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Korrosion gehört zu den teuersten Problemen der modernen Industrie - und gleichzeitig zu den am wenigsten sichtbaren. Sie sorgt selten für Schlagzeilen, bewegt keine Rohstoffpreise und steht kaum im Mittelpunkt wirtschaftspolitischer Debatten. Dennoch verursacht sie weltweit Schäden in Billionenhöhe.
Ob Brücken, Pipelines, Schiffe, Windkraftanlagen oder Industrieanlagen: Überall dort, wo Metall über Jahre Wind, Wasser, Salz oder Chemikalien ausgesetzt ist, beginnt ein schleichender Prozess. Materialien verlieren ihre Festigkeit, Wartungskosten steigen und im schlimmsten Fall müssen ganze Anlagen ersetzt werden.
Für viele Industrien ist Korrosion deshalb längst kein technisches Detail mehr, sondern ein wirtschaftlicher Faktor mit erheblichem Einfluss auf Investitionen, Betriebskosten und Lebensdauer von Infrastruktur.
Warum Korrosion deutlich mehr kostet als nur neue Farbe
Die eigentlichen Kosten von Korrosion entstehen häufig nicht durch das beschädigte Material selbst. Deutlich teurer sind die indirekten Folgen.
Wenn eine Pipeline außer Betrieb genommen werden muss, eine Offshore-Plattform gewartet wird oder ein Industrieunternehmen seine Produktion für Reparaturarbeiten unterbrechen muss, entstehen oft Kosten, die weit über den eigentlichen Materialwert hinausgehen.
Die World Corrosion Organization schätzt die weltweiten Kosten von Korrosion auf mehrere Billionen US-Dollar pro Jahr. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf Infrastruktur, Energieanlagen, Transportwesen und industrielle Produktionsanlagen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen weiter. Viele Staaten investieren massiv in Stromnetze, Wasserinfrastruktur, Häfen und erneuerbare Energien. Je größer die Infrastruktur wird, desto wichtiger wird ihre langfristige Haltbarkeit.
Warum Beschichtungen für die Industrie immer wichtiger werden
Genau deshalb investieren Unternehmen weltweit in Korrosionsschutz.
Besonders wichtig sind dabei industrielle Beschichtungen. Sie bilden die erste Verteidigungslinie gegen Feuchtigkeit, Salzwasser, Chemikalien und andere Umwelteinflüsse. Moderne Beschichtungssysteme sollen nicht nur Korrosion verhindern, sondern auch Wartungsintervalle verlängern und die Lebensdauer von Anlagen erhöhen.
Zu den weltweit führenden Unternehmen in diesem Bereich gehört Akzo Nobel (ISIN: NL0013267909). Der Konzern ist unter anderem für seine Schutzbeschichtungen der Marke Interzone bekannt, die in Offshore-Anlagen, Industrieprojekten und maritimen Anwendungen eingesetzt werden.
Der Markt für Korrosionsschutz gewinnt für Akzo Nobel zunehmend an Bedeutung. Gerade Betreiber von Energie- und Infrastrukturprojekten suchen nach Lösungen, die Wartungskosten senken und Anlagen länger nutzbar machen. In einer Welt, in der Investitionen in Windparks, Stromnetze und Industrieanlagen steigen, wächst auch die Bedeutung leistungsfähiger Beschichtungssysteme.
Warum PPG Industries auf langlebigere Schutzsysteme setzt
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei PPG Industries (ISIN: US6935061076).
Der US-Konzern gehört zu den größten Anbietern von Farben, Lacken und Schutzbeschichtungen weltweit. Seine Produkte werden unter anderem in Industrieanlagen, Infrastrukturprojekten, der Luftfahrt und im Schiffbau eingesetzt.
Für Unternehmen wie PPG Industries wird die Haltbarkeit von Beschichtungen zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Betreiber großer Anlagen möchten Wartungszyklen verlängern und ungeplante Ausfälle vermeiden. Dadurch wächst die Nachfrage nach Materialien, die über viele Jahre hinweg zuverlässigen Schutz bieten.
Die Entwicklung zeigt, dass sich der Beschichtungsmarkt längst nicht mehr nur um Oberflächenoptik dreht. Immer häufiger stehen wirtschaftliche Faktoren wie Lebensdauer, Wartungsaufwand und Betriebssicherheit im Mittelpunkt.
Warum neue Materialien zunehmend in den Fokus rücken
Trotz großer Fortschritte bleibt Korrosion ein permanentes Problem. Deshalb suchen Industrieunternehmen kontinuierlich nach neuen Materiallösungen.
Besonders interessant erscheinen dabei sogenannte Additive, die bestehenden Beschichtungen zusätzliche Eigenschaften verleihen können. Ziel ist es, Barrierewirkungen zu verbessern und das Eindringen von Wasser oder aggressiven Chemikalien weiter zu erschweren.
Genau hier beschäftigen sich Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen zunehmend mit Graphen.
Das Kohlenstoffmaterial besitzt außergewöhnliche Barriereeigenschaften. Bereits geringe Mengen können die Struktur von Beschichtungen verändern und so dazu beitragen, Korrosionsschutzsysteme widerstandsfähiger zu machen.
Wie Graphen die Lebensdauer von Infrastruktur verlängern könnte
Vor diesem Hintergrund arbeitet auch First Graphene (ISIN: AU000000FGR3) an Anwendungen für industrielle Beschichtungen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei die Zusammenarbeit mit Akzo Nobel. Gemeinsam wurde das Graphen-Additiv PureGRAPH für die Beschichtung Interzone 954 getestet. Laut den veröffentlichten Daten konnten dabei Verbesserungen beim Korrosionsschutz erzielt werden. Die Untersuchungen konzentrierten sich insbesondere auf Anwendungen in anspruchsvollen Industrieumgebungen. Nach Unternehmensangaben zeigte die graphenverstärkte Variante eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber korrosiven Belastungen als die Referenzbeschichtung. Die Zusammenarbeit gilt als eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie Graphen zunehmend in bestehende Industrieprodukte integriert wird.
Interessant ist dabei vor allem der Ansatz. Statt komplett neue Beschichtungssysteme zu entwickeln, wird versucht, bestehende Produkte durch zusätzliche Materialeigenschaften weiter zu verbessern. Genau solche schrittweisen Innovationen prägen häufig die industrielle Praxis.
Warum der Kampf gegen Korrosion noch lange nicht beendet ist
Korrosion wird sich niemals vollständig verhindern lassen. Dafür sind die Belastungen durch Umwelt, Feuchtigkeit und Chemikalien zu vielfältig.
Dennoch zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass Materialwissenschaft und Beschichtungstechnologien immer wichtiger werden. Je größer die weltweiten Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und Industrieanlagen ausfallen, desto stärker wächst der wirtschaftliche Nutzen langlebiger Schutzsysteme.
Für Unternehmen wie Akzo Nobel und PPG Industries gehört Korrosionsschutz bereits heute zum Kerngeschäft. Gleichzeitig arbeiten Materialentwickler daran, bestehende Systeme weiter zu verbessern.
Genau deshalb dürfte Korrosion auch in Zukunft eines der teuersten Probleme der Weltwirtschaft bleiben - und zugleich einer der wichtigsten Treiber für Innovationen in der Materialwissenschaft.

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Quellen:
https://www.worldcorrosion.org/
https://www.akzonobel.com/en/products-and-services/protective-coatings
https://www.ppgpmc.com/products/protective-marine-coatings
https://firstgraphene.net/graphene-enhanced-protective-coatings/
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