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Ein Soldat sitzt in einem gepanzerten Boxer, spricht in sein normales Headset - und kommandiert damit einen ganzen Schwarm autonomer Drohnen. Was nach Science-Fiction klingt, hat die Rheinmetall AG (ISIN: DE0007030009) jetzt gemeinsam mit dem australischen Defense-Tech-Unternehmen Breaker demonstriert. Der Versuch zeigt, wohin sich moderne Kriegsführung entwickelt: Künstliche Intelligenz verbindet bemannte Fahrzeuge mit immer mehr autonomen Systemen. Doch je größer diese digitalen und autonomen Flotten werden, desto wichtiger wird eine Ressource, die auf den ersten Blick wenig mit KI zu tun hat: Energie. Bereits 2025 entfielen 39,2 Prozent der weltweiten Batterienachfrage im Verteidigungsbereich auf Drohnen. Genau diese Entwicklung macht auch die Lieferketten hinter Batteriematerialien strategischer - und rückt Unternehmen wie Focus Graphite Inc. (ISIN: CA34416E8743) in den Blick.
Ein Boxer wird zur Kommandozentrale für autonome Systeme
Rheinmetall Defence Australia und das australische Start-up Breaker haben am 6. Oktober eine Kooperation für sogenanntes "Human Machine Teaming" bekannt gegeben. Breakers KI-basierter taktischer Orchestrierungs-Agent soll über die offene Architektur in den Boxer Combat Reconnaissance Vehicle integriert werden. Bei einer Demonstration steuerte ein einzelnes Besatzungsmitglied nach weniger als 30 Minuten Training einen Drohnenschwarm über das serienmäßige Mikrofon und Headset des Boxers. Gleichzeitig bediente die Person das Fahrzeug und erfüllte ihre regulären Aufgaben. Damit verändert sich die Rolle des gepanzerten Fahrzeugs: Es transportiert nicht mehr nur Soldaten und Waffen, sondern kann zum Knotenpunkt einer autonomen Formation werden. Sensoren und Drohnen können vorausgeschickt werden, während der Mensch geschützt im Fahrzeug bleibt.
KI macht aus einer Drohne einen ganzen Schwarm
Das ist der eigentliche Technologiesprung. Bisher benötigte ein unbemanntes System häufig einen eigenen Bediener. Künftig sollen KI und autonome Koordinierung ermöglichen, dass ein Mensch ganze Gruppen robotischer Systeme gleichzeitig führt. Bemerkenswert ist dabei auch, woher das Know-how kommt. Breaker wurde 2023 gegründet und wird von einem Team geführt, zu dem ehemalige Ingenieure von Anduril und DroneShield Ltd. (ISIN: AU000000DRO2) gehören. Rheinmetall und Breaker benötigten nach eigenen Angaben nur sechs Monate vom ersten Gespräch bis zur funktionierenden Demonstration auf dem Boxer. Rheinmetall liefert im Rahmen des australischen LAND400-Phase-2-Programms insgesamt 211 Boxer CRV. Die Fahrzeuge sollen voraussichtlich rund 30 Jahre im Einsatz bleiben. Die neue Softwarearchitektur könnte also zeigen, wie bestehende militärische Plattformen schrittweise zu Steuerzentralen für autonome Systeme werden.
Doch autonome Kriegsführung braucht Energie
Damit beginnt die Rohstoffgeschichte. Denn jede zusätzliche Drohne benötigt Sensorik, Kommunikation, Rechenleistung und Energie. Je mehr unbemannte Systeme gleichzeitig eingesetzt werden, desto wichtiger werden deshalb leistungsfähige und verlässliche Batterien. Neue Zahlen von Benchmark Mineral Intelligence zeigen bereits, wie schnell sich dieser Markt verändert. Weltweit erreichte die Batterienachfrage für Verteidigungsanwendungen 2025 rund 4,34 GWh. Noch ist das im Vergleich zum gesamten Batteriemarkt ein kleiner Bereich. Entscheidend ist jedoch die Verschiebung innerhalb des Marktes: Drohnen standen 2025 bereits für 39,2 Prozent der militärischen Batterienachfrage. Im Jahr 2020 waren es erst 20 Prozent. Benchmark bezeichnet Drohnen inzwischen als größten einzelnen Treiber der Batterienachfrage im Verteidigungsbereich. Hinzu kommen Batterien für Soldatenausrüstung, Militärbasen, Bodenfahrzeuge, Flugzeuge, U-Boote und andere Systeme.
Von der Batterie führt die Lieferkette zum Graphit
Nicht jede militärische Drohne verwendet dieselbe Batterietechnologie. Und aus dem Wachstum autonomer Systeme lässt sich deshalb keine konkrete zusätzliche Graphitmenge ableiten. Bei vielen Lithium-Ionen-Batterien spielt Graphit jedoch eine zentrale Rolle als aktives Material auf der Anodenseite. Damit entsteht eine strategische Frage: Woher kommen die Materialien, wenn westliche Staaten künftig deutlich größere Flotten autonomer Systeme produzieren wollen? Eine Drohne kann im eigenen Land entwickelt und montiert werden. Wenn zentrale Materialien für Batterie, Elektronik oder Antrieb jedoch aus stark konzentrierten ausländischen Lieferketten stammen, bleibt eine strategische Abhängigkeit bestehen. Genau deshalb verlagert sich die Diskussion über Verteidigungsfähigkeit zunehmend vom fertigen Waffensystem auf dessen gesamte industrielle Lieferkette.
Selbst Graphite One setzt jetzt auf Defense und Space
Dass diese Entwicklung nicht nur von Focus Graphite thematisiert wird, zeigt ein Blick auf einen nordamerikanischen Wettbewerber. Graphite One Inc. (ISIN: CA38871F1027) kündigte am 1. Oktober die Gründung einer neuen Sparte namens "G1 Advanced Systems" an. Die neue Einheit soll Anwendungen für Graphit und Graphen ausdrücklich über klassische Batterien und Energiespeicher hinaus entwickeln. Graphite One nennt dabei Energie, Verteidigung, nationale Sicherheit und Raumfahrt als Zielbereiche. Das ist ein interessantes Signal. Ein Unternehmen, dessen Strategie bislang stark auf eine amerikanische Graphit- und Anodenmaterial-Lieferkette ausgerichtet war, positioniert Graphit nun zusätzlich als Material für Defense und Advanced Technologies. Die Rohstoffindustrie reagiert damit auf denselben technologischen Wandel, den Rheinmetalls Drohnenschwarm sichtbar macht.
Focus produziert erstmals Qualifizierungsmaterial im größeren Maßstab
Focus entwickelt das Lac-Knife-Projekt in Québec und versucht gleichzeitig, aus dem dortigen Naturgraphit spezifikationsgerechte Materialien für anspruchsvollere Anwendungen zu entwickeln. Im Juli meldete Focus die Ergebnisse eines größeren Pilotprogramms. Rund acht Tonnen Lac-Knife-Erz wurden bei SGS Canada verarbeitet. Der durchschnittliche Kohlenstoffgehalt des Ausgangsmaterials lag bei 18,9 Prozent. Daraus entstanden etwa 850 Kilogramm Graphitkonzentrat mit 95,0 bis 98,7 Prozent Kohlenstoff. Entscheidend ist, dass dieses Ergebnis allein durch mechanische Aufbereitung erreicht wurde - noch ohne chemische oder thermische Reinigung. Das produzierte Material wird nun für weitere Reinigungs-, Batterie- und Spezialgraphitprogramme eingesetzt. Focus nennt dabei ausdrücklich höherwertige Lithium-Ionen-Anwendungen für unbemannte Systeme in der Luft, an Land und im maritimen Bereich sowie Verteidigung, Energiespeicher und industrielle Anwendungen.
Der nächste Schritt ist nicht die Mine, sondern die Qualifizierung
Genau hier liegt eine häufig unterschätzte Hürde. Graphit im Boden ist noch kein Batteriematerial. Nach dem Abbau folgen je nach Anwendung Aufbereitung, Reinigung, Mikronisierung, Sphäronisierung, Beschichtung und schließlich die Qualifizierung beim Kunden. Focus arbeitet deshalb unter anderem mit dem US-Unternehmen Forge Nano zusammen. Dabei wird Naturgraphit aus Lac Knife mit einer sogenannten Atomic-Layer-Deposition-Technologie beschichtet und anschließend elektrochemisch untersucht. Das Ziel ist, Daten zu Zyklenlebensdauer, Schnellladefähigkeit und Materialstabilität zu gewinnen. Focus und Forge Nano nennen ausdrücklich anspruchsvolle Batterie-, Industrie- und Defense-Anwendungen als mögliche Zielmärkte. Noch handelt es sich um Entwicklungsarbeit und nicht um eine kommerzielle Lieferbeziehung.
Bis zu 99,9996 Prozent Reinheit zeigen eine zweite Möglichkeit
Parallel arbeitet Focus an sehr hohen Reinheitsgraden. Bei früheren elektrothermischen Tests erreichte Lac-Knife-Material 99,9996 Gewichtsprozent Kohlenstoff beziehungsweise 5N+ und eine Equivalent Boron Concentration von 2,03 ppm. Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass Focus bereits qualifizierter Lieferant der Verteidigungs-, Nuklear- oder Raumfahrtindustrie ist. Sie zeigen jedoch, dass Lac-Knife-Material technisch auf sehr hohe Reinheitsgrade gebracht werden konnte. Für Focus eröffnet das potenziell Anwendungen außerhalb klassischer EV-Batterien - allerdings erst dann, wenn weitere Tests, Skalierung und Kundenqualifizierung erfolgreich verlaufen.
Der KI-Rüstungsboom verändert deshalb auch die Rohstofffrage
Rheinmetalls neue Demonstration macht sichtbar, wohin sich militärische Technologie bewegt. Ein einzelner Bediener kann künftig nicht mehr nur ein Fahrzeug steuern, sondern gleichzeitig ganze Teams autonomer Systeme koordinieren. Damit kann die Zahl elektronischer und batteriebetriebener Plattformen auf dem Gefechtsfeld schneller wachsen als die Zahl ihrer menschlichen Bediener. Genau deshalb ist der entscheidende Engpass der nächsten Rüstungsgeneration möglicherweise nicht nur Software. Autonome Systeme brauchen Hardware, Energie und Materialien. Je größer die Flotten werden, desto wichtiger werden belastbare Lieferketten dahinter.
Fazit
Rheinmetalls sprachgesteuerter Drohnenschwarm zeigt eindrucksvoll, wie KI die militärische Nutzung autonomer Systeme verändern kann. Gleichzeitig belegen die Zahlen von Benchmark, dass Drohnen bereits heute der größte Treiber der Batterienachfrage im Verteidigungsbereich sind. Dass Graphite One wenige Tage zuvor eine eigene Sparte für Graphit- und Graphenanwendungen in Defense, National Security und Space gegründet hat, unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung des Materials. Für Focus Graphite Inc. (ISIN: CA34416E8743) ist das eine interessante Entwicklung, aber noch kein kommerzieller Erfolg. Es gibt keine bekannte Lieferbeziehung zu Rheinmetall, DroneShield oder den genannten militärischen Programmen. Focus muss Lac Knife weiterentwickeln, Verarbeitungstechnologien skalieren und sein Material erfolgreich bei potenziellen Kunden qualifizieren. Mit bis zu 98,7 Prozent Kohlenstoff nach rein mechanischer Aufbereitung, 5N+-Ergebnissen nach elektrothermischer Reinigung und laufenden Entwicklungsprogrammen für Batterie- und Defense-Anwendungen versucht das Unternehmen jedoch genau dort anzusetzen, wo der technologische Wandel eine neue Frage aufwirft: Wenn künftig ein Soldat einen ganzen Schwarm autonomer Systeme steuern kann - wer liefert dann die Materialien für all die Energie dahinter?
Quelle:
Rheinmetall - Rheinmetall und Breaker bündeln ihre Kräfte, um "Human Machine Teaming" in gepanzerte Fahrzeuge zu integrieren, 06.10.2026
https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2026/10/2026-10-06-rheinmetall-integriert-human-machine-teaming-in-gepanzerte-fahrzeuge
Benchmark Mineral Intelligence - Drones are the largest driver of defence industry battery demand, 21.08.2026
https://source.benchmarkminerals.com/article/drones-are-the-largest-driver-of-defence-industry-battery-demand
Benchmark Mineral Intelligence - Battery demand from defence applications launched in Benchmark's Non-road Mobile Machinery report, 28.07.2026
https://source.benchmarkminerals.com/article/battery-demand-from-defence-applications-launched-in-benchmark-s-non-road-mobile-machinery-report
Graphite One - Graphite One Announces Creation of G1 Advanced Systems Division, 01.10.2026
https://www.graphiteoneinc.com/graphite-one-announces-creation-of-g1-advanced-systems-division-and-marketing-campaign-update/
Focus Graphite - Focus Graphite Achieves Up to 98.7% Carbon Concentrate Through Mechanical Processing and Activates Downstream Qualification Platform, 28.07.2026
https://focusgraphite.com/focus-graphite-achieves-up-to-98-7-carbon-concentrate-through-mechanical-processing-and-activates-downstream-qualification-platform/
Focus Graphite - Focus Graphite Initiates Joint Development with Forge Nano to Evaluate Advanced Coating Technology for Lac Knife Graphite, 09.04.2026
https://focusgraphite.com/focus-graphite-initiates-joint-development-with-forge-nano-to-evaluate-advanced-coating-technology-for-lac-knife-graphite/
Focus Graphite - Focus Graphite Achieves 99.9996 wt% Ultra-High Purity and 2.03 ppm EBC in Follow-On Testing, 11.12.2025
https://focusgraphite.com/focus-graphite-achieves-99-9996-wt-ultra-high-purity-and-2-03-ppm-ebc-in-follow-on-testing/
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Focus Graphite Inc.
ISIN: CA34416E8743
https://focusgraphite.com/
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