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Small- & Micro Cap Investment
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125,8 Mio. AUD Umsatz, 850 Mio. AUD Orderbuch, 500 Tonnen China-Ziel: Wie DroneShield, EOS und First Graphene aus Australien global skalieren

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Australien ist geografisch weit von vielen der größten Industrie- und Verteidigungsmärkte entfernt. Für einige ASX-Unternehmen wird das Land trotzdem zunehmend zum Ausgangspunkt globaler Technologiegeschäfte. DroneShield, Electro Optic Systems und First Graphene zeigen drei sehr unterschiedliche Wege, wie aus australischer Entwicklung internationale Umsätze, Produktionsstandorte und Kundenbeziehungen entstehen können.

Die Zahlen verdeutlichen die Spannweite. DroneShield erzielte im ersten Halbjahr 2026 bereits 125,8 Mio. AUD Umsatz. Electro Optic Systems meldete im September ein Orderbuch von rund 850 Mio. AUD. First Graphene (ISIN: AU000000FGR3) arbeitet dagegen noch in einer deutlich früheren Kommerzialisierungsphase, besitzt für China aber einen klaren Schwellenwert: Bei 500 Tonnen PureGRAPH CEM soll nach der aktuellen Vereinbarung der Übergang zu lokaler Produktion möglich werden.

DroneShield verdient inzwischen den Großteil seines Geldes außerhalb Australiens

DroneShield (ISIN: AU000000DRO2) ist inzwischen kaum noch als rein australisches Verteidigungsunternehmen zu beschreiben. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 52% des Umsatzes aus Europa und Großbritannien, weitere 17% aus den USA. Der asiatisch-pazifische Raum stand dagegen nur für 9%.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 74% auf 125,8 Mio. AUD. Noch stärker wuchs das wiederkehrende Geschäft: Subscription- und andere Recurring-Revenues erreichten 11,5 Mio. AUD und legten damit um 229% zu. Mehr als 4.000 softwarefähige Systeme waren bereits im Feld.

Damit verändert sich das Geschäftsmodell. DroneShield verkauft nicht nur Hardware wie tragbare Störsysteme oder stationäre Sensoren. Immer wichtiger werden Software, KI-basierte Signalerkennung und laufende Updates auf einer installierten Gerätebasis.

Die internationale Expansion zeigt sich inzwischen auch in großen Einzelaufträgen. Im Juni sicherte sich DroneShield einen Vertrag im Wert von bis zu 24,9 Mio. US-Dollar für eine US-amerikanische Joint Interagency Task Force. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Präsenz in Australien weiter ausgebaut und erst im September ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Adelaide eröffnet.

EOS baut nicht nur Exportumsatz, sondern lokale Infrastruktur

Electro Optic Systems (ISIN: AU000000EOS8) geht noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen exportiert seine Waffensysteme und Gegen-Drohnen-Technologien nicht nur aus Australien, sondern baut zunehmend eigene regionale Strukturen auf.

Mit der Übernahme von MARSS hat EOS 2026 eine europäische Plattform für KI-gestützte Command-and-Control-Systeme geschaffen. In Frankreich sollen mehr als 10 Mio. Euro in einen neuen C2- und AI-Hub investiert werden. Bis zu 150 Arbeitsplätze sind dort über drei Jahre geplant.

Parallel baut EOS sein Geschäft im Nahen Osten aus. Im Juni meldete das Unternehmen einen Auftrag über 124 Mio. US-Dollar für Slinger-Gegen-Drohnen-Systeme in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Systeme sollen sowohl in Australien als auch in den UAE produziert werden. Hinzu kamen neue Marine- und Counter-Drone-Aufträge sowie Geschäft in den USA.

Diese Entwicklung schlägt inzwischen deutlich auf die Finanzzahlen durch. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 sprang nach Unternehmensangaben um 280% auf fast 169 Mio. AUD. Gleichzeitig erreichte das Orderbuch rund 850 Mio. AUD. Für das Gesamtjahr hob EOS seine Umsatzprognose auf 360 bis 400 Mio. AUD an.

First Graphene baut ein anderes globales Modell

First Graphene ist mit DroneShield oder EOS von der Umsatzgröße nicht vergleichbar. Der interessante Vergleich liegt an einer anderen Stelle: Auch hier reicht es längst nicht mehr, ein Produkt in Australien zu entwickeln und anschließend einfach in alle Welt zu verschicken.

Mit der Übernahme der Vermögenswerte von MITO Material Solutions hat First Graphene 2026 eine direkte kommerzielle Plattform in den USA geschaffen. Dazu gehören funktionalisierte Graphenprodukte, vorhandene Umsätze und mehr als 25 Kunden in fortgeschrittenen Testphasen.

Die Strategie ist bewusst anders als ein reiner Export aus Henderson. Die bisherige MITO-Chefin Haley Keith wechselte in die Geschäftsentwicklung von First Graphene und soll bestehende Kundenbeziehungen sowie neue Anwendungen direkt im US-Markt weiterentwickeln.

Gerade bei Verbundwerkstoffen, Defence und Aerospace kann eine lokale technische Präsenz wichtiger sein als reine Produktionskapazität. Kunden benötigen Unterstützung bei Formulierungen, Prüfprozessen und Materialauswahl, bevor aus einem erfolgreichen Test ein Serienprodukt wird.

China könnte aus Export später lokale Produktion machen

Beim chinesischen Zementgeschäft verfolgt First Graphene wiederum ein anderes Modell. Sixth Element soll PureGRAPH CEM zunächst im größten Zementmarkt der Welt validieren und vertreiben. Erst wenn bestimmte Absatzmengen erreicht werden, soll sich die Struktur verändern.

CEO Michael Bell hat die Schwellen inzwischen konkretisiert. Bei 200 Tonnen sollen Gespräche über Lizenzierung oder ein Joint Venture beginnen. Bei 500 Tonnen könnte die lokale Produktion in China aktiviert werden.

Das ist strategisch interessant, weil First Graphene damit Investitionen an reale Nachfrage koppelt. Das Unternehmen muss nicht auf Verdacht eine Fabrik in China errichten. Erst wenn Kunden genügend Material kaufen, wird der nächste Schritt ausgelöst.

Bell bezeichnet 200 oder 500 Tonnen für die Zementindustrie als kleine Mengen. Für einen Graphenhersteller wären sie dagegen erheblich. First Graphene besitzt heute eine etablierte Jahreskapazität von rund 100 Tonnen Graphenpulver, während die wasserbasierte PureGRAPH-CEM-Formulierung in deutlich größeren Mengen hergestellt werden kann.

Drei Unternehmen, drei völlig verschiedene Wege in die Welt

DroneShield internationalisiert vor allem eine Hardware- und Softwareplattform. EOS kombiniert australische Produktion zunehmend mit regionalen Standorten, Akquisitionen und Fertigungspartnern. First Graphene baut Vertrieb, Materialentwicklung und perspektivisch lokale Produktion je nach Markt unterschiedlich auf.

Gerade diese Unterschiede machen den Vergleich interessant. Ein globales Geschäft entsteht nicht automatisch, weil das Produkt international einsetzbar ist. Verträge, Zulassungen, technische Betreuung, lokale Produktion und Kundenvertrauen müssen häufig in jeder Region neu aufgebaut werden.

DroneShield zeigt bereits, wie ein australisches Technologieunternehmen den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Europa, den USA und anderen internationalen Märkten erzielen kann. EOS geht mit einem Orderbuch von 850 Mio. AUD in die nächste Skalierungsstufe. First Graphene steht deutlich früher, schafft aber mit USA, China, Großbritannien und Australien inzwischen mehrere kommerzielle Brückenköpfe gleichzeitig.

Die Zahlen 125,8 Mio. AUD, 850 Mio. AUD und 500 Tonnen beschreiben deshalb drei völlig unterschiedliche Größen. Gemeinsam erzählen sie jedoch dieselbe größere Geschichte: Für einige der spannendsten ASX-Technologieunternehmen ist Australien inzwischen weniger der Endmarkt als vielmehr die industrielle Startrampe.


Quellen:

DroneShield - Investor Relations und 1H 2026

DroneShield - US-Task-Force-Auftrag

EOS - aktuelle globale Expansion und Orderbuch

EOS - Frankreich-Hub

First Graphene - MITO-Übernahme

First Graphene - China-Expansion

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First Graphene Limited
Land: Australien
ISIN: AU000000FGR3
First Graphene - First Graphene

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Enthaltene Werte: AU000000EOS8,AU000000FGR3,AU000000DRO2

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