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Daimler-Truck-Chefin warnt: "Das größte Problem bleibt die Infrastruktur und das Laden" - gibt es eine Alternative?

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Die Elektrifizierung des weltweiten Schwerlastverkehrs beschleunigt sich deutlich. 2025 haben sich die globalen Verkäufe von Elektro-Lkw und -Bussen nahezu verdoppelt. Rund eine halbe Million Fahrzeuge wurden verkauft. Bei schweren Elektro-Lkw hat sich das Absatzvolumen binnen eines Jahres sogar mehr als verdoppelt.

Doch ausgerechnet die Chefin eines der weltweit größten Lkw-Hersteller verweist auf einen entscheidenden Engpass. Karin Rådström, CEO von Daimler Truck Holding AG (ISIN: DE000DTR0CK8), sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Das größte Problem bleibt die Infrastruktur und das Laden". Hinzu komme die Herausforderung, Kostenparität zwischen Elektro- und Diesel-Lkw zu erreichen.

Damit rücken zwei Fragen in den Mittelpunkt: Wie lassen sich elektrische Schwerlaster laden, ohne die Produktivität der Flotten zu beeinträchtigen? Und wie kann der Umstieg wirtschaftlich werden?

Das australische Unternehmen Janus Electric Holdings Limited (ISIN: AU0000395626) versucht, auf beide Fragen eine andere Antwort zu geben: bestehende Diesel-Lkw elektrifizieren, statt sie komplett zu ersetzen - und Batterien wechseln, statt den Lkw während des Ladens stehen zu lassen.

E-Lkw boomen - doch China fährt voraus

Die aktuellen Marktdaten zeigen zunächst, dass die Elektrifizierung keine Zukunftsvision mehr ist. Laut einer vom International Council on Clean Transportation ausgewerteten Marktstudie wurden 2025 weltweit rund 520.000 emissionsfreie mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge verkauft.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den Regionen: Rund 88% der Verkäufe entfielen auf China. Dort waren bereits fast 30% der neu verkauften schweren Lkw vollelektrisch.

Europa wächst ebenfalls, bleibt beim elektrischen Schwerlastverkehr aber vor Herausforderungen.

Daimler Truck selbst zeigt, dass die Fahrzeuge technisch zunehmend bereitstehen. Der Mercedes-Benz eActros 600 wird bereits in Serie produziert und soll unter entsprechenden Bedingungen rund 500 Kilometer Reichweite bei voller Beladung erreichen. Daimler verfolgt zugleich weiterhin eine zweigleisige Strategie aus batterieelektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben.

Das Problem verschiebt sich damit zunehmend vom Fahrzeug auf dessen wirtschaftlichen Betrieb.

"Sie können sich keine teuren Experimente leisten"

Rådström verweist auf eine Besonderheit der Transportbranche: Flottenbetreiber arbeiten häufig mit geringen Margen. Entsprechend sensibel reagieren sie auf zusätzliche Kosten. Nach ihrer Einschätzung ergibt Diesel für viele Kunden derzeit wirtschaftlich weiterhin Sinn.

Auch Daimler Truck fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen. Rådström hatte bereits Ende 2025 betont, dass ein substanzieller Markthochlauf nur gelingen könne, wenn Kunden emissionsfreie Fahrzeuge ähnlich nahtlos und profitabel betreiben können wie konventionelle Lkw.

Genau hier wird das Konzept von Janus interessant.

Muss ein Diesel-Lkw überhaupt ersetzt werden?

Janus baut nicht einfach einen weiteren neuen Elektro-Lkw. Das Unternehmen rüstet bestehende schwere Diesel-Fahrzeuge der Klassen 6 bis 8 auf batterieelektrischen Antrieb um.

Nach den vom Unternehmen bereitgestellten Angaben kostet eine solche Umrüstung indikativ etwa 150.000 bis 175.000 AUD, abhängig von Fahrzeug, Antriebsstrang und Konfiguration. Für einen neuen batterieelektrischen Schwerlast-Lkw nennt Janus im Vergleich eine Bandbreite von etwa 500.000 bis 900.000 AUD.

Dabei handelt es sich um Unternehmensangaben und nicht um einen unabhängigen branchenweiten Kostenvergleich. Dennoch wird die Logik deutlich: Ein Flottenbetreiber kann potenziell ein vorhandenes Fahrzeug weiterverwenden, statt den kompletten Lkw durch ein neues Fahrzeug zu ersetzen.

Eine typische Umrüstung soll nach Angaben von Janus rund sechs Tage dauern.

Vier Minuten statt Ladepause?

Der zweite Teil des Modells adressiert unmittelbar das von Rådström angesprochene Ladeproblem.

Janus verwendet austauschbare Batterien. Eine entladene Einheit kann nach Unternehmensangaben innerhalb von ungefähr vier Minuten gegen eine geladene Batterie ausgetauscht werden.

Der Ladevorgang wird damit vom Fahrzeug entkoppelt. Während der Lkw mit einer anderen Batterie weiterarbeitet, kann die entnommene Batterie separat geladen werden.

Das löst den Energiebedarf natürlich nicht. Auch Janus benötigt Strom, Netzanschlüsse, Batterien und Ladeinfrastruktur. Der Unterschied besteht darin, dass das Fahrzeug während des eigentlichen Ladevorgangs nicht zwangsläufig stillstehen muss.

Janus sieht Batteriewechsel deshalb vor allem für hoch ausgelastete Flotten. Lkw mit längeren planbaren Standzeiten können weiterhin konventionell über Nacht geladen werden.

Mehr als 714.000 Kilometer im Betrieb

Das Konzept hat inzwischen eine relevante operative Historie aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens haben mit Janus-Technologie ausgestattete Lkw mehr als 714.000 Kilometer zurückgelegt und über 3.800 Batteriewechsel absolviert.

Noch wichtiger für Anleger ist inzwischen jedoch die kommerzielle Entwicklung.

Janus verfügt nach den zuletzt bereitgestellten Informationen über ein nordamerikanisches Auftragsbuch von 112 Lkw-Umrüstungen. Davon entfallen 87 auf die USA und 25 auf Kanada.

Die fünf US-Flottenkunden haben insgesamt 87 Umrüstungen und 100 Batteriepacks bestellt. Der Bruttoauftragswert liegt nach Unternehmensangaben bei rund 58 Mio. AUD.

Besonders interessant ist Ability Tri-Modal: Der erste US-Kunde von Janus erhöhte seine ursprüngliche Bestellung von vier auf inzwischen 20 Umrüstungen. Wiederholungsaufträge können für ein junges Unternehmen ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass ein Kunde im praktischen Einsatz einen wirtschaftlichen Nutzen erkennt.

Zwei Probleme - ein möglicher alternativer Ansatz

Janus steht dennoch erst am Anfang seiner internationalen Skalierung. Die bestehenden Aufträge müssen produziert und ausgeliefert werden. Batteriewechselstationen benötigen ausreichend hohe Auslastung, zusätzliche Batterien binden Kapital, und Teile des US-Geschäfts hängen von staatlichen Förderprogrammen ab.

Auch konventionelles Schnellladen entwickelt sich rasant. Daimler Truck testete Anfang 2026 den eActros 600 auf einer 2.400 Kilometer langen Strecke zwischen Deutschland und Schweden mit Megawattladen unter realen Bedingungen.

Es geht deshalb nicht zwingend um ein Entweder-oder.

Bemerkenswert ist vielmehr, dass die beiden Herausforderungen, die Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström aktuell für die Branche hervorhebt - Ladeinfrastruktur und Wirtschaftlichkeit - genau jene Bereiche sind, auf die Janus sein Geschäftsmodell ausgerichtet hat.

Daimler Truck und andere Hersteller investieren Milliarden in die nächste Generation neuer Elektro-Lkw. Janus stellt zwei andere Fragen: Muss ein funktionierender Diesel-Lkw überhaupt ersetzt werden? Und muss ein Elektro-Lkw während des Ladens zwingend stehen?

Sollte das australische Small Cap darauf im größeren kommerziellen Maßstab überzeugende Antworten liefern, könnte neben dem Verkauf neuer E-Lkw ein zusätzlicher Markt für die Elektrifizierung bestehender Flotten entstehen.

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Quellen
https://www.electrive.com/2026/07/29/acea-reports-strong-growth-for-el …
https://www.resources.org/common-resources/why-are-electric-truck-pric …
https://news.exeter.ac.uk/faculty-of-environment-science-and-economy/e …
https://www.acea.auto/files/ACEA_preliminary_CO2_baseline_heavy-duty_v …
https://www.ttnews.com/articles/class-8-ev-trucks-price-rise
https://januselectric.com/
https://logistik-heute.de/en/news/electromobility-global-sales-electric-trucks-and-buses-nearly-double-2025-279806.html

Lassen Sie sich in den Verteiler für Janus Electric Limited oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Janus Electric" oder "Nebenwerte".

Janus Electric Holdings Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000395626
https://januselectric.com/

Disclaimer/Risikohinweis Janus Electric Limited
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Enthaltene Werte: DE000DTR0CK8,AU0000395626

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