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46,7 Gigawattstunden Batteriespeicher hat Tesla (ISIN: US88160R1014) allein im Jahr 2025 installiert. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Volumen um 49%. Das Geschäft mit großen Lithium-Ionen-Speichern wächst damit in einer Geschwindigkeit, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war.
Man könnte daraus einen einfachen Schluss ziehen: Je günstiger und größer Batteriespeicher werden, desto weniger benötigt die Energiewirtschaft alternative Speicherformen wie Wasserstoff. Doch genau diese Rechnung greift zu kurz.
Lithium-Ionen-Batterien und Wasserstoff lösen nicht zwangsläufig dasselbe Problem. Batterien können Strom sehr effizient aufnehmen und kurze Zeit später wieder abgeben. Wasserstoff kann Energie dagegen als Molekül speichern, transportieren und direkt als Rohstoff oder Brennstoff einsetzen. Mit wachsendem Anteil von Wind- und Solarenergie könnte deshalb nicht eine Technologie die andere verdrängen. Vielmehr beginnt sich der Speichermarkt nach Dauer und Anwendung aufzuteilen.
Tesla zeigt, wie groß der Batteriespeicher inzwischen geworden ist
Tesla ist längst nicht mehr nur ein Autohersteller. Mit dem Megapack baut der Konzern große Batteriesysteme für Energieversorger, Netzbetreiber und Solarprojekte.
Ende 2025 verfügte Tesla über eine installierte jährliche Produktionskapazität von jeweils 40 GWh für Megapacks in Kalifornien und Shanghai. Eine weitere Fertigung in Texas befand sich im Aufbau. Im vierten Quartal erreichten die Speicherinstallationen mit 14,2 GWh einen neuen Rekord.
Interessant ist dabei, für welche Speicherdauer Tesla sein System anbietet. Im aktuellen Megapack-Konfigurator können Projekte beispielsweise auf zwei oder vier Stunden ausgelegt werden.
Das ist kein Nachteil. Genau in diesem Bereich besitzen Lithium-Ionen-Batterien große Stärken. Solarstrom vom Mittag kann am Abend genutzt werden. Kurzfristige Schwankungen im Stromnetz lassen sich ausgleichen. Batterien reagieren binnen Sekunden und erreichen hohe Wirkungsgrade.
Doch ein Stromsystem mit sehr großen Anteilen wetterabhängiger Energie benötigt möglicherweise zusätzlich Lösungen für längere Perioden.
LG Energy Solution verdoppelt seine Kapazitäten fast
Auch LG Energy Solution (ISIN: KR7373220XXX) setzt stark auf diesen Markt. Der südkoreanische Batteriehersteller will seine weltweite Produktionskapazität für stationäre Energiespeicher 2026 auf mehr als 60 GWh erhöhen und damit gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln. Allein in Nordamerika sollen mehr als 50 GWh Kapazität entstehen. Gleichzeitig strebt LG Energy Solution neue ESS-Aufträge von mehr als 90 GWh an.
Für große stationäre Speicher setzt sich dabei zunehmend Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP, durch. Die Technologie verzichtet auf Nickel und Kobalt, bietet hohe Zyklenfestigkeit und ist für stationäre Anwendungen besonders interessant. LG Energy Solution bezeichnet LFP inzwischen selbst als dominante Technologie für viele große Speicherprojekte.
Die industrielle Entwicklung ist damit eindeutig: Lithium-Batterien werden zu einem zentralen Bestandteil moderner Stromnetze. Die spannendere Frage lautet aber, was passiert, wenn nicht vier Stunden überbrückt werden müssen, sondern zehn Stunden, mehrere Tage oder noch länger.
Ab zehn Stunden beginnt eine andere Speicherfrage
Das US-Energieministerium definiert Long-Duration Energy Storage als Technologien, die Energie länger als zehn Stunden speichern können. Für solche Anwendungen fördert das Ministerium bewusst verschiedene technische Ansätze und verfolgt das Ziel, deren Kosten deutlich zu reduzieren.
Das bedeutet nicht, dass Lithium-Ionen-Batterien technisch bei zehn Stunden aufhören zu funktionieren. Eine Batterie kann grundsätzlich durch zusätzliche Zellen immer größer dimensioniert werden. Mit jeder weiteren Stunde steigt jedoch die Menge an Batteriematerial, die vorgehalten werden muss.
Bei sehr langen Speicherzeiten gewinnen deshalb andere Konzepte an Interesse. Dazu zählen Pumpspeicher, Druckluft, Flussbatterien, thermische Speicher und Wasserstoff.
Wasserstoff besitzt dabei eine Besonderheit: Nach seiner Herstellung muss die Energie nicht zwingend wieder in Strom verwandelt werden. Das Molekül selbst wird beispielsweise für Raffinerien, Düngemittel oder perspektivisch für Teile der Stahlindustrie benötigt. Damit verändert sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung erheblich.
Sparc Hydrogen nimmt sogar den Umweg über Strom aus dem Prozess
Genau hier verfolgt Sparc Technologies (ISIN: AU0000115750) mit Sparc Hydrogen einen ungewöhnlichen Ansatz.
Konventioneller solarer Wasserstoff beginnt typischerweise mit einer Photovoltaikanlage. Sonnenlicht wird zunächst in Strom umgewandelt. Dieser Strom wird über elektrische Infrastruktur zu einem Elektrolyseur transportiert, der anschließend Wasser spaltet.
Sparc Hydrogen arbeitet an der photokatalytischen Wasserspaltung. Dabei sollen Sonnenlicht, Wasser und ein Photokatalysator direkt Wasserstoff erzeugen. Der klassische Elektrolyseur entfällt. Im Investor Deck stellt Sparc diese vereinfachte Anlagenarchitektur ausdrücklich dem Weg über Photovoltaik, elektrische Infrastruktur und Elektrolyse gegenüber.
Noch ist diese Technologie wesentlich weniger entwickelt als Lithium-Ionen-Speicher oder industrielle Elektrolyse. Genau deshalb ist die derzeit laufende Pilotphase entscheidend.
Mehr als 10% Wirkungsgrad im Labor sorgen für einen neuen Test
Seit dem 11. August 2026 gibt es dabei einen besonders interessanten Entwicklungsschritt. Sparc Hydrogen arbeitet nun mit SunHydrogen (ISIN: US86738R1086) zusammen, einem US-Entwickler solarer Wasserstofftechnologien.
Vorläufige Tests mit SunHydrogen-Modulen in Sparc Hydrogens Labor erreichten nach Angaben der Unternehmen einen Solar-to-Hydrogen-Wirkungsgrad von mehr als 10%. Zudem konnten die Module bei höher konzentriertem Sonnenlicht betrieben werden. Genau das passt zu Sparcs eigener Reaktortechnologie, die Sonnenstrahlung konzentriert, um die Wasserstoffausbeute zu erhöhen.
Der nächste Schritt ist bewusst gestaffelt. Zunächst sollen die SunHydrogen-Module in Sparcs Reaktoren integriert und im Labor weiter getestet werden. Werden definierte Meilensteine erreicht, sollen Versuche an der SHARP-Pilotanlage folgen. Anschließend ist eine technoökonomische Analyse vorgesehen.
Der Wirkungsgrad von mehr als 10% ist deshalb noch kein Nachweis kommerzieller Wirtschaftlichkeit. Er stammt aus vorläufigen Labortests. Lebensdauer, Kosten, Skalierung und Leistung unter dauerhaftem realem Sonnenlicht müssen erst belegt werden.
Lithium gegen Wasserstoff ist die falsche Frage
Gerade der massive Ausbau von Batteriespeichern zeigt, wie schnell sich die Energiewirtschaft verändert. Tesla installierte 2025 fast 47 GWh Speicher. LG Energy Solution baut Kapazitäten für weitere Dutzende Gigawattstunden auf. Lithium-Ionen-Technologien haben sich damit einen festen Platz im Stromnetz erarbeitet.
Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Kilowattstunde künftig in einer Batterie gespeichert werden muss.
Für Sekunden, Minuten und einige Stunden sind Lithium-Batterien hervorragend geeignet. Bei deutlich längeren Zeiträumen oder dort, wo ohnehin ein chemischer Energieträger benötigt wird, können andere Technologien sinnvoller sein.
Sparc Hydrogen versucht dabei sogar noch einen Schritt früher anzusetzen. Statt erneuerbaren Strom zu erzeugen, zwischenzuspeichern und anschließend in Wasserstoff umzuwandeln, soll die Sonnenenergie unmittelbar im Wasserstoffmolekül landen.
Ob dieser Weg wirtschaftlich konkurrenzfähig wird, ist noch offen. Die neuen Ergebnisse mit SunHydrogen machen die Frage aber erheblich konkreter. Während Lithium-Batterien gerade ihre industrielle Skalierung demonstrieren, versucht Sparc Technologies zu zeigen, dass es für Sonnenenergie noch einen zweiten Speicherweg geben könnte: nicht über Elektronen in einer Batterie, sondern direkt über chemische Bindungen im Wasserstoff.

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Quellen:
https://assets-ir.tesla.com/tesla-contents/IR/TSLA-Q4-2025-Update.pdf
https://www.tesla.com/megapack/design
https://news.lgensol.com/company-news/supplementary-stories/4880/
https://www.energy.gov/oe/long-duration-storage-shot-summit
https://www.sparchydrogen.com/post/sparc-hydrogen-and-sunhydrogen-enter-into-an-agreement-for-technology-integration
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