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Warum die grünste Tonne Stahl die ist, die gar nicht erst neu produziert werden muss

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Wenn über klimafreundlichen Stahl gesprochen wird, richtet sich der Blick fast automatisch auf Hochöfen, Elektrolichtbogenöfen und grünen Wasserstoff. Stahlhersteller investieren Milliarden, um Kohle durch sauberere Energieträger zu ersetzen und mehr Schrott einzusetzen. Doch eine zweite Stellschraube erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit: die Lebensdauer des Stahls, der bereits verbaut wurde.

Jede Brücke, jede Offshore-Plattform und jeder Industriekomplex, die länger genutzt werden können, verringern den Bedarf an neu produziertem Material. Korrosionsschutz wird damit nicht nur zu einer Frage der Instandhaltung. Er kann einen Beitrag dazu leisten, den Rohstoffverbrauch und die Emissionen der Stahlindustrie zu begrenzen.

Mehr als vier Milliarden Tonnen Emissionen in einem Jahr

Die Dimension des Problems zeigt eine aktuelle Berechnung der World Steel Association. Im Jahr 2024 wurden weltweit rund 1,89 Mrd. Tonnen Stahl hergestellt. Durchschnittlich entstanden dabei entlang der betrachteten Wertschöpfungskette 2,18 Tonnen CO2-Äquivalente je Tonne Stahl. Insgesamt entfielen etwa 4,1 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalente auf den Sektor - rund 7 bis 8% der weltweiten menschengemachten Treibhausgasemissionen.

Neue Produktionsverfahren können diese Belastung senken. Sie ändern allerdings nichts daran, dass weltweit enorme Mengen Stahl durch Korrosion verloren gehen und ersetzt werden müssen. Eine im Fachjournal "npj Materials Degradation" veröffentlichte Untersuchung kam für 2021 zu dem Ergebnis, dass allein die Ersatzproduktion für korrodierten Stahl schätzungsweise 1,6 bis 3,4% der globalen CO2-Emissionen verursachte.

Die Schätzung enthält Unsicherheiten und hängt von Annahmen zur Korrosionsrate und zur Emissionsintensität der Stahlproduktion ab. Sie macht dennoch einen wesentlichen Zusammenhang sichtbar: Je schneller Stahlkonstruktionen verfallen, desto mehr energieintensives Material muss nachproduziert werden.

ArcelorMittal verändert die Produktion

ArcelorMittal (ISIN: LU1598757687) setzt direkt am Herstellungsprozess an. Der Stahlkonzern arbeitet unter anderem mit Elektrolichtbogenöfen, höheren Schrottanteilen, direkt reduziertem Eisen und perspektivisch Wasserstoff, um die Abhängigkeit von Kohle zu verringern.

Für 2025 weist das Unternehmen eine gruppenweite Kohlenstoffintensität von 1,79 Tonnen CO2-Äquivalenten je Tonne Stahl aus. Auf Grundlage bereits beschlossener Investitionen und der aktuellen politischen sowie wirtschaftlichen Bedingungen rechnet ArcelorMittal bis 2030 mit einer Reduktion der Emissionsintensität um bis zu 10% gegenüber 2018. Langfristig hält der Konzern an seinem Netto-Null-Ziel für 2050 fest.

Der Aufwand verdeutlicht, wie schwer sich eine etablierte Schwerindustrie umbauen lässt. Neue Anlagen benötigen große Mengen Kapital, ausreichend erneuerbaren Strom und teilweise eine bislang kaum vorhandene Wasserstoffinfrastruktur. Selbst bei erfolgreicher Transformation bleibt Stahl daher ein Material, dessen Herstellung erhebliche Ressourcen bindet.

AkzoNobel setzt am vorhandenen Stahl an

AkzoNobel (ISIN: NL0013267909) greift an einer anderen Stelle der Wertschöpfungskette ein. Der niederländische Konzern produziert Beschichtungen, die Stahlkonstruktionen gegen Wasser, Salz, Chemikalien und andere korrosive Einflüsse schützen.

Mit Interzone 954 verfügt AkzoNobel über ein Produkt, das seit mehr als 25 Jahren unter anderem auf Offshore-Anlagen, Hafenbauwerken, petrochemischen Anlagen und Stahlkonstruktionen eingesetzt wird. Die wirtschaftliche Bedeutung solcher Beschichtungen liegt nicht allein im Materialpreis. Hält der Schutz länger, lassen sich aufwendige Wartungsarbeiten, Betriebsunterbrechungen und der vorzeitige Austausch von Bauteilen möglicherweise vermeiden.

Für AkzoNobel besteht die Herausforderung darin, bewährte Beschichtungssysteme weiterzuentwickeln, ohne ihre Verarbeitung und Zuverlässigkeit zu gefährden. Neue Zusatzstoffe müssen sich deshalb in bestehende Rezepturen integrieren lassen und umfangreiche Labor- sowie Feldtests bestehen.

Sparc Technologies verbindet Graphen mit längerer Nutzung

Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Sparc Technologies (ISIN: AU0000115750). Das australische Unternehmen hat mit ecosparc ein Graphen-Additiv entwickelt, das die Korrosionsbeständigkeit vorhandener Epoxidbeschichtungen verbessern soll.

Sparc hat nach eigenen Angaben neun Runden zyklischer Korrosionstests nach ISO-Standards durchgeführt und dabei mehr als 4.000 Testflächen untersucht. Je nach Beschichtungssystem und Versuchsanordnung verringerte sich das Korrosionskriechen demnach um 26 bis 79%. Hinzu kommen mehrjährige Entwicklungsarbeiten und Feldtests über einen Zeitraum von mehr als 21 Monaten.

Diese Werte bedeuten nicht automatisch, dass sich die Lebensdauer eines beschichteten Bauwerks im gleichen Verhältnis verlängert. Dafür wären Langzeitbeobachtungen unter konkreten Einsatzbedingungen und vollständige Lebenszyklusanalysen notwendig. Sie lieferten jedoch eine ausreichende Grundlage, damit AkzoNobel im Mai 2026 eine ecosparc-verstärkte Variante von Interzone 954 in Australien kommerziell verfügbar machte.

Für Sparc ist das ein wichtiger Schritt, weil die Technologie dadurch in ein seit Jahrzehnten verwendetes Beschichtungssystem gelangt. Der Ansatz verlangt nicht, dass Betreiber auf eine völlig neue Produktkategorie wechseln. Stattdessen soll Graphen die Leistungsfähigkeit eines bereits etablierten Systems erhöhen.

Klimaschutz beginnt auch bei der Instandhaltung

ArcelorMittal und andere Stahlproduzenten müssen die Emissionen neuer Stahlmengen senken. AkzoNobel und Sparc Technologies verfolgen dagegen einen ergänzenden Ansatz: Sie arbeiten daran, dass vorhandene Konstruktionen möglichst lange nutzbar bleiben.

Beide Wege schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Je emissionsärmer neuer Stahl hergestellt wird und je seltener bestehender Stahl ersetzt werden muss, desto geringer fällt die Belastung über den gesamten Lebenszyklus aus.

Für Sparc entscheidet sich die wirtschaftliche Perspektive nun daran, ob der technische Vorteil von ecosparc im laufenden Betrieb zu längeren Wartungsintervallen, geringerem Materialverbrauch und wiederkehrenden Bestellungen führt. Gelingt dieser Nachweis, wäre Graphen nicht nur ein leistungsfähiger Zusatzstoff. Es könnte Teil einer Klimastrategie werden, die bei der häufig übersehenen Frage ansetzt, wie lange vorhandene Infrastruktur tatsächlich hält.


Quellen:
https://worldsteel.org/climate-action/climate-change-and-the-production-of-iron-and-steel/
https://corporate.arcelormittal.com/sustainability/2025-sustainability-report
https://clients3.weblink.com.au/pdf/SPN/03084754.pdf
https://www.marketindex.com.au/data-api/api/v1/announcements/XASX%3ASPN%3A3A695084/pdf/inline/asx-hidden-champions-webinar

Lassen Sie sich in den Verteiler für Sparc Technologies Limited oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Sparc Technologies Limited" oder "Nebenwerte".

Sparc Technologies Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000115750
https://sparctechnologies.com.au/corporate-information/

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