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Jeden Tag verschifft BHP Group Limited (ISIN: AU000000BHP4) über seine Anlagen in Port Hedland Eisenerz im Wert von rund 80 Mio. US-Dollar. Diese von Reuters genannte Zahl zeigt, welche gewaltigen wirtschaftlichen Dimensionen hinter dem Bergbau in Western Australia stehen. Aktuell rückt Port Hedland wegen schwieriger Tarifverhandlungen zwischen BHP und Gewerkschaften wieder in den Fokus. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) ist jedoch ein anderer Aspekt interessant: Western Australia ist inzwischen ein zentraler Markt des Wassertechnologieunternehmens. Rund 49 Prozent des Konzernumsatzes wurden dort im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftet. Und mit Wassertechnik, Pumpen, Spezialchemikalien und langfristigen Services liefert De.mem genau jene Art von Infrastruktur, die eine der größten Bergbauregionen der Welt dauerhaft benötigt.
BHP verschifft Eisenerz für 80 Millionen Dollar am Tag
Port Hedland gehört zu den wichtigsten Knotenpunkten des weltweiten Rohstoffhandels. Der Hafen gilt als größter Eisenerz-Verladehafen der Welt und ist für die australische Exportwirtschaft von enormer Bedeutung. Allein BHP verschifft über seine Anlagen dort laut Reuters täglich Eisenerz im Wert von rund 80 Mio. US-Dollar. Wie kritisch die Infrastruktur ist, zeigen derzeit die Tarifverhandlungen zwischen BHP und den Gewerkschaften. Die Gespräche über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag für Beschäftigte im Hafenbereich wurden Anfang September zunächst ohne Einigung beendet. Weitere Verhandlungen sollen unter Vermittlung der Fair Work Commission stattfinden. Für Anleger macht der Konflikt vor allem eines sichtbar: Schon einzelne Teile der Infrastruktur in Western Australia bewegen jeden Tag Rohstoffe im Wert von zweistelligen Millionenbeträgen.
Hinter Port Hedland steckt ein gigantisches Minensystem
BHPs Western Australia Iron Ore - kurz WAIO - besteht nicht nur aus einzelnen Minen. Das Unternehmen betreibt ein integriertes System aus vier Processing Hubs und fünf Mining Hubs, die über mehr als 1.000 Kilometer Eisenbahninfrastruktur mit den Hafenanlagen in der Pilbara verbunden sind. Zu den Standorten gehören unter anderem South Flank, Jimblebar, Newman Operations, Yandi und Mining Area C. Erz wird dort gefördert und aufbereitet, anschließend über das eigene Schienennetz nach Port Hedland transportiert und von dort auf den Weltmarkt verschifft. Die Größenordnung ist entsprechend enorm. Für das Geschäftsjahr 2026 hatte BHP für Western Australia Iron Ore eine Produktion zwischen 284 und 296 Mio. Tonnen auf 100-Prozent-Basis angepeilt. Damit gehört WAIO zu den größten integrierten Bergbausystemen der Welt.
BHP investiert weiter in Port Hedland
Und dieses System wird weiterentwickelt. BHP hat mit der Umsetzung des sogenannten CD6-Projekts und der dazugehörigen Infrastruktur in Port Hedland begonnen. Dadurch soll langfristig die Fähigkeit geschaffen werden, eine Produktion von mehr als 305 Mio. Tonnen pro Jahr auf 100-Prozent-Basis aufrechtzuerhalten. BHP erwartet diese zusätzliche Kapazität ab dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2028. Die Investitionen sollen unter anderem geplante Erneuerungen großer Car Dumper ausgleichen und gleichzeitig die Möglichkeiten zum Mischen und Sieben des Erzes im Hafen verbessern. Trotz jüngster Spekulationen über eine mögliche Beteiligung eines Partners an Teilen des WAIO-Geschäfts stellte BHP Anfang September ausdrücklich klar: Western Australia Iron Ore bleibe zentral für das Portfolio und der Konzern sei Western Australia weiterhin vollständig verpflichtet.
Western Australia ist auch für De.mem zum Kernmarkt geworden
Genau diese Region spielt inzwischen auch für De.mem eine immer größere Rolle. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 49 Prozent des Konzernumsatzes auf Western Australia. Damit stammt inzwischen fast jeder zweite Umsatzdollar des Unternehmens aus einem Bundesstaat, dessen Wirtschaft stark vom Bergbau geprägt ist. De.mem hat seine Präsenz dort über mehrere Jahre ausgebaut. Zum Geschäft gehören inzwischen De.mem-Capic, Auswater Systems und Core Chemicals. Dadurch hat sich auch das Angebot verändert. De.mem verkauft nicht mehr nur klassische Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen. Die Gruppe bietet Bergbau- und Industriekunden inzwischen unter anderem Pumpen, Pumpenservice, Spezialchemikalien, Membranen, Verbrauchsmaterialien sowie langfristige Operations-&-Maintenance-Leistungen an.
Eine Mine braucht weit mehr als Fördertechnik
Die Verbindung zum Bergbau entsteht dabei über die Infrastruktur hinter der eigentlichen Rohstoffförderung. Große Minen benötigen Wasser für verschiedene Betriebs- und Aufbereitungsprozesse. Trink- und Brauchwasser müssen bereitgestellt, Abwasser behandelt und Pumpensysteme betrieben und gewartet werden. Hinzu kommen je nach Prozess Chemikalien, Filter, Membranen und andere Verbrauchsmaterialien.
Genau deshalb kann die enorme Größenordnung von Western Australias Mining-Industrie für spezialisierte Zulieferer interessant sein. Selbst wenn Rohstoffpreise schwanken, müssen bestehende Großminen weiter betrieben und ihre Infrastruktur gewartet werden. Für De.mem ist dieser Aspekt besonders relevant, weil ein großer Teil des Geschäfts auf wiederkehrenden Leistungen basiert.
Rund 90 Prozent wiederkehrendes Geschäft
Im ersten Halbjahr 2026 stammten rund 90 Prozent der Umsätze beziehungsweise Zahlungseingänge von De.mem aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. Dazu zählen Operations-&-Maintenance- und Build-Own-Operate-Verträge ebenso wie Wartungsleistungen, Pumpen, Membranersatz, Spezialchemikalien und andere Verbrauchsmaterialien. Für das Mining-Geschäft ist diese Struktur interessant. Eine große Mine kann über Jahrzehnte produzieren. Während dieser Zeit müssen Pumpen gewartet, Wasseranlagen betrieben und Verbrauchsmaterialien regelmäßig ersetzt beziehungsweise nachbestellt werden. Ein gewonnener Bergbaukunde kann deshalb über einen langen Zeitraum Umsatz erzeugen, ohne dass De.mem jedes Jahr eine komplett neue Anlage verkaufen muss.
Core Chemicals verbreitert die Mining-Story
Mit der Ende 2025 abgeschlossenen Übernahme von Core Chemicals hat De.mem seine Position im Bergbau zusätzlich verstärkt. Core Chemicals liefert Spezialchemikalien für die Goldgewinnung und die Rückgewinnung von Gold aus Raffinerierückständen an Minenkunden in Western Australia. Vor der Übernahme verfügte Core Chemicals nach Angaben von De.mem über 18 Goldminenkunden in Western Australia. De.mem selbst belieferte bereits 15 Goldminen. Damit entstand eine kombinierte Kundenbasis von 33 Minen.
Für De.mem ist vor allem das Cross-Selling interessant. Bestehenden Chemikalienkunden können grundsätzlich weitere Produkte wie Pumpen oder Wassertechnik angeboten werden. Umgekehrt können bestehende De.mem-Kunden für das Spezialchemikaliengeschäft interessant werden. Seit der Übernahme von Core Chemicals hat De.mem nach eigenen Angaben bereits neue Kunden gewonnen und weitere Angebote an potenzielle Kunden abgegeben.
De.mem wächst mit Western Australia
Parallel dazu hat sich die operative Entwicklung des Konzerns deutlich verbessert. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte De.mem einen Rekordumsatz von 17,6 Mio. AUD, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahlungseingänge erhöhten sich um 28 Prozent auf 20,0 Mio. AUD. Damit verzeichnete das Unternehmen bereits das 29. Quartal in Folge höhere Cash Receipts als im jeweiligen Vorjahresquartal. Auch die Profitabilität entwickelte sich deutlich. Das bereinigte EBITDA erreichte 1,582 Mio. AUD und lag damit 185 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2025. 2025 war allerdings erst das erste vollständige Kalenderjahr mit positivem bereinigtem EBITDA. Die positive Profitabilitätshistorie ist damit weiterhin relativ kurz.
80 Millionen Dollar sind kein Auftrag für De.mem
Für Anleger ist auch bei dieser Story die Abgrenzung wichtig. Die rund 80 Mio. US-Dollar Eisenerz, die BHP täglich über Port Hedland verschifft, sind kein Umsatzpotenzial, das unmittelbar De.mem zugerechnet werden kann. Auch die aktuellen Tarifverhandlungen bei BHP stehen in keinem bekannten Zusammenhang mit De.mem. Die Zahl verdeutlicht vielmehr die wirtschaftliche Dimension des industriellen Ökosystems, in dem De.mem in Western Australia tätig ist. Je größer und langlebiger Minen, Aufbereitungsanlagen und die dazugehörige Infrastruktur sind, desto größer ist grundsätzlich auch der Markt für Wartung, Pumpen, Wasseraufbereitung, Chemikalien und andere industrielle Dienstleistungen. Ob De.mem davon zusätzliche Marktanteile gewinnt, hängt weiterhin davon ab, neue Aufträge zu gewinnen und die Cross-Selling-Strategie erfolgreich umzusetzen.
Fazit: BHP zeigt die Dimension - De.mem baut seine Position im Hintergrund aus
80 Mio. US-Dollar Eisenerz pro Tag über die Anlagen von Port Hedland: Die Zahl macht sichtbar, welche Dimension Western Australias Bergbauindustrie erreicht hat. BHP betreibt dort ein integriertes System aus Minen, Aufbereitungszentren, mehr als 1.000 Kilometern Schiene und Hafenanlagen. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter in seine Port-Hedland-Infrastruktur und bezeichnet Western Australia Iron Ore ausdrücklich als zentralen Bestandteil seines Portfolios. Für De.mem liegt die Chance nicht im Eisenerzpreis selbst, sondern in der Infrastruktur hinter solchen Minensystemen. Mit Wasser- und Abwassertechnik, Pumpen, Spezialchemikalien, Verbrauchsmaterialien und langfristigen Services hat das Unternehmen sein Angebot für Bergbaukunden deutlich verbreitert. Rund 49 Prozent des Konzernumsatzes stammen inzwischen aus Western Australia und rund 90 Prozent des Geschäfts sind wiederkehrender Natur.
Ein konkreter neuer Auftrag von BHP lässt sich daraus nicht ableiten. Doch die gewaltige Größenordnung von Western Australias Mining-Industrie zeigt, in welchem Markt sich De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) zunehmend positioniert - und warum selbst die Infrastruktur im Hintergrund eines Rohstoffbooms für spezialisierte Zulieferer langfristig interessant sein kann.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
Reuters - BHP, union talks for Port Hedland iron ore workers to stretch into next week, 8. September 2026
https://www.reuters.com/business/world-at-work/bhp-union-talks-port-hedland-iron-ore-workers-stretch-into-next-week-2026-09-08/
BHP - Response to media speculation regarding Western Australia Iron Ore, 4. September 2026
https://www.bhp.com/news/media-centre/releases/2026/09/response-to-media-speculation-regarding-western-australia-iron-ore
BHP - Western Australia
https://www.bhp.com/what-we-do/global-locations/australia/western-australia
BHP - Results for the half year ended 31 December 2025
https://www.bhp.com/-/media/documents/media/reports-and-presentations/2026/260217_bhpresultsforthehalfyearended31dec2025_exchangerelease.pdf
De.mem - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://www.listcorp.com/asx/dem/de.mem-limited/news/dem-record-half-year-results-3396535.html
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