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Über 2.000 Kilometer Reichweite: Warum Deutschlands Raketenpläne die Rohstofffrage aufwerfen

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Deutschland und Großbritannien melden Fortschritte bei der Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen. Das gemeinsame Vorhaben soll eine Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern erreichen und noch in diesem Jahrzehnt eine entsprechende Fähigkeit bereitstellen. Das bekräftigten die Verteidigungsminister Boris Pistorius und Wes Streeting nach ihrem Treffen am 2. November.

Das Projekt gehört zur deutsch-britischen Verteidigungskooperation unter dem Trinity-House-Abkommen. Beide Regierungen verbinden damit das Ziel, Europas Beitrag zur NATO zu stärken und industrielle Kapazitäten in beiden Ländern aufzubauen. Für die beteiligten Industrien stellt sich damit auch die Frage, wie zuverlässig sie auf spezialisierte Vorprodukte und Rohstoffe zugreifen können.

Rheinmetall zeigt die Dimension des Produktionsausbaus

Wie stark die Fertigung in Europa wachsen soll, zeigt Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) mit einem separaten Vorhaben. Der Düsseldorfer Konzern will bis 2030 jährlich rund 1,5 Millionen Artilleriegeschosse im Kaliber 155 Millimeter produzieren. Im September meldete er einen weiteren Auftrag für Artilleriemunition im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Solche Bestellungen geben Herstellern einen konkreten Anlass, bestehende Standorte auszubauen und in neue Fertigung zu investieren.

Artilleriemunition und weitreichende Präzisionswaffen haben unterschiedliche Lieferketten. Gemeinsam ist beiden Vorhaben die industrielle Aufgabe, zusätzliche Kapazitäten mit einer verlässlichen Versorgung zu unterlegen. Die deutsch-britische Erklärung nennt weder eine Materialliste noch einen Antimonbedarf oder einen Lieferanten für das Präzisionswaffenprojekt. Die Bedeutung von Antimon lässt sich jedoch an einem anderen, konkret dokumentierten Teil der Verteidigungsindustrie zeigen.

Warum die US Army in Antimonverarbeitung investiert

Antimon ist in der zivilen Industrie unter anderem für Flammschutzmittel und Bleilegierungen relevant. Im Verteidigungsbereich kommt eine spezialisierte Form von Antimontrisulfid in bestimmten Zündmitteln zum Einsatz. Nach Angaben von Perpetua Resources (ISIN: CA7142661031) ist diese Verbindung für mehr als 300 Munitionstypen wichtig. Die Zahl beschreibt die Breite der Anwendung; wie viel Antimon dafür insgesamt benötigt wird, geht daraus nicht hervor.

Perpetua hat im Juli 2026 gemeinsam mit der US Army und dem Idaho National Laboratory eine modulare Pilotanlage in Idaho eröffnet. Mit Proben aus dem Stibnite-Goldprojekt wollen die Partner demonstrieren, wie sich hochwertiges Antimontrisulfid für spezialisierte militärische und industrielle Anwendungen herstellen lässt.

Die Pilotanlage macht einen Unterschied sichtbar, der bei Rohstoffprojekten leicht übersehen wird: Ein Bergwerk liefert zunächst mineralisiertes Material. Damit daraus ein geeignetes Vorprodukt entsteht, müssen Aufbereitung, Reinheit und gleichbleibende Qualität nachgewiesen werden. Für Europa stellt sich dieselbe industrielle Frage: Welche Vorkommen könnten die Versorgung ergänzen, und wo ließe sich das gewonnene Material verarbeiten?

Yugo untersucht Gold und Antimon vor der Haustür der EU

Yugo Metals (ISIN: AU0000404998) setzt früher in dieser Kette an. Das australische Unternehmen erkundet beim Projekt Golden Hills in Bosnien und Herzegowina ein Gebiet mit Gold-, Antimon-, Silber- und Kupfermineralisierung. Zu Golden Hills gehören Sinjakovo und Jezero. Die Nähe zu EU-Industriezentren macht den Standort für die Suche nach zusätzlichen Bezugsquellen interessant.

Die greifbarsten Bohrergebnisse stammen bislang aus der Goldexploration. Am Erak-Ziel meldete Yugo im August einen Abschnitt von 36,1 Metern mit durchschnittlich 2,3 Gramm Gold je Tonne ab 51,8 Metern Bohrtiefe. Darin lagen drei Meter mit 14,5 Gramm je Tonne. Ein weiteres Bohrloch ergab 10,4 Meter mit 2,6 Gramm Gold je Tonne.

Antimon tritt nach Unternehmensangaben in Zonen mit dem Antimonmineral Stibnit auf. Daraus ergibt sich eine eigene Explorationsfrage: Lassen sich diese Zonen über mehrere Bohrungen verfolgen, und wäre daraus ein verkaufsfähiges Konzentrat herstellbar? Die Goldabschnitte liefern Anhaltspunkte für weitere Bohrungen, erlauben aber keine Rückschlüsse auf die Größe oder Wirtschaftlichkeit eines Antimonvorkommens.

Fazit

Das deutsch-britische Vorhaben mit mehr als 2.000 Kilometern geplanter Reichweite zeigt, welche Fähigkeiten Europa noch in diesem Jahrzehnt aufbauen will. Rheinmetalls separates Ausbauziel macht die Größenordnung auf der Produktionsseite greifbar. Perpetuas Arbeit in Idaho zeigt am Beispiel Antimon, wie viel Entwicklung nötig sein kann, bevor ein Rohstoff die Anforderungen industrieller Abnehmer erfüllt.

Für Yugo ist das ein relevanter Markttrend, aber kein Auftrag. Eine Verbindung zu Rheinmetall oder zum deutsch-britischen Programm ist nicht belegt. Golden Hills befindet sich in der Exploration; eine definierte Antimonressource liegt bislang nicht vor. Für Anleger sind daher zunächst neue Bohrergebnisse entscheidend. Sie können zeigen, ob die Antimonmineralisierung zusammenhängend genug ist, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen. Danach zählen die technische Gewinnbarkeit, die Qualität eines möglichen Konzentrats sowie Genehmigungen und Finanzierung. Erst diese Nachweise können aus einem antimonhaltigen Vorkommen eine realistische Bezugsquelle für die europäische Industrie machen.

Quellen

Britisches Verteidigungsministerium: Gemeinsame Erklärung des deutsch-britischen Defence Ministerial Council, 2. November 2026.
https://www.gov.uk/government/news/uk-germany-defence-ministerial-council-joint-statement-2 www.gov.uk

Rheinmetall: Mitteilung zum Auftrag für Artilleriemunition und zum Produktionsziel, 14. September 2026.
https://www.rheinmetall.com/en/media/news-watch/news/2026/09/2026-09-14-rheinmetall-supplies-artillery-ammunition-to-international-customer www.rheinmetall.com

Perpetua Resources: Mitteilung zur Antimontrisulfid-Pilotanlage, 30. Juli 2026.
https://www.investors.perpetuaresources.com/investors/news/perpetua-resources-inl-launch-pilot-plant www.investors.perpetuaresources.com

U.S. Geological Survey: Antimony Statistics and Information.
https://www.usgs.gov/centers/national-minerals-information-center/antimony-statistics-and-information www.usgs.gov

Yugo Metals: Projektübersicht Golden Hills.
https://www.yugometals.com/projects/sinjakovo www.yugometals.com

Yugo Metals: "Yugo bringt die Entdeckung Erak voran", Unternehmensmitteilung, 18. August 2026.
https://www.onvista.de/news/2026-08-18-irw-news-yugo-metals-limited-yugo-bringt-die-entdeckung-erak-voran-0-10-26543984 www.onvista.de

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Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
Yugo Metals

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