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Small- & Micro Cap Investment
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E-Lkw-Krise in den USA: Verkäufe sinken um 50% - warum Kalifornien dennoch zum Milliarden-Testmarkt wird

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Der amerikanische Markt für Elektro-Lkw steht vor einem bemerkenswerten Widerspruch. Während China bereits Hunderttausende schwere Elektro-Lkw pro Jahr verkauft, ist der US-Markt zuletzt regelrecht eingebrochen. Nach Daten von BloombergNEF wurden 2025 nur rund 820 mittelschwere und schwere Elektro-Lkw in den USA verkauft - mehr als 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2026 rechnet BloombergNEF sogar mit weniger als 600 Fahrzeugen.

Doch ausgerechnet jetzt investieren finanzstarke Akteure weiter in Kalifornien. Der Bundesstaat entwickelt sich damit zu einem Testmarkt für eine entscheidende Frage: Kann die Elektrifizierung schwerer Lkw auch dann wirtschaftlich funktionieren, wenn der nationale Markt schwächelt?

Die Antwort könnte für etablierte Hersteller, Infrastrukturinvestoren und kleinere Anbieter wie Janus Electric gleichermaßen relevant werden.

Milliardenkapital setzt weiterhin auf Kalifornien

Ein deutliches Signal kommt von Zenobe Energy. Das Unternehmen hat den in San Francisco ansässigen Flottenelektrifizierer Revolv übernommen und steigt damit stärker in den amerikanischen Markt für elektrische Nutzfahrzeuge ein.

Hinter Zenobe stehen finanzkräftige Investoren. Seit der Gründung 2017 hat das Unternehmen laut dem von Bloomberg veröffentlichten Bericht mehr als 3 Mrd. US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von Investoren wie KKR & Co. Inc. (ISIN: US48251W1045), Infracital und Mubadala eingesammelt.

Die Milliarden beziehen sich damit auf die Finanzierung von Zenobe insgesamt und nicht ausschließlich auf Investitionen in Kalifornien. Dennoch zeigt die Übernahme, dass institutionelles Kapital trotz des schwachen US-Gesamtmarktes weiter auf ausgewählte Regionen der Flottenelektrifizierung setzt.

Revolv betreibt 13 Ladeeinrichtungen für Flotten in Kalifornien. Zenobe kann damit nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 Elektro-Lkw bedienen; weitere Projekte sollen perspektivisch Kapazitäten für zusätzliche 600 Fahrzeuge schaffen.

Entscheidend ist die Strategie dahinter: Statt auf einen flächendeckenden amerikanischen E-Lkw-Boom zu setzen, konzentriert sich Zenobe auf Märkte und Anwendungen, in denen Elektrifizierung bereits heute bessere Voraussetzungen findet.

"California is clearly the anchor"

Kalifornien gehört zu diesen Regionen.

Während die Trump-Regierung auf Bundesebene Förderungen und Emissionsvorgaben zurückgefahren hat, bestehen dort weiterhin lokale Unterstützungsprogramme. BloombergNEF bezeichnet Kalifornien deshalb als einen der wenigen "bright spots" des amerikanischen E-Lkw-Marktes.

Zenobe-Manager Andreas Lips formulierte es noch deutlicher: "California is clearly the anchor."

Dabei geht es nicht nur um Fördergelder. Zenobe will insbesondere mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge bedienen, die auf festgelegten Routen verkehren. Dadurch lässt sich Ladeinfrastruktur besser planen und auslasten.

Gerade Hafenlogistik bietet solche Einsatzprofile. Lkw verkehren regelmäßig zwischen Häfen, Terminals, Verteilzentren und Lagerhäusern. Hohe Fahrzeugauslastung macht allerdings lange Ladeunterbrechungen besonders problematisch.

An diesem Punkt werden unterschiedliche technische Ansätze interessant.

Janus setzt auf Umrüstung statt Neukauf

Janus Electric Holdings Limited (ISIN: AU0000395626) verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Hersteller neuer Elektro-Lkw.

Das australische Unternehmen rüstet bestehende schwere Diesel-Lkw auf batterieelektrischen Betrieb um. Zusätzlich können Batterien an speziellen Charge & Change-Stationen ausgetauscht werden. Nach Unternehmensangaben dauert ein Wechsel rund vier Minuten.

Damit soll nicht der Strombedarf verschwinden. Auch die Wechselbatterien müssen geladen werden. Der Ansatz könnte jedoch die Zeit, zu der Energie geladen wird, von der Zeit entkoppeln, zu der der Lkw eingesetzt wird.

Kalifornien entwickelt sich nun zum bislang wichtigsten amerikanischen Praxistest dieses Modells.

Im Juli erhielt Janus Aufträge von Golden State Express, WEHACO, Tradelink Transport und King Fio Trucking. Die vier kalifornischen Flottenbetreiber bestellten zusammen 67 Diesel-zu-Elektro-Umrüstungen, 77 Batteriepacks und vier Charge & Change-Stationen.

Der Bruttoauftragswert beträgt nach Unternehmensangaben rund 45 Mio. AUD. Die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen und sich durch 2027 ziehen.

Bis zu 166.000 US-Dollar Förderung ändern die Rechnung

Besonders interessant ist, dass die vier Kunden im kalifornischen Fracht- und Hafen-Drayage-Markt tätig sind. Genau dort treffen hohe Auslastung, planbare Routen und lokale Emissionsvorgaben aufeinander.

Hinzu kommen erhebliche Fördermöglichkeiten. Nach Angaben von Janus können qualifizierte Betreiber durch das kalifornische HVIP-Programm und zusätzliche Unterstützung des Port of Los Angeles zusammen auf bis zu rund 166.000 US-Dollar je Lkw kommen.

Die Förderung ist allerdings nicht nur Chance, sondern auch Risiko. Die Aufträge von Golden State Express und WEHACO sind von der erfolgreichen Bewilligung der entsprechenden kalifornischen Fördermittel abhängig.

Zusammen mit Ability Tri-Modal verfügt Janus inzwischen über 87 geplante US-Umrüstungen, 100 Batteriepacks und rund 58 Mio. AUD Bruttoauftragswert bei fünf Flottenkunden. In Nordamerika insgesamt sind 112 Umrüstungen vorgesehen.

Damit muss das Unternehmen nun beweisen, dass sich Aufträge auch in Auslieferungen und wiederkehrende Umsätze übersetzen lassen.

Fazit

Der Einbruch der US-E-Lkw-Verkäufe um mehr als 50 Prozent ist zunächst ein Warnsignal: Von einem flächendeckenden amerikanischen Elektro-Lkw-Boom kann derzeit keine Rede sein. Gerade deshalb ist Kalifornien für Anleger interessant. Dort treffen weiterhin Förderprogramme, große Logistikströme, Hafenverkehr und Investitionen in Ladeinfrastruktur aufeinander.

Die mehr als 3 Mrd. US-Dollar, die Zenobe seit seiner Gründung insgesamt eingeworben hat, sind kein Investment in Janus und auch keine reine Kalifornien-Wette. Sie zeigen jedoch, dass finanzstarke Investoren weiterhin Kapital für Flottenelektrifizierung bereitstellen und dabei gezielt auf attraktive regionale Märkte setzen.

Janus versucht, in demselben kalifornischen Umfeld mit einem anderen Modell Fuß zu fassen: bestehende Diesel-Lkw umrüsten und Batterien schnell wechseln. Die 67 neuen kalifornischen Umrüstungen machen den Bundesstaat damit zu einem wichtigen kommerziellen Test.

Nun zählen Förderzusagen, Produktionshochlauf und Auslieferungen. Vielleicht entscheidet sich die Zukunft des amerikanischen E-Lkw nicht zuerst im ganzen Land, sondern in einigen wenigen Regionen - und Kalifornien ist derzeit eine der wichtigsten davon.


Quellen
Europe's e-truck destinations meet a power grid that is not yet ready | wallstreetONLINE - 03.09.2026
https://januselectric.com/
https://oilprice.com/Energy/Energy-General/Electric-Trucks-Have-Moved-From-Impossible-to-Inevitable.html
https://www.latimes.com/business/story/2026-04-01/electric-truck-market-is-tanking-but-this-billionaire-investor-is-expanding-in-california

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Janus Electric Holdings Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000395626
https://januselectric.com/

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