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Small- & Micro Cap Investment
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Warum eine 2- bis 3-fache Verbesserung den Markt für Pulverbeschichtungen verändern könnte

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Stahl lässt sich auf zwei grundverschiedene Arten vor Rost schützen. Eine Zinkschicht kann das Metall abschirmen und übernimmt zugleich eine sogenannte Opferfunktion: Wird die Oberfläche beschädigt, korrodiert zunächst das Zink. Pulverbeschichtungen bilden dagegen einen geschlossenen Kunststofffilm, der Wasser, Sauerstoff und Salze vom Stahl fernhalten soll.

Beide Verfahren sind etabliert. Beide besitzen Grenzen.

Ausgerechnet Graphen könnte nun eine zusätzliche Option eröffnen. Michael Bell, CEO von First Graphene (ISIN: AU000000FGR3), berichtete im Interview mit Dr. Reuter Investor Relations von einem britischen Kundenprojekt, bei dem eine graphenverstärkte Pulverbeschichtung entwickelt wird. Nach den bisherigen wissenschaftlichen Ergebnissen spreche man dort von einer zwei- bis dreifachen Verbesserung des Korrosionsschutzes gegenüber herkömmlicher Verzinkung oder Zinkbeschichtungen.

Die Zahl ist bemerkenswert. Sie ist jedoch kein allgemeingültiger Industriestandard, sondern eine Managementaussage zu einem laufenden Entwicklungsprojekt. Gerade deshalb lohnt der Blick darauf, welche Hürden eine solche Beschichtung noch überwinden muss.

Warum die Verzinkung so schwer zu verdrängen ist

Zink schützt Stahl seit Jahrzehnten zuverlässig. Das Verfahren wird bei Brückenbauteilen, Geländern, Fahrzeugkomponenten, Energieinfrastruktur und Industrieanlagen eingesetzt. Selbst kleinere Beschädigungen führen nicht sofort zum Rost des darunterliegenden Stahls, weil das unedlere Zink zuerst reagiert.

Der Preis für diesen Schutz liegt im zusätzlichen Material- und Prozessaufwand. Stahlteile müssen vorbehandelt, beschichtet oder in geschmolzenes Zink getaucht werden. Bauteilgröße, Geometrie und spätere Weiterverarbeitung können die Wahl des Verfahrens begrenzen. Hinzu kommen schwankende Zinkpreise und der Wunsch vieler Hersteller, Materialeinsatz und Energieverbrauch zu reduzieren.

Pulverbeschichtungen bieten eine andere Logik. Das trockene Pulver wird elektrostatisch aufgebracht und anschließend eingebrannt. Lösungsmittel sind nicht erforderlich, überschüssiges Pulver kann häufig zurückgewonnen werden. Der Schutz funktioniert jedoch nur, wenn der Film geschlossen bleibt und auch Kanten, Vertiefungen und komplexe Formen zuverlässig abdeckt.

Warum AkzoNobel Energieverbrauch und Lebensdauer gleichzeitig angreift

AkzoNobel (ISIN: NL0013267909) zählt mit seiner Marke Interpon zu den weltweit führenden Anbietern von Pulverbeschichtungen. Die Systeme kommen unter anderem auf Fensterrahmen, Rohren, Fahrzeugteilen, Batterien, Motoren, Ventilen und Architekturkomponenten zum Einsatz.

Der Wettbewerb dreht sich längst nicht mehr allein um Farbe und Oberflächenoptik. AkzoNobel entwickelt Beschichtungen, die über Jahrzehnte gegen Wetter und Korrosion schützen und zugleich schneller oder bei niedrigeren Temperaturen aushärten. Das Produkt Interpon D1036 Low-E kann nach Unternehmensangaben bei 150 Grad Celsius eingebrannt werden - rund 30 Grad niedriger als konventionelle Systeme. Dadurch sollen sich der Energieverbrauch um bis zu 20% reduzieren und die Beschichtungszeit um bis zu 25% verkürzen lassen.

Für Kunden zählt diese Kombination. Eine Beschichtung muss länger halten, darf die Fertigung aber nicht verteuern oder verlangsamen. Jede neue Graphenformulierung tritt deshalb nicht gegen eine statische Technologie an, sondern gegen etablierte Anbieter, die ihre Systeme kontinuierlich verbessern.

Warum PPG ausgerechnet die Kanten des Stahls schützt

PPG Industries (ISIN: US6935061076) konzentriert sich bei einer seiner jüngsten Entwicklungen auf jene Stellen, an denen Pulverbeschichtungen häufig versagen: scharfe Kanten, Winkel und Vertiefungen.

Während des Einbrennens kann sich das Pulver von solchen Bereichen zurückziehen. Die Schutzschicht wird dünner, obwohl gerade Kanten bei Transport und Nutzung besonders stark belastet werden. PPG brachte deshalb Envirocron Extreme Protection Edge Plus auf den Markt. Die Einschichtlösung soll das Schrumpfen während der Aushärtung reduzieren und auch komplexe Geometrien vollständig abdecken.

Parallel bietet PPG mit Primeron verschiedene Grundierungen für Stahl, verzinkten Stahl, metallisierte Oberflächen und Aluminium an. Das Portfolio umfasst klassische zinkreiche Systeme ebenso wie zinkfreie Alternativen. Die Produkte werden nach ISO 12944 getestet, dem zentralen Standard für den Korrosionsschutz von Stahlbauten.

PPG zeigt damit, wie kleinteilig Innovation in diesem Markt geworden ist. Nicht eine spektakuläre Materialeigenschaft entscheidet, sondern zuverlässiger Schutz an der schwächsten Stelle eines realen Bauteils.

Warum Graphen Wasser und Sauerstoff auf Umwege schicken kann

Graphenplättchen wirken in einer Beschichtung wie extrem dünne Barrieren. Liegen sie gleichmäßig verteilt und überlappend im Material, müssen Wasser, Sauerstoff und korrosive Ionen einen längeren, verschlungenen Weg bis zur Metalloberfläche zurücklegen.

Die Wirkung hängt stark von der Qualität der Formulierung ab. Zu kleine Partikel, falsche Konzentrationen oder eine schlechte Verteilung können den Vorteil begrenzen. Verklumpungen können sogar neue Schwachstellen erzeugen. Auch die Verbindung zwischen Graphen, Harz und Metalloberfläche muss dauerhaft stabil bleiben.

First Graphene versteht seine Rolle deshalb nicht als Hersteller der kompletten Pulverbeschichtung. Das Unternehmen wählt gemeinsam mit dem Kunden die passende Partikelgröße und Materialspezifikation aus, unterstützt die Dispersion und hilft bei der Integration in die bestehende Rezeptur. Der Beschichtungshersteller bringt anschließend sein Wissen über Harze, Pigmente, Vorbehandlung und Aushärtung ein.

Was eine 2- bis 3-fache Verbesserung tatsächlich beweisen müsste

Der von Michael Bell beschriebene Leistungsgewinn besitzt erhebliches Potenzial, wenn er sich außerhalb der bisherigen Versuche bestätigen lässt. Dafür reicht ein einzelner Laborwert jedoch nicht aus.

Die Beschichtung muss Salznebeltests, Feuchtigkeit, Temperaturwechsel, UV-Strahlung, mechanische Beschädigungen und langjährige Alterung bestehen. Ebenso wichtig sind Haftung, Oberflächenqualität, gleichmäßige Verarbeitung und die Kosten pro beschichtetem Bauteil. Der Vergleich mit Verzinkung muss zudem exakt definieren, welches Zinksystem, welche Schichtdicke und welche Belastung gemeint sind.

Erst diese Daten zeigen, ob die Graphenlösung nur unter bestimmten Versuchsbedingungen überzeugt oder in industriellen Anwendungen einen reproduzierbaren Vorteil liefert.

Warum der Korrosionsschutz nicht auf einen einzigen Gewinner hinausläuft

Zink wird nicht plötzlich aus dem Korrosionsschutz verschwinden. Auch klassische Pulverbeschichtungen werden weiterentwickelt. Wahrscheinlicher ist eine zunehmende Spezialisierung: zinkreiche Grundierungen für besonders aggressive Umgebungen, zinkfreie Systeme für ausgewählte Anwendungen, niedrig aushärtende Pulver zur Energieeinsparung und neue Additive zur Verbesserung der Barrierewirkung.

Graphen fügt dieser Entwicklung einen zusätzlichen Werkzeugkasten hinzu. Das Material muss kein vollständiges Beschichtungssystem ersetzen. Bereits eine deutlich längere Lebensdauer, weniger Wartung oder ein geringerer Zinkbedarf könnten wirtschaftlich relevant sein.

Die von Bell genannte zwei- bis dreifache Verbesserung macht das britische Kundenprojekt zu einem aufmerksamkeitsstarken Testfall. Der eigentliche Durchbruch wäre jedoch nicht der beeindruckende Laborwert. Er wäre erreicht, wenn sich derselbe Vorteil auf industriellen Anlagen, komplexen Stahlteilen und über viele Produktionschargen hinweg wiederholen lässt.


Quellen:

https://firstgraphene.net/investors/executive-interviews/
https://www.akzonobel.com/en/about-us/our-businesses/powder-coatings
https://www.akzonobel.com/en/media/media-releases/low-energy-powder-coating
https://www.ppg.com/en-US/industrialcoatings/industrial-blog/ppg-envirocron-extreme-protection-edge-plus
https://www.ppg.com/en-US/industrialcoatings/primeron

Lassen Sie sich in den Verteiler für First Graphene oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler First Graphene" oder "Nebenwerte".

First Graphene Limited
Land: Australien
ISIN: AU000000FGR3
First Graphene - First Graphene

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