FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Montag den wieder deutlich gestiegenen Ölpreisen getrotzt und moderat zugelegt. Geopolitisch gibt es wenig Neues und so warten die Anleger ab, da US-Präsident Donald Trump in dieser Woche weitere Gespräche mit dem Iran erwartet.
Die Ölrisiken blieben der wichtigste Unsicherheitsfaktor und hielten die Kauflaune an den Aktienmärkten in Grenzen, hieß es von "Index Radar". Mit aktuell über 107 US-Dollar je Barrel notiere der Brent-Ölpreis "wieder in Schlagdistanz zu den jüngsten Hochs". Dennoch bleiben die Experten des Finanz- und Börsenanalyse-Portals gelassen: Auch wenn der Monat September mit aktuell etwas mehr als drei Prozent Verlust schwach gewesen sei für den Dax, gebe es keinen Grund zur Sorge.
Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent auf 25.472 Punkte zu. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen zeigte sich unterdessen mit 31.026 Zählern fast unverändert.
Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios", das sich auf zwei verschiedene Quellen beruft, wird bereits zu Wochenbeginn mit einer weiteren Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran gerechnet. Die Stimmung bleibt aber angesichts der verhärteten Fronten zwischen den beiden Kriegsparteien anfällig für schlechte Nachrichten aus Nahost. Die Ölpreise legten wieder zu, nachdem Trump einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöl-Lieferungen wichtigen Straße von Hormus als nicht annehmbar bezeichnet hatte.
Unter den Einzelwerten rückten erneut BASF in den Blick, die als einer der schwächsten Dax-Werte 1,4 Prozent verloren. Analysten beschäftigten sich mit der strategischen und finanziellen Logik einer möglichen Übernahme von Evonik . Bernstein-Analyst James Hooper etwa senkte sein Kursziel etwas und schrieb: Die reinen Zahlen erschienen attraktiv, die Anlagestory würde allerdings grundsätzlich komplexer.
Sartorius nahm unterdessen die Spitze im MDax ein mit plus 3,4 Prozent. Hier wies Analyst Charlie Haywood von der Bank of America in einem Ausblick auf die in rund einem Monat erwarteten Quartalszahlen darauf hin, dass der Analystenkonsens den Einfluss von Zollrückerstattungen wohl nicht sauber berücksichtigt habe. Auf bereinigter Basis glaubt er an ein solides Quartal.
Renk dagegen litten mit minus 1,8 Prozent unter einem Kommentar von JPMorgan, der sich ebenfalls mit den anstehenden Quartalszahlen beschäftigte. Analyst David Perry rechnet damit, dass das operative Ergebnis des Spezialgetriebe-Herstellers für die Rüstungsindustrie im dritten Quartal "etwas enttäuschen" könnte.
Im Kleinwerte-Index SDax zogen insbesondere Redcare Pharmacy und Südzucker die Blicke auf sich. So hob die Online-Apotheke, getrieben vom Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, ihren Umsatzausblick an. Die Aktie sprang daraufhin um rund 10 Prozent hoch.
Auch für das Papier des Zuckerherstellers war es zeitweise deutlich nach oben gegangen mit fast 8 Prozent. Zuletzt stand dagegen nur noch ein Plus von 2,6 Prozent zu Buche. Zwar waren die vorgelegten Quartalszahlen stark ausgefallen, doch - so sagte ein Händler - könne die nur am unteren Ende angehobene operative Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 mit dem Umsatz nicht Schritt halten. Zudem wurde moniert, dass es keine neuen Informationen zum Zucker-Segment gegeben habe. Dieses aber sei weiterhin der entscheidende Faktor für die Geschäftsjahreszahlen 2027/28, hieß es./ck/stk
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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