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Barrick, Newmont und jetzt Agnico Eagle: Warum plötzlich alle auf Nevadas nächste Goldprojekte schauen

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1,95 Milliarden US-Dollar für die Neuordnung eines fast 100 Millionen Unzen schweren Goldkomplexes, ein geplanter Börsengang für einige der wertvollsten Goldminen Nordamerikas - und jetzt bringt sich mit Agnico Eagle Mines (ISIN: CA0084741085) ein weiterer Goldgigant zumindest indirekt in die Diskussion um Nevada ein. Zwar erteilte Agnico-Chef Ammar Al-Joundi einer Beteiligung am geplanten Nordamerika-IPO von Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080) eine klare Absage. Auf die Frage nach einem möglichen späteren Interesse an Barricks Nevada-Assets schloss er ein solches Szenario jedoch nicht ausdrücklich aus. Gleichzeitig haben Barrick und Newmont (ISIN: US6516391066) gerade ihre eigenen Nevada-Interessen neu geordnet, während kleinere Unternehmen im Bundesstaat weiter nach neuen Goldsystemen suchen. Erst vor wenigen Tagen meldete NevGold 42,7 Meter mit 1,06 Gramm Oxidgold je Tonne außerhalb seiner bisherigen Ressourcengrube. Und bei North Peak Resources (ISIN: CA6614441096) läuft seit dem 8. September ein Diamantbohrer, der eine neu interpretierte Tiefenanomalie auf Prospect Mountain testen soll. Die Größenordnungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Doch hinter ihnen steckt dieselbe langfristige Frage: Wo entstehen die Goldprojekte, auf die die Branche in Zukunft angewiesen sein könnte?

Agnico sagt Nein zum Barrick-IPO - aber nicht unbedingt zu Nevada

Die jüngste Aussage von Agnico Eagle ist vor allem deshalb interessant, weil sie zwei Dinge voneinander trennt. Barrick plant, einen Minderheitsanteil von 10 bis 15 Prozent seines nordamerikanischen Goldgeschäfts an die Börse zu bringen. Agnico-CEO Ammar Al-Joundi erklärte Reuters am 15. September, dass eine Beteiligung an diesem IPO strategisch keinen Sinn für sein Unternehmen ergeben würde. Die Absage habe dabei nichts mit der Bewertung oder der Qualität der Transaktion zu tun. Spannender wurde es bei der anschließenden Frage, ob Agnico irgendwann versuchen könnte, Barricks Nevada-Assets zu erwerben. Al-Joundi antwortete darauf, dass es an Barricks Board und Management liege, zu entscheiden, was sie künftig tun wollen. Das ist ausdrücklich keine Ankündigung einer Übernahme und kein konkretes Interesse an einem bestimmten Asset. Trotzdem ist bemerkenswert, dass eine solche Frage bei einem der drei größten Goldproduzenten der Welt überhaupt aufkommt. Nevada bleibt damit nicht nur für Barrick und Newmont ein strategisch wichtiger Schauplatz.

1,95 Milliarden Dollar zeigen, was Nevada-Gold inzwischen wert sein kann

Welche Dimensionen dort inzwischen erreicht werden, zeigt die Vereinbarung zwischen Barrick und Newmont. Beide Unternehmen haben sich darauf verständigt, bislang außerhalb von Nevada Gold Mines gehaltene Projekte früher als ursprünglich vorgesehen in das Joint Venture einzubringen. Barrick steuert Fourmile bei, Newmont die Projekte Mike und Fiberline. Newmont zahlt Barrick dafür eine Ausgleichszahlung von 1,95 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wurden sämtliche offenen Streitigkeiten im Zusammenhang mit Nevada Gold Mines beigelegt und Newmont stimmte Barricks geplantem nordamerikanischen IPO zu. Barrick spricht nach Einbringung der zusätzlichen Projekte von einem nahezu 100 Millionen Unzen umfassenden Goldkomplex. Die Zahl zeigt, welche geologische Dimension Nevada bereits besitzt. Noch wichtiger ist aber, dass selbst ein Komplex dieser Größenordnung weiterentwickelt wird. Bestehende Minen allein reichen langfristig nicht aus - geförderte Unzen müssen durch neue Ressourcen, Projekte und Entdeckungen ersetzt werden.

Fourmile zeigt, weshalb selbst die größten Goldkonzerne weiterbohren

Barricks Fourmile-Projekt ist dafür ein gutes Beispiel. Es liegt unmittelbar neben Nevada Gold Mines und wird vom Konzern als eine der bedeutendsten Goldentdeckungen dieses Jahrhunderts bezeichnet. Barrick weist zugleich ausdrücklich darauf hin, dass Teile des Explorationspotenzials konzeptioneller Natur sind und weitere Arbeiten erforderlich bleiben. Genau deshalb fließt weiterhin erhebliches Kapital in Exploration und technische Studien. Barrick hatte für 2026 eine deutliche Erhöhung der Bohrinvestitionen angekündigt, während der Beginn des untertägigen Zugangs noch im Jahresverlauf vorgesehen ist. Der Konzern verfügt längst über produzierende Tier-One-Minen und erwirtschaftet Milliarden - dennoch wird weiter gebohrt. Das verdeutlicht eine Grundregel des Bergbaus: Eine heute profitable Mine löst nicht automatisch das Problem der Produktion von morgen.

Und jetzt schaut mit Agnico ein weiterer Goldgigant auf die Nevada-Debatte

Genau vor diesem Hintergrund bekommt Agnicos Aussage zusätzliches Gewicht. Der Konzern muss Barricks IPO nicht kaufen, um Nevada interessant zu finden. Reuters zählt Agnico zu den drei größten Goldproduzenten weltweit. Die Aktie hatte im laufenden Jahr zum Zeitpunkt des Interviews rund 15 Prozent zugelegt und damit mehrere Wettbewerber übertroffen. Ein konkreter Nevada-Deal existiert nicht. Trotzdem zeigt die Diskussion, wie stark die Aufmerksamkeit auf hochwertige Goldassets in etablierten Jurisdiktionen gerichtet ist. Dabei geht es für die Branche nicht nur um bereits produzierende Minen. Der enorme Wert bestehender Komplexe entsteht letztlich aus einem Prozess, der Jahre oder Jahrzehnte früher beginnt - mit Exploration.

Bevor Milliarden fließen können, muss irgendwann jemand das Gold finden

Wie dieser Prozess in einer früheren Phase aussehen kann, zeigt aktuell NevGold. Am 17. September meldete das Unternehmen neue Ergebnisse vom Limousine-Butte-Projekt in Nevada. Bohrloch LB26-007 traf außerhalb der Pit-Shell der 2026er Mineralressourcenschätzung auf 42,7 Meter mit 1,06 Gramm Oxidgold je Tonne, darin 18,3 Meter mit 1,89 Gramm. Ein weiteres Loch lieferte innerhalb der bisherigen Pit-Shell 27,4 Meter mit 1,23 Gramm Gold je Tonne einschließlich drei Metern mit 5,00 Gramm. Die angegebenen Mächtigkeiten sind Bohrlochlängen; NevGold schätzt die tatsächlichen Mächtigkeiten je nach Bohrung auf etwa 70 bis 90 Prozent davon. Entscheidend ist hier weniger ein einzelner Gehalt als die Tatsache, dass Mineralisierung außerhalb der bisherigen Ressourcengrube getroffen wurde. Genau solche Ergebnisse können bestimmen, wo ein Unternehmen anschließend weiterbohrt und ob eine bestehende Ressource langfristig erweitert werden kann.

33 Bohrergebnisse stehen bei NevGold noch aus

Und die Kampagne ist noch lange nicht abgeschlossen. NevGold plant für 2026 rund 20.000 Meter Bohrungen auf Limousine Butte. Zum Zeitpunkt der jüngsten Meldung waren rund 9.000 Meter abgeschlossen und 40 Bohrlöcher niedergebracht. Für 33 davon standen die Analysen noch aus. Gleichzeitig verfügte das Unternehmen nach eigenen Angaben über mehr als 45 Millionen US-Dollar in der Kasse und bezeichnete sich damit für die kommenden zwölf bis 18 Monate als vollständig finanziert. Auch das ist für die Nevada-Geschichte relevant: Während Barrick und Newmont auf der einen Seite Milliardenwerte innerhalb eines riesigen bestehenden Goldkomplexes bewegen, fließt auf der anderen Seite weiterhin Kapital in Bohrprogramme, die bestehende Ressourcen vergrößern oder neue mineralisierte Bereiche definieren sollen.

Bei North Peak steht die Geschichte noch einen Schritt früher

North Peak befindet sich auf Prospect Mountain in einer noch deutlich früheren Entwicklungsphase. Das muss bei jedem Vergleich mit Barrick, Newmont, Agnico oder auch weiter entwickelten Explorationsprojekten berücksichtigt werden. Für Prospect Mountain existiert derzeit keine Mineralressourcen- oder Mineralreservenschätzung. Das Unternehmen kontrolliert dort einen historischen Gold- und Polymetall-Minenkomplex im Eureka Mining District. Das Projekt liegt im Battle Mountain-Eureka Trend; nördlich befindet sich das Ruby-Hill-Projekt von i-80 Gold, südlich McEwens Eureka-Liegenschaft. Die Mineralisierung auf benachbarten Grundstücken ist jedoch ausdrücklich kein Beleg dafür, dass auf Prospect Mountain vergleichbare Vorkommen vorhanden sind. Genau deshalb sind die laufenden eigenen Bohrungen entscheidend.

Seit dem 8. September läuft der bislang wichtigste Tiefentest

North Peak hat am 8. September mit Diamantbohrungen begonnen, um die magnetotellurischen Anomalien unter Prospect Mountain weiter zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht zunächst die bereits bekannte Haupt-Sulphid-Anomalie. Allerdings wird nicht einfach das alte Modell erneut getestet. Das Unternehmen hat verfügbare geophysikalische Daten projektweit zusammengeführt und neu interpretiert. Dadurch wurde die Zielposition verfeinert. Der Hintergrund reicht bis zu einem tiefen Diamantbohrloch aus dem Jahr 2023 zurück: PM23-001 traf schmale Zonen massiver Sulphidmineralisierung mit unter anderem bis zu 9,5 Prozent Zink und 221,6 Gramm Silber je Tonne über einen Meter sowie 7,3 Prozent Zink und 54,6 Gramm Silber über 1,9 Meter. Die hohen Zinkwerte bei vergleichsweise niedrigen Gold- und Bleigehalten interpretiert North Peak als möglichen Hinweis darauf, dass dieser Bereich peripher zu einem mineralisierten Kern liegen könnte. Das bleibt bislang eine geologische Interpretation, die nun mit neuen Bohrungen überprüft werden muss.

Die neue Interpretation verschiebt das Ziel

Genau darin steckt der aktuelle Catalyst. Die Neuinterpretation verschiedener geophysikalischer Datensätze hat die Lage des Hauptziels verändert. North Peak beschreibt eine verfeinerte Anomalie, die sich über mehr als 1,5 Kilometer entlang des Streichens erstreckt und deren Zentrum weiter westlich interpretiert wird. Weitere geophysikalische Informationen sollen diese neue Position unterstützen. Dabei ist die sprachliche Abgrenzung entscheidend: Mehr als 1,5 Kilometer geophysikalische Anomalie bedeuten nicht mehr als 1,5 Kilometer nachgewiesene Mineralisierung. Eine solche Anomalie ist zunächst ein Explorationsziel. Erst Bohrungen können zeigen, welches Gestein dort tatsächlich vorhanden ist, ob Mineralisierung vorkommt und - falls ja - welche Gehalte, Mächtigkeiten und Kontinuität sie besitzt. Genau diese Unsicherheit macht die laufende Diamantkampagne für die weitere Entwicklung von Prospect Mountain so wichtig.

Prospect Mountain wird nicht nur in der Tiefe getestet

Parallel dazu läuft North Peaks breiteres 2026er Explorationsprogramm. Bereits am 10. August hatte das Unternehmen den Beginn der Kampagne mit einem RC-Bohrgerät gemeldet. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt rund 7.000 Fuß Bohrungen über fünf Zielgebiete geplant. Neben dem tiefen Sulphidziel sollen damit auch bislang wenig oder erstmals getestete Bereiche des Grundstücks untersucht werden. North Peak will auf diese Weise sowohl bekannte geologische Strukturen weiterverfolgen als auch neue Bereiche erschließen. Für einen frühen Explorer ist diese Kombination wichtig: Ein einzelnes spektakuläres Ziel kann Aufmerksamkeit erzeugen, ein belastbares Projekt entsteht jedoch erst, wenn zahlreiche Bohrungen ein nachvollziehbares dreidimensionales Bild des mineralisierten Systems liefern.

Von North Peak zu Fourmile liegen noch viele Entwicklungsschritte

Genau deshalb wäre es falsch, North Peak mit Fourmile gleichzusetzen. Barricks Projekt befindet sich in einer vollkommen anderen Entwicklungsphase und liegt neben einem bereits produzierenden Weltklasse-Komplex. Prospect Mountain besitzt dagegen noch keine Ressource. Selbst ein erfolgreicher Treffer im aktuellen Tiefenprogramm würde nicht bedeuten, dass dort automatisch eine wirtschaftliche Lagerstätte oder zukünftige Mine vorhanden ist. Es wären weitere Bohrungen, Ressourcenschätzungen, metallurgische Untersuchungen, technische Studien, Genehmigungen und schließlich eine Finanzierungsentscheidung erforderlich. Der Vergleich mit Barrick und Newmont ist deshalb kein Bewertungsvergleich. Er beantwortet vielmehr eine andere Frage: Warum investiert die Branche überhaupt weiterhin in Exploration? Weil selbst die größten heutigen Goldminen irgendwann Ersatz benötigen.

Nevada zeigt gerade die gesamte Entwicklungskette einer Goldmine

Damit entsteht momentan ein bemerkenswertes Bild. Barrick und Newmont stehen am oberen Ende dieser Kette und ordnen für 1,95 Milliarden US-Dollar Teile eines nahezu 100 Millionen Unzen umfassenden Goldkomplexes neu. Agnico Eagle will sich zwar nicht an Barricks geplantem Nordamerika-IPO beteiligen, schließt in seinen öffentlichen Aussagen aber ein mögliches zukünftiges Szenario rund um Nevada-Assets nicht ausdrücklich aus. NevGold sitzt weiter vorne in der Entwicklung und versucht mit einem 20.000-Meter-Programm, eine bereits definierte Ressource zu erweitern. Und North Peak steht noch früher: Dort soll der Bohrer zunächst beweisen, ob die geophysikalische und geologische Interpretation eines tieferen Systems überhaupt trägt. Diese Unternehmen sind weder hinsichtlich Größe noch Entwicklungsstand direkt vergleichbar. Zusammengenommen zeigen sie aber, weshalb Nevada weiterhin so viel Kapital und Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Die großen Namen machen Nevada interessant - die Bohrer entscheiden über die nächsten Projekte

Für Anleger bleibt bei frühen Explorern das Risiko erheblich. Geophysikalische Anomalien können sich als wirtschaftlich unbedeutend herausstellen, Bohrungen können Ziele verfehlen und selbst hochgradige Einzelabschnitte ergeben noch keine Mine. Gerade deshalb dürften die kommenden Daten auf Prospect Mountain wichtiger sein als jede kurzfristige Bewegung des Goldpreises. Barrick und Newmont zeigen bereits, welche Werte erfolgreiche Goldsysteme in Nevada langfristig erreichen können. NevGold zeigt aktuell, wie neue Bohrungen bestehende Mineralisierung über bisherige Modellgrenzen hinaus erweitern können. Und bei North Peak muss jetzt erst der entscheidende Schritt davor gelingen: aus einer geologischen Theorie belastbare neue Daten zu machen. Für North Peak Resources (ISIN: CA6614441096) entscheidet sich deshalb in der laufenden Kampagne nicht, ob Prospect Mountain die nächste große Goldmine Nevadas wird - sondern zunächst etwas viel Grundlegenderes: ob der Untergrund genügend Argumente liefert, um die Suche mit der nächsten Explorationsphase weiter voranzutreiben.


Quellen:

Agnico Eagle says it is not interested in participating in Barrick's North American IPO - Reuters
https://www.reuters.com/business/agnico-eagle-says-it-is-not-interested-participating-barricks-north-american-ipo-2026-09-15/

Barrick Reports Second Quarter 2026 Results - Barrick Mining
https://www.barrick.com/English/news/news-details/2026/q2-2026-results/default.aspx

Newmont and Barrick Reach Agreement Regarding Nevada Gold Mines Joint Venture - Newmont
https://www.newmont.com/investors/news-release/news-details/2026/Newmont-and-Barrick-Reach-Agreement-Regarding-Nevada-Gold-Mines-Joint-Venture/default.aspx

Fourmile Project - Barrick Mining
https://www.barrick.com/English/operations/fourmile/default.aspx

NevGold Intercepts 1.06 g/t Oxide Au Over 42.7 Meters Outside of 2026 MRE Pit-Shell
https://www.globenewswire.com/de/news-release/2026/09/17/3363884/0/en/nevgold-intercepts-1-06-g-t-oxide-au-over-42-7-meters-outside-of-2026-mre-pit-shell-mineralization-also-expanded-inside-pit-shell-with-5-00-g-t-oxide-au-over-3-0-meters-within-1-23.html

North Peak Commences Diamond Drilling at Prospect Mountain Following Technical Review of MT Anomalies
https://www2.newsfilecorp.com/release/313260/

North Peak Commences 2026 Drilling Campaign at Prospect Mountain
https://www.newsfilecorp.com/release/308833/

North Peak Resources - Prospect Mountain Mine Complex
https://northpeakresources.com/property/

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NorthPeak Resources Ltd
Land: kanadisch
ISIN: CA6614441096
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