(neu: Schlusskurse in Europa, New Yorker Verlaufskurse)
FRANKFURT/SHANGHAI/NEW YORK (dpa-AFX) - Aktien aus der Technologiebranche haben am Montag keine gemeinsame Richtung gefunden. So gab es zwar erneut Bedenken hinsichtlich des Tempos des KI-Ausbaus. Als wichtigste Belastung galt, dass der ChatGPT-Entwickler OpenAI nach einem Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle ausgesetzt hat. Zudem blieb die Börsenstimmung anfällig für das Geschehen in Nahost, wo die Fronten verhärtet bleiben. Demgegenüber profitierten die Aktien von Chipausrüstern von einem Medienbericht über vielleicht erlaubte Chipverkäufe von Nvidia nach China.
Hierzulande fielen unter den KI-Werten die Kurse von Infineon und Siemens Energy um bis zu 1,2 Prozent. Unter den Ausrüstern drehten die Papiere von Aixtron und Suss Microtec letztlich moderat ins Plus.
Die Anteilsscheine von Jenoptik reduzierten ihre Kursverluste am Ende auf 0,6 Prozent, wobei ihnen auch eine Kaufempfehlung des Analysehauses Stifel zugute kam.
In New York sanken die Aktien von Micron, Intel, Qualcomm und ARM um bis zu 7,4 Prozent. Die Papiere von Nvidia aber stiegen an der Spitze des leicht nachgebenden Leitindexes Dow Jones Industrial um 2,8 Prozent.
Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow von CMC Markets bekommt "die bislang so robuste KI-Story erneut Risse". Laut dem ChatGPT-Entwickler OpenAI konnte ein KI-Modell eine Netzwerk-Einstellungslücke dazu nutzen, um Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich keinen Internet-Zugang haben sollte. Am Wochenende war außerdem bekannt geworden, dass ChatGPT von Nutzern hochgeladene Bilder auf Online-Plattformen platziert hat.
Marktbeobachter Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets kommentierte: "Der Vorfall zeigt erneut, wie schwer sich KI-Agenten vollständig kontrollieren lassen." Laut den Experten des Fachdienstes für statistische und technische Börsenanalyse Index-Radar rückt erneut die Frage in den Vordergrund, wie lange die außergewöhnliche Dynamik im Tech-Bereich anhält - und ob die bereits anspruchsvollen Wachstumsraten der Unternehmen, die an dem Megatrend partizipieren, entlang der gesamten Wertschöpfungskette realistisch bleiben.
Zuvor hatte es in Asien schon deutliche Kursverluste in der Tech-Branche gegeben. In Seoul war der Kurs der Aktie des Chipherstellers SK Hynix mit mehr als vier Prozent unter Druck geraten. An den China-Börsen litten die Tech-Kurse auch unter einem Bericht des Nachrichtenportals "The Information", wonach Chinas Behörden Unternehmen wie dem Online-Handelsriesen Alibaba oder dem Tiktok-Betreiber Bytedance den Kauf neuer Nvidia-Chips gestatten könnten. Dies könnte die lokale Entwicklung von Hardware für KI-Technologien eher schwächen, wird befürchtet.
Eine Erlaubnis für den Verkauf von Chips nach China könnte ein erster Schritt sein, dass sich die USA und China politisch wieder etwas annähern. Chinas Staatschef Xi Jinping war in der vergangenen Woche zum Staatsbesuch in Washington und US-Präsident Donald Trump hat eine Einladung angenommen. "Wir werden uns im November erneut in China treffen und anschließend im Dezember beim G20-Gipfel in Miami, Florida", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit./tih/ck/stk/la/jha/
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