zeiträume geplant wird. Gleichzeitig ist sie kapitalintensiv: Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Severn Trent Investitionen von 2,2 bis 2,5 Milliarden Pfund. Damit wächst die Infrastruktur, auf deren Basis der regulierte Versorger künftig Erträge erwirtschaften kann. Allerdings müssen Finanzierungskosten, Regulierung und die operative Umsetzung der großen Investitionsprogramme im Blick behalten werden.

Brüssel will Leckagen reduzieren

Dass Wasserresilienz inzwischen ein europäisches Infrastrukturthema ist, zeigt die Water Resilience Strategy der Europäischen Kommission. Brüssel will unter anderem die Wassereffizienz in der EU bis 2030 um zehn Prozent verbessern. Ein ausdrücklich genanntes Ziel ist die Reduzierung von Leckagen in Rohrleitungen. Gleichzeitig soll Wasserinfrastruktur mit öffentlicher und privater Finanzierung modernisiert und stärker mit digitalen Lösungen verbunden werden. Dahinter steht auch ein wirtschaftlich bedeutender Markt. Nach Angaben der Kommission erwirtschaftet die europäische Wasserindustrie rund 107 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 1,7 Millionen Menschen. Europa hält zudem rund 40 Prozent der weltweiten Patente im Bereich Wassertechnologie.

Der entscheidende Punkt ist jedoch die Versorgungssicherheit. Leitungen, Speicher, Brunnen, Aufbereitungsanlagen und digitale Überwachungssysteme bilden gemeinsam eine Infrastruktur, deren Bedeutung in Trockenperioden besonders sichtbar wird. Je knapper Wasser regional wird, desto wichtiger wird es, vorhandene Ressourcen möglichst effizient zu nutzen.

EVN spart täglich 1,5 Millionen Liter Trinkwasser

Wie konkret dieser Ansatz sein kann, zeigt die EVN in Niederösterreich. EVN Wasser betreibt 100 Brunnen und 112 Hochbehälter mit insgesamt 217.000 Kubikmetern Speichervolumen. Das Leitungsnetz umfasst rund 3.340 Kilometer. Pro Jahr fließen etwa 32 Millionen Kubikmeter Wasser durch das System; versorgt werden rund 650.000 Menschen im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Getreu der Devise "jeder Tropfen Wasser zählt" überprüft die EVN Wasser ihre Trinkwasserleitungen deshalb regelmäßig mit akustischer Leckortung. Spezialgeräte erfassen Signale, anhand derer undichte Stellen lokalisiert werden können. Nach der Reparatur wird erneut gemessen. Die Größenordnung der Einsparung ist beachtlich. Nach Angaben der EVN können durch diese punktgenauen Sanierungen rund 1,5 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag eingespart werden. Auf ein Jahr gerechnet sind es rund 550 Millionen Liter - nach Unternehmensangaben ungefähr der Jahresverbrauch von 10.000 Menschen. Das Beispiel passt unmittelbar zur europäischen Wasserstrategie. Zusätzliche Ressourcen zu erschließen ist nur eine Seite der Versorgungssicherheit. Die andere besteht darin, Verluste in der bestehenden Infrastruktur zu vermeiden.

Neue Anlagen erhöhen die Versorgungssicherheit

Die EVN setzt deshalb nicht nur bei der Wartung bestehender Leitungen an. Die Trinkwasserversorgung gehört weiterhin zu den Investitionsschwerpunkten des Konzerns. Ein aktuelles Projekt ist die achte Naturfilteranlage in Reisenberg. Nach dem jüngsten Stand soll sie im Oktober 2026 in Betrieb gehen und künftig rund 20.000 Kundinnen und Kunden in sieben Gemeinden versorgen. Rund 9,4 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Die Anlage arbeitet mit Membrantechnologie und soll die Wasserhärte im Versorgungsgebiet von etwa 18 auf zehn bis zwölf deutsche Härtegrade reduzieren. Die Enthärtung erfolgt dabei physikalisch über sehr feine Membranen. Für die langfristige Versorgungssicherheit zählt jedoch nicht nur die Aufbereitung. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, Wasser zwischen Regionen zu transportieren, Speicher vorzuhalten und auf lokale Engpässe zu reagieren. Genau deshalb sind überregionale Leitungsnetze und Hochbehälter ein wesentlicher Teil der Wasserinfrastruktur.

Resilienz wird zum Investitionsthema

Severn Trent und die EVN zeigen zwei unterschiedliche Größenordnungen desselben Trends. In Großbritannien entsteht mit den geplanten Rahmenverträgen von bis zu 25 Milliarden Pfund eine langfristige Plattform für enorme Infrastrukturprogramme. In Niederösterreich geht es um ein kleineres Versorgungsgebiet, aber ebenfalls um Leitungsnetze, Speicher, Aufbereitung und die Reduzierung von Wasserverlusten. Für Anleger unterscheidet sich Wasser dabei von vielen konjunkturabhängigen Märkten. Trinkwasserversorgung ist grundlegende Infrastruktur. Das bedeutet allerdings nicht, dass Investitionen automatisch hohe Renditen erzeugen. Gerade bei regulierten Versorgern entscheiden regulatorische Rahmenbedingungen, Finanzierungskosten und die effiziente Umsetzung darüber, wie sich hohe Investitionen wirtschaftlich auswirken. Gleichzeitig steigt der Handlungsdruck. Die Europäische Kommission verbindet Wasserresilienz inzwischen ausdrücklich mit moderner Infrastruktur, weniger Leckagen und höherer Wassereffizienz. Damit wird aus einem Umwelt- zunehmend auch ein Infrastruktur- und Kapitalthema.

Fazit

Bis zu 25 Milliarden Pfund für künftige Wasser- und Abwasserprojekte bei Severn Trent zeigen, welche Dimension der Investitionsbedarf erreichen kann. Europa muss seine Wassersysteme gleichzeitig gegen Trockenheit und andere Extremereignisse absichern, Verluste reduzieren und bestehende Infrastruktur modernisieren. Bei der EVN lässt sich diese Entwicklung bereits an konkreten Maßnahmen beobachten. Akustische Leckortung spart nach Unternehmensangaben rund 550 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in Leitungsinfrastruktur, Speicher und moderne Naturfilteranlagen.

Wasserresilienz entsteht damit nicht durch ein einzelnes Großprojekt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gewinnung, Speicherung, Aufbereitung, Transport und möglichst verlustarmem Betrieb der Netze. Genau diese Infrastruktur dürfte angesichts wachsender Anforderungen weiter an Bedeutung gewinnen - auch für die EVN AG (ISIN: AT0000741053).


Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler EVN" und/oder "Nebenwerte".

Quellen:

Severn Trent

EVN

  • EVN - Naturfilteranlage Reisenberg - Inbetriebnahme, Technologie, Investitionsvolumen und Versorgungsgebiet
    https://www.evn.at/home/wasser/aktuelles/nfa-reisenberg

Europäische Kommission

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