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Daimler Truck, Volvo und Tesla vor dem Wendepunkt: Warum E-Lkw schneller kommen könnten als erwartet

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Der weltweite Markt für schwere Nutzfahrzeuge könnte vor einem entscheidenden Wendepunkt stehen. Eine neue Analyse von Carbon Tracker kommt zu dem Ergebnis, dass batterieelektrische Lkw in wichtigen Märkten bereits Anfang der 2030er-Jahre wirtschaftlich mit Diesel-Lkw konkurrieren könnten. Sollte diese Kostenschwelle erreicht werden, könnte sich die Elektrifizierung des Güterverkehrs erheblich schneller entwickeln, als viele Marktteilnehmer bislang erwarten.

Für Hersteller wie Daimler Truck (ISIN: DE000DTR0CK8), Volvo (ISIN: SE0021628898) und Tesla (ISIN: US88160R1014) geht es damit zunehmend um die Frage, wie schnell sich der Markt verschiebt. Für Flottenbetreiber entsteht jedoch ein anderes Problem: Was geschieht mit Millionen bereits vorhandener Diesel-Lkw, wenn elektrische Antriebe wirtschaftlich attraktiver werden?

Die Wirtschaftlichkeit könnte den Markt verändern

Carbon Tracker sieht vor allem die Gesamtbetriebskosten als entscheidenden Faktor. Speditionen treffen ihre Kaufentscheidungen weniger aufgrund technologischer Trends als anhand von Anschaffungskosten, Energieverbrauch, Wartung, Auslastung und Restwert.

Sinkende Batteriekosten und größere Produktionsvolumina könnten dazu führen, dass sich die Rechnung zugunsten elektrischer Lkw verschiebt. Carbon Tracker erwartet deshalb in wichtigen Märkten einen kommerziellen Kipppunkt Anfang der 2030er-Jahre. Sobald Elektro-Lkw bei den Gesamtbetriebskosten mit Diesel konkurrieren können, könnte sich ihre Verbreitung deutlich beschleunigen.

Die Dimension des möglichen Wandels ist erheblich. Nach Angaben des International Transport Forum (ITF) verursachen schwere Nutzfahrzeuge rund 24 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen des Transportsektors. Gleichzeitig könnte sich die Nachfrage nach Straßengüterverkehr bis 2050 verdoppeln.

Das ITF sieht batterieelektrische Fahrzeuge derzeit als die Technologie mit den besten Voraussetzungen für eine schnelle Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Insbesondere im Kurz- und Regionalverkehr seien batterieelektrische Lösungen bereits vergleichsweise weit entwickelt.

Neue Elektro-Lkw sind nur ein Teil der Lösung

Für Daimler Truck, Volvo und andere etablierte Hersteller eröffnet die Entwicklung einen wachsenden Markt für neue Elektro-Lkw. Doch für Speditionen bleibt die Finanzierung eine wesentliche Hürde.

Das ITF verweist darauf, dass neue emissionsfreie Lkw insbesondere in früheren Marktphasen zwei- bis dreimal so viel kosten konnten wie vergleichbare Dieselfahrzeuge. Gerade kleinere Transportunternehmen arbeiten häufig mit niedrigen Margen und können ihre Flotten nicht kurzfristig vollständig ersetzen.

Damit entsteht neben dem Markt für neue Fahrzeuge möglicherweise ein zweiter Markt: die Elektrifizierung bereits vorhandener Lkw.

Hier setzt Janus Electric Holdings (ISIN: AU0000395626) an. Das australische Unternehmen verfolgt nicht das Geschäftsmodell eines klassischen Lkw-Herstellers. Stattdessen sollen bestehende schwere Diesel-Lkw auf batterieelektrischen Antrieb umgerüstet und mit austauschbaren Batteriesystemen ausgestattet werden.

Für Flottenbetreiber könnte dieser Ansatz interessant sein, wenn sie Emissionen reduzieren möchten, ohne ein noch wirtschaftlich nutzbares Fahrzeug vollständig ersetzen zu müssen.

Batteriewechsel als Alternative zur langen Ladepause

Die Herausforderung endet allerdings nicht beim Fahrzeug. Mit einer größeren elektrischen Lkw-Flotte wächst gleichzeitig der Bedarf an leistungsfähiger Ladeinfrastruktur.

Das ITF bezeichnet Investitionen in Ladepunkte und die Verstärkung der Stromnetze ausdrücklich als notwendig. Bei besonders leistungsfähigen Lkw-Ladestandorten können Netzanschlüsse von mehr als 30 Megawatt erforderlich werden. In Europa können entsprechende Netzverstärkungen laut dem Bericht unter ungünstigen Bedingungen mehrere Jahre beanspruchen.

Interessanterweise führt das ITF neben stationär geladenen Elektro-Lkw auch batterieelektrische Lkw mit Batteriewechselsystemen als eigenständigen technologischen Ansatz auf. Während die Nachhaltigkeit dieser Lösung positiv eingeschätzt wird, bleiben Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Geschwindigkeit einer breiteren Einführung offen.

Genau hier versucht Janus, sich zu positionieren. Anstatt einen Lkw während des Ladevorgangs längere Zeit abzustellen, werden entladene Batterien gegen geladene Einheiten ausgetauscht. Entscheidend wird sein, ob sich dieses Modell in größerem Maßstab wirtschaftlich betreiben lässt.

Nordamerika wird zum wichtigen Testmarkt

Für Janus gewinnt diese Frage durch die jüngsten kommerziellen Fortschritte in Nordamerika an Bedeutung. Nach den zuletzt vom Unternehmen bereitgestellten Angaben umfasst das vertraglich gesicherte nordamerikanische Auftragsbuch 112 Lkw-Umrüstungen, davon 87 in den USA und 25 in Kanada.

Gerade die USA könnten für das Unternehmen zu einem wichtigen Test für die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells werden. Dort treffen große bestehende Diesel-Flotten auf zunehmenden Elektrifizierungsdruck und hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit von Nutzfahrzeugen.

Der Übergang vom Auftragseingang zur erfolgreichen Umsetzung bleibt allerdings entscheidend. Janus ist ein kleines Unternehmen und muss zeigen, dass es größere Stückzahlen zuverlässig umrüsten, die benötigten Batteriesysteme bereitstellen und eine entsprechende Infrastruktur aufbauen kann.

Der Wettbewerb beginnt erst

Carbon Trackers Analyse verändert dennoch die Perspektive auf den gesamten Sektor. Sollte die wirtschaftliche Parität zwischen Diesel- und Elektro-Lkw tatsächlich Anfang der 2030er-Jahre erreicht werden, könnte der Markt schneller wachsen als bislang angenommen.

Daimler Truck, Volvo, Tesla und andere Hersteller kämpfen dabei um den Markt für die nächste Generation neuer Nutzfahrzeuge. Janus verfolgt einen anderen Weg: Das Unternehmen setzt darauf, einen Teil der bereits existierenden Diesel-Flotte in das elektrische Zeitalter zu überführen.

Ob dieses Modell einen bedeutenden Marktanteil erreichen kann, ist noch offen. Doch je schneller sich die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs entwickelt, desto relevanter dürfte die Frage werden, ob wirklich jeder bestehende Diesel-Lkw durch ein komplett neues Fahrzeug ersetzt werden muss.


Quellen
https://carbontracker.org/heavy-duty-truck-market-set-for-faster-than-expected-shift-to-electrification/
https://energycenter.org/thought-leadership/blog/electric-truck-market-gaining-speed
https://www.itf-oecd.org/sites/default/files/docs/low-emission-trucks.pdf
https://januselectric.com/

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Janus Electric Holdings Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000395626
https://januselectric.com/

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