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45-Milliarden-US-Dollar-Goldrausch: Zentralbanken kaufen auf Rekordniveau - doch woher soll das Gold kommen?

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Ein neuer Goldrausch gewinnt an Dynamik - doch zu seinen größten Akteuren gehören weder Hedgefonds noch Spekulanten oder Privatanleger. Es sind die Zentralbanken.

Nach Angaben des World Gold Council, auf die sich Reuters beruft, kauften Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold. Das war mehr als das Fünffache der im ersten Quartal erworbenen Menge und ein Rekordwert für ein zweites Quartal. Auf Basis der durchschnittlichen Goldpreise entsprach dies laut Schätzungen der Deutschen Bank einer Rekordsumme von 45 Milliarden US-Dollar an Goldnachfrage durch Zentralbanken.

Und die Käufe könnten noch lange nicht abgeschlossen sein. Rekordhohe 45 Prozent der vom World Gold Council befragten Zentralbanken planen, ihre Goldbestände in den kommenden zwölf Monaten weiter aufzustocken.

Für Anleger im Bergbausektor wirft dies eine Frage auf, die weit über die täglichen Schwankungen des Goldpreises hinausgeht:

Wenn Zentralbanken mehr physisches Gold wollen - woher soll die nächste Generation des Angebots kommen?

China beschleunigt seine Goldkäufe

China liefert eines der deutlichsten Beispiele für diesen Trend.

Nach Angaben von Reuters kaufte die chinesische Zentralbank allein im Juli netto 20 Tonnen Gold - der größte monatliche Anstieg seit Oktober 2023. Damit erhöhten sich Chinas offizielle Goldreserven auf den Rekordwert von 2.377,5 Tonnen.

Die Gründe für diesen Trend gehen jedoch weit über China hinaus. Zentralbankmanager betrachten Gold zunehmend als Möglichkeit, ihre Reserven angesichts geopolitischer Unsicherheiten, Inflationsrisiken und wachsender Bedenken hinsichtlich traditioneller Reserveanlagen zu diversifizieren.

Gold ist allerdings nicht frei von Risiken. Die Preise können stark schwanken, und auch Zentralbanken dürften kaum unabhängig vom jeweiligen Preis kaufen. Dennoch lässt sich die Nachfrage des offiziellen Sektors zunehmend schwer ignorieren - insbesondere weil Zentralbanken in der Regel einen wesentlich längeren Anlagehorizont haben als klassische Investoren.

Für Goldproduzenten entsteht dadurch ein interessantes Marktumfeld.

Barrick zeigt, was heutige Unzen wert sind

Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080) demonstriert bereits, welches wirtschaftliche Potenzial sich für etablierte Produzenten ergibt.

Das Unternehmen produzierte im zweiten Quartal 2026 796.000 Unzen Gold aus fortgeführten Geschäftsbereichen und erzielte einen durchschnittlichen realisierten Goldpreis von rund 4.417 US-Dollar je Unze. Der bereinigte Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent auf 1,36 Milliarden US-Dollar, während der operative Cashflow 1,70 Milliarden US-Dollar erreichte.

Diese Zahlen verdeutlichen die operative Hebelwirkung, die entstehen kann, wenn hohe Goldpreise auf eine etablierte Produktion treffen.

Doch Barrick macht zugleich eine grundlegende Herausforderung sichtbar, vor der die gesamte Branche steht:

Goldminen sind endlich.

Jede heute geförderte Unze muss langfristig durch Exploration, die Umwandlung von Ressourcen in Reserven, Minenerweiterungen oder vollständig neue Projekte ersetzt werden.

B2Gold blickt bereits auf die 2030er-Jahre

Die gleiche Herausforderung zeigt sich bei B2Gold (ISIN: CA11777Q2099).

B2Gold produzierte im zweiten Quartal 203.648 Unzen. Beim Flaggschiffprojekt Fekola erzielte das Unternehmen einen realisierten Goldpreis von rund 4.529 US-Dollar je Unze, verglichen mit 3.276 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Doch B2Gold verlässt sich nicht allein auf seine heutigen Minen.

Die regionale Entwicklung rund um Fekola soll bis 2027 hochgefahren werden und könnte - vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigung - ab 2028 bis Mitte der 2030er-Jahre jährlich mehr als 150.000 Unzen Gold produzieren.

Das verdeutlicht das zentrale Problem der Goldbranche:

Zentralbanken können innerhalb weniger Monate Hunderte Tonnen Gold kaufen. Die Bergbauindustrie kann jedoch nicht innerhalb weniger Monate Hunderte Tonnen neue Produktionskapazität schaffen.

Entdeckungen müssen zunächst in Ressourcen überführt werden. Ressourcen müssen anschließend in Reserven umgewandelt werden. Danach folgen Machbarkeitsstudien, Genehmigungen und Finanzierungen, bevor der Bau einer Mine überhaupt beginnen kann.

Genau an diesem Punkt gewinnen Unternehmen in der Entwicklungsphase zunehmend an Bedeutung.

Tesoro Gold: 1,82 Millionen Unzen in der Entwicklungspipeline

Ein Unternehmen, das diesen Übergang vollziehen will, ist Tesoro Gold (ISIN: AU0000077208).

Das Flaggschiffprojekt El Zorro liegt in der chilenischen Atacama-Region und umfasst die Lagerstätte Ternera. Diese verfügt derzeit über eine Mineralressource von 1,82 Millionen Unzen bei einem durchschnittlichen Goldgehalt von rund 1,1 g/t.

Die Scoping-Studie von Tesoro aus dem Jahr 2025 skizzierte einen potenziellen Betrieb mit einer Verarbeitungskapazität von drei Millionen Tonnen pro Jahr und einer durchschnittlichen Produktion von rund 111.000 Unzen jährlich während der ersten neun Jahre. Die geschätzten nachhaltigen Gesamtkosten über die Lebensdauer der Mine lagen bei 1.216 US-Dollar je Unze, während die anfänglichen Investitionskosten auf etwa 248 Millionen US-Dollar veranschlagt wurden.

Von besonderer Bedeutung ist, dass diese vorläufigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen einen Goldpreis von 2.750 US-Dollar je Unze zugrunde legten - und damit einen Preis, der deutlich unter den zuletzt von Barrick und B2Gold realisierten Preisen liegt.

Das bedeutet nicht, dass Tesoro den heutigen Goldpreis einfach auf die Berechnungen der Scoping-Studie übertragen kann. Kosten, Wechselkurse, Steuern und Annahmen zur Minenplanung können sich verändern. Zudem befindet sich El Zorro weiterhin in der Entwicklungsphase.

Es zeigt jedoch, warum fortgeschrittene Goldprojekte interessanter werden können, wenn der Rohstoff deutlich über den Preisen gehandelt wird, die ihrer ursprünglichen Bewertung zugrunde lagen.

El Zorro nähert sich einer entscheidenden Phase

Auch die Tesoro-Geschichte verlagert sich zunehmend von der Exploration in Richtung einer potenziellen Minenentwicklung.

Eine endgültige Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study, DFS) schreitet in den Bereichen Bergbau, Verarbeitung, Infrastruktur, Tailingsmanagement und Projektdurchführung voran. GR Engineering Services und Knight Piésold übernehmen wichtige technische Arbeiten. STRACON ist über eine strategische Allianz eingebunden, während BurnVoir mit der Beratung zu möglichen Projektfinanzierungen beauftragt wurde.

Mehrere potenziell wichtige Meilensteine rücken näher. Dazu gehören eine aktualisierte Mineralressource, eine erste Erzreserve und der Abschluss der DFS.

Diese Schritte könnten Anlegern wesentlich mehr Klarheit darüber verschaffen, welcher Anteil der bestehenden Ressource von El Zorro potenziell einen wirtschaftlichen Minenbetrieb unterstützen könnte und welche Voraussetzungen für die Entwicklung eines solchen Betriebs erfüllt werden müssten.

Parallel zu den Entwicklungsarbeiten wird die Exploration fortgesetzt. Damit besteht weiterhin die Möglichkeit, die Ressourcenbasis im gesamten Projektgebiet zu erweitern.

Von 45 Milliarden US-Dollar Nachfrage zu den Minen von morgen

Tesoro bleibt deutlich spekulativer als Barrick oder B2Gold. El Zorro ist noch keine Mine, und Risiken hinsichtlich Machbarkeit, Genehmigungen, Finanzierung, Bau und Rohstoffpreis bleiben bestehen.

Doch genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Angebotsseite des aktuellen Goldrauschs.

Barrick demonstriert die Wirtschaftlichkeit der heute produzierten Unzen. B2Gold zeigt, warum selbst etablierte Produzenten in das Angebot von morgen investieren müssen. Tesoro befindet sich deutlich früher in demselben Entwicklungszyklus.

Zentralbanken kauften innerhalb von nur drei Monaten 289 Tonnen Gold - eine Nachfrage im geschätzten Wert von 45 Milliarden US-Dollar. Im Juli beschleunigte China seine Goldkäufe erneut.

Die Finanzmärkte können ihre Goldnachfrage nahezu augenblicklich erhöhen. Neue Minen können darauf nicht annähernd so schnell reagieren.

Sollte sich der neue Goldrausch der Zentralbanken fortsetzen, könnten sich Anleger daher zunehmend nicht nur fragen, wer heute Gold besitzt - sondern auch, wer die Unzen liefern könnte, die die Welt morgen benötigen wird.

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Quellen:

https://uk.finance.yahoo.com/news/morgan-stanley-gold-price-outlook-115609515.html
https://b2gold.com/
https://www.barrick.com/English/home/default.aspx
https://tesorogold.com.au/

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Tesoro Gold
Land: Australien?
ISIN:??AU0000077208
https://tesorogold.com.au/

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