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Small- & Micro Cap Investment
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51,6 Millionen Schmerzpatienten: Warum Vertex, Eli Lilly und NeuroThera nach Alternativen zu Opioiden suchen

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Rund 51,6 Millionen Erwachsene in den USA litten nach einer Schätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC im Jahr 2021 unter chronischen Schmerzen. Bei 17,1 Millionen Menschen schränkten die Beschwerden den Alltag erheblich ein. Hinter diesen Zahlen steht kein einheitliches Krankheitsbild. Neuropathische Schmerzen, Rückenbeschwerden und entzündliche Erkrankungen können völlig unterschiedliche Ursachen besitzen und entsprechend unterschiedliche Behandlungen erfordern.

Opioide bleiben bei bestimmten starken Schmerzen unverzichtbar, bringen bei längerer Anwendung aber erhebliche Risiken mit sich. Abhängigkeit, Toleranzentwicklung und Überdosierungen haben die Suche nach wirksamen nicht opioiden Medikamenten beschleunigt. Vertex besitzt bereits ein zugelassenes Präparat für akute Schmerzen, während Eli Lilly einen Kandidaten für chronische Beschwerden übernommen hat. NeuroThera verfolgt mit seiner CannAmide-Formulierung einen deutlich früheren Ansatz.

Vertex eröffnet eine neue Wirkstoffklasse

Vertex Pharmaceuticals Incorporated (ISIN: US92532F1003) hat mit Journavx den ersten Vertreter einer neuen Klasse nicht opioider Schmerzmittel auf den US-Markt gebracht. Suzetrigin blockiert den Natriumkanal NaV1.8, der Schmerzsignale in peripheren Nerven weiterleitet. Die FDA-Zulassung gilt bislang für mittelschwere bis starke akute Schmerzen bei Erwachsenen, nicht für chronische Beschwerden. Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Unternehmensangaben rund 900.000 Verschreibungen ausgefüllt. Allein im zweiten Quartal erzielte Journavx 50 Millionen US-Dollar Umsatz und damit 71 Prozent mehr als im vorausgegangenen Quartal.

Für den erheblich größeren Markt chronischer Schmerzen laufen zwei Phase-III-Studien bei diabetischer peripherer Neuropathie. Vertex möchte die Rekrutierung bis Ende 2026 abschließen. Zusätzlich untersucht das Unternehmen mit VX-993 einen weiteren NaV1.8-Hemmer in Phase II. Der kommerzielle Start von Journavx zeigt, dass ein nicht opioider Mechanismus grundsätzlich den Sprung in die Versorgung schaffen kann. Ob sich der Ansatz auch bei langfristigen neuropathischen Schmerzen bewährt, bleibt jedoch eine offene klinische Frage.

Eli Lilly zahlt bis zu 1 Milliarde US-Dollar für den nächsten Kandidaten

Eli Lilly and Company (ISIN: US5324571083) verstärkte seine Schmerzpipeline 2025 durch die Übernahme von SiteOne Therapeutics. Einschließlich möglicher regulatorischer und kommerzieller Meilensteine können die früheren Eigentümer bis zu 1 Milliarde US-Dollar erhalten. Im Mittelpunkt steht STC-004, ein für Phase II vorbereiteter Hemmer des Natriumkanals NaV1.8. Lilly bezeichnet den Kandidaten als möglichen nicht opioiden Ansatz für chronische Schmerzen.

Damit greift der Pharmakonzern dieselbe grundlegende Zielstruktur wie Vertex auf, beginnt aber deutlich früher in der klinischen Entwicklung. Die hohe maximale Kaufsumme verdeutlicht das Interesse an neuen Schmerzmechanismen, stellt jedoch keinen Nachweis für den späteren Markterfolg dar. STC-004 muss zunächst zeigen, ob der Wirkstoff bei chronischen Beschwerden eine klinisch relevante Wirkung erzielt und zugleich ein überzeugendes Sicherheitsprofil besitzt.

NeuroThera setzt auf PEA statt Natriumkanalblockade

NeuroThera Labs Inc. (ISIN: CA64136J2002) verfolgt mit CannAmide einen anderen Ansatz. Die orale Formulierung enthält Palmitoylethanolamid, kurz PEA. Dabei handelt es sich um ein körpereigenes Lipidmolekül, das mit Entzündungs- und Schmerzprozessen in Verbindung gebracht wird. NeuroThera stellt CannAmide als Formulierung für Schmerzen und Entzündungen dar und hebt eine gegenüber herkömmlichem PEA verbesserte Löslichkeit und Aufnahme hervor.

CannAmide spielt außerdem eine zentrale Rolle in den Kombinationsplattformen des Unternehmens. Bei SCI-110 wird die PEA-Formulierung mit Dronabinol verbunden, bei SCI-210 mit CBD. NeuroThera verfolgt dabei die Hypothese, dass PEA die Wirkung der Cannabinoide unterstützt und dadurch niedrigere Dosierungen ermöglichen könnte. Die klinischen Programme konzentrieren sich bislang allerdings auf Tourette, Alzheimer-bedingte Agitation, Autismus und weitere neurologische Indikationen.

Genau darin liegt die wichtigste Einschränkung des Schmerzthemas. NeuroThera hat bislang kein mit den Phase-III-Studien von Vertex vergleichbares Entwicklungsprogramm bei chronischen Schmerzen vorgelegt. Auch die Bezeichnung als Formulierung für Schmerzen und Entzündungen ersetzt keine randomisierte klinische Studie in einer klar definierten Schmerzindikation. Der Ansatz besitzt eine biologische Grundlage, befindet sich kommerziell und klinisch aber deutlich früher als die Programme der beiden großen Pharmakonzerne.

Der Markt entscheidet nicht nur zwischen Opioid und Nicht-Opioid

Die hohe Patientenzahl macht chronische Schmerzen zu einem attraktiven, aber stark fragmentierten Markt. Vertex verfügt bereits über ein zugelassenes Medikament für akute Schmerzen und versucht nun, den NaV1.8-Mechanismus auf neuropathische Beschwerden auszuweiten. Eli Lilly hat bis zu 1 Milliarde US-Dollar auf einen weiteren Kandidaten derselben Wirkstoffklasse gesetzt.

NeuroThera sucht mit PEA und cannabinoidbasierten Kombinationen nach einem anderen Weg. Damit daraus ein eigenständiges Schmerzprogramm entsteht, wären eine klar definierte Indikation, ein regulatorischer Entwicklungspfad und kontrollierte klinische Daten erforderlich. Die 51,6 Millionen Betroffenen liefern das Marktargument. Welche Unternehmen davon profitieren, entscheiden jedoch Wirksamkeit, Sicherheit und die Fähigkeit, ein konkretes Schmerzproblem besser als bestehende Therapien zu lösen.


Quellen

https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/72/wr/mm7215a1.htm
https://www.cdc.gov/overdose-prevention/manage-treat-pain/manage-pain-with-doctor.html
https://investors.vrtx.com/news-releases/news-release-details/vertex-reports-second-quarter-2026-financial-results
https://investor.lilly.com/news-releases/news-release-details/lilly-expand-its-pain-pipeline-acquisition-siteone-therapeutics
https://scisparc.com/product/

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Neurothera Labs Inc
Land: kanadisch
ISIN: CA64136J2002
Neurothera Labs Inc

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