FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Montag in unmittelbarer Distanz zu seinem Rekordhoch gehalten. Dieses hatte er am Mittwoch mit knapp 26.574 Punkten erreicht, bevor leichte Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Gegen Mittag gab der deutsche Leitindex um 0,1 Prozent auf 26.420 Punkte nach, was aber nichts an seinem seit nunmehr vier Wochen in Folge positiven Lauf ändert.
Seither hat der Dax um sechseinhalb Prozent zugelegt und sein Jahresplus auf knapp acht Prozent ausgebaut. Seit dem Jahrestief im März - ausgelöst durch den Iran-Krieg und stark verteuerter Ölpreise - stieg er sogar um etwas mehr als 20 Prozent.
Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, hielt sich zur Mittagszeit bei 32.475 Zählern stabil.
Nach Monaten voller Sorge und Ungewissheit beunruhigte die verfahrene Lage im Iran-Krieg die Anleger zuletzt immer weniger. Und das, obwohl in dem für 60 Tage anberaumten Rahmenabkommen zur Klärung besonders umstrittener Themen wie etwa dem Umgang mit Irans Atomprogramm weiter keine Fortschritte erzielt wurden und dieses nun ausläuft. Stattdessen goss US-Präsident Donald Trump kurz vor dem Wochenende "Öl ins Feuer", als er die Übernahme der Straße von Hormus ankündigte. Der Iran stellte daraufhin die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.
Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan blieb derweil generell optimistisch für die Aktienmärkte. Grund dafür sind die steigenden Unternehmensgewinne. Trotz der Indexrekorde sei die Positionierung der Anleger weiter alles andere als extrem, schrieb er. Die Marktbreite nehme zu, was heißt, dass die Anstiege nicht nur von wenigen starken Werten getragen würden.
Hinzu kommt, dass in den USA die jüngsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten die Sorgen vor steigenden Leitzinsen in den USA vorerst wieder in den Hintergrund haben treten lassen.
Unternehmensseitig blieb es am Montag ruhig. Im Dax erholte sich die Aktien mit KI-Bezug, wie etwa Siemens Energy und Infineon weiter und zählten mit plus 1,7 Prozent und 0,9 Prozent zu den Index-Favoriten. Dass der Umsatz des US-KI-Konzerns Anthropic im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mindestens das Vierzehnfache gestiegen ist, sorgte für gute Stimmung.
Das Vonovia-Papier gab derweil um 1,6 Prozent nach und litt unter der Wiederaufnahme der Bewertung mit "Underperform" durch die französische Investmentbank Exane BNP.
Im MDax profitierte der Anteilsschein von Salzgitter mit plus 4,4 Prozent von einer Empfehlung der Bank of America. Die US-Bank sieht angesichts von Handelsschutzmaßnahmen durch die EU ein Aufwärtspotenzial von 18 Prozent für die Konsensschätzung zum operativen Konzernergebnis 2027.
Im SDax profitierte die dort erst seit Kurzem eingezogene Aktie von OHB mit plus 5,4 Prozent von Neuigkeiten zum europäischen Satellitennetzwerk. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen schreibt, hat sich das belgische Start-up Aerospacelab gegen Airbus durchgesetzt und den Auftrag für den Bau des Großteils der Satelliten für das geplante Netzwerk Iris2 erhalten.
Aus Deutschland sei OHB mit an Bord und werde sogenannten MEO-Satelliten herstellen, die in einer höheren Erdumlaufbahn kreisen und größer und entsprechend teurer seien. Der Auftragswert hierfür liege wohl bei knapp einer Milliarde Euro, hieße es./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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