(Neu: Kurs ins Minus gerutscht)
FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Viele Aktien aus dem europäischen Chipsektor haben am Donnerstag nicht nachhaltig von positiven Nachfragesignalen des US-Chipriesen Micron profitiert. Dieser hob zwar anfangs die Stimmung, doch am Gesamtmarkt prägten dann anziehende Ölpreise und weiter steigende Anleiherenditen das Börsen-Gesamtbild sehr negativ. Dem konnten sich die hiesigen Tech-Werte nicht entziehen, von denen viele ins Minus sackten.
Bei Micron treibt der KI-Boom die Geschäfte überraschend kräftig an, wie die nach US-Börsenschluss veröffentlichten Zahlen zeigten. Das US-Unternehmen überzeugte außerdem mit dem Ausblick, doch die Micron-Aktie selbst konnte davon auch nicht lange profitieren. Sie wurde vorbörslich zuletzt mit einem halben Prozent im Minus gehandelt, da es von Micron auch eine Warnung gab, dass steigende Kosten an der Marge zehrten.
"Der Speicherboom bei Micron wird nachhaltiger, aber auch teuer", kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes die Profitabilitätsperspektive der Amerikaner. "Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf die Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen", sagte sein Kollege Jochen Stanzl von der Consorsbank. Micron bleibe der KI-Branche einen neuen Impuls schuldig.
Eine Zeit lang sah es in Indikationen so aus, als ob der technologielastige Leitindex Nasdaq 100 über der Marke von 30.800 Punkten einen erneuten Rekord verbuchen könnte, doch dies zerschlug sich dann mit einem nur noch moderat erwarteten Plus. Andere US-Chipwerte wie Nvidia, Marvell Technology, AMD oder Intel verblieben vorbörslich allerdings mit bis zu 1,5 Prozent in der Gewinnzone.
In Deutschland erreichten die Infineon -Titel früh ein Hoch seit Mitte August. Nach dem Anstieg um bis zu 3,5 Prozent mussten Anleger des Chipkonzerns aber zeitweise um all ihre Gewinne bangen. Zuletzt behaupteten die Titel ein moderates Plus von 0,6 Prozent. Es half dem Kurs auch kaum, dass der Konzern viel Hoffnung in eine neu eröffnete Fabrik in Thailand setzt.
Die Aktien der deutschen Branchenausrüster Aixtron, Suss Microtec, Jenoptik, PVA Tepla und des Waferherstellers Siltronic ruschten am Donnerstag allesamt deutlich ins Minus. Aixtron etwa kamen um 3,3 Prozent von ihrem zuvor erreichten Dreiwochenhoch zurück./tih/gl/mis
US0079031078, DE0006231004, US4581401001, US5951121038, US67066G1040, DE0007461006, US6311011XXX, DE000WAF3001, DE000A1K0235, DE000A0WMPJ6, DE000A2NB601, US5738741041




