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Amazon und Microsoft vor neuen Wasserregeln: Warum Australiens KI-Boom De.mems Technologie interessanter macht

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Australiens KI- und Rechenzentrumsboom bekommt neue Spielregeln. Der Bundesstaat Victoria hat am 22. September einen neuen Rahmen für Rechenzentren vorgestellt. Künftig sollen neue Anlagen unter anderem ihren zusätzlichen Strombedarf durch neue erneuerbare Energie absichern und für wasserintensive Kühlung recyceltes oder nicht als Trinkwasser genutztes Wasser einsetzen. Gleichzeitig arbeitet die australische Bundesregierung an verpflichtenden nationalen Mindeststandards für große Rechenzentren, bei denen Wasserverbrauch und Recycling ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Victoria nennt Amazon und Microsoft ausdrücklich als Unternehmen, die in dem Bundesstaat investieren. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) ist die Entwicklung interessant: Der australische Wassertechnologiespezialist verfügt bereits über Erfahrung mit industrieller Wasserwiederverwendung, Membrantechnologie und der Aufbereitung von Abwasser für eine erneute Nutzung. Ein Auftrag aus dem Rechenzentrumssektor ist damit nicht verbunden - aber die Regulierung macht aus Wassereffizienz zunehmend einen wirtschaftlichen Faktor.

Victoria setzt dem Rechenzentrumsboom neue Grenzen

Rechenzentren gelten als eine der wichtigsten Infrastrukturen hinter dem KI-Boom. Gleichzeitig steigt mit immer größeren Anlagen der Bedarf an Strom, Flächen und - abhängig von der verwendeten Kühltechnik - Wasser. Victoria reagiert darauf mit seinem neuen "Sustainable Data Centre Action Plan". Neue Rechenzentren sollen zusätzlichen Strombedarf mit neuer erneuerbarer Erzeugung und Speichern absichern sowie Anschluss- und notwendige Netzausbaukosten tragen. Für De.mem ist jedoch vor allem die Wasserregel interessant: Die Regierung will, dass für die Kühlung recyceltes oder anderes nicht als Trinkwasser genutztes Wasser verwendet wird. Falls dies zunächst nicht möglich ist, sollen Betreiber ihren Trinkwasserverbrauch ausgleichen und notwendige Infrastrukturmaßnahmen finanzieren.

Der politische Hintergrund ist die enorme Wachstumserwartung für den Sektor. Reuters verweist auf Schätzungen, wonach Australiens Investitionen in Rechenzentren und digitale Infrastruktur bis 2030 rund 150 Mrd. AUD erreichen könnten. In Victoria sind bereits mehr als 50 Rechenzentren in Betrieb, Melbourne gehört zu den am schnellsten wachsenden Märkten des Landes. Die Regierung will weitere Investitionen ausdrücklich nicht verhindern. Digitalminister Anthony Carbines erklärte bei Vorstellung der neuen Regeln, dass Unternehmen wie Amazon und Microsoft in Victoria investierten und dies innerhalb der neuen Leitplanken auch weiterhin tun solle.

Aus einer Wasserfrage wird Regulierung

Besonders interessant ist, dass Victoria mit diesem Ansatz nicht alleinsteht. Die australische Bundesregierung hat im September ihren Konsultationsentwurf "Getting it right: Building AI infrastructure that works for Australia" veröffentlicht. Daraus sollen national einheitliche verpflichtende Mindeststandards für große Rechenzentren entstehen. Beim Wasser sind die geplanten Vorgaben bemerkenswert konkret: Betreiber sollen ihren Verbrauch minimieren, effiziente Kühltechnologien und Möglichkeiten für nicht trinkbares beziehungsweise recyceltes Wasser priorisieren, ihren Wasserverbrauch transparent ausweisen und einen angemessenen Anteil an den notwendigen Infrastrukturkosten tragen.

Die Regierung begründet das mit der erwarteten Expansion der Branche. 2025 verbrauchten australische Rechenzentren nach Angaben des Konsultationspapiers schätzungsweise 5,5 Gigaliter Wasser allein für Kühlzwecke. National ist das im Verhältnis zum gesamten industriellen Wasserverbrauch noch überschaubar, lokal können große Cluster jedoch erhebliche Auswirkungen haben. Besonders deutlich wird das am Beispiel Sydney: Sydney Water geht laut Bundesregierung davon aus, dass Rechenzentren bis 2035 bis zu 20 Prozent des Trinkwassers der Stadt beanspruchen könnten. Der Bund prüft deshalb sogar eine einheitliche Hierarchie der Wasserquellen, bei der Recycling- und anderes nicht trinkbares Wasser Vorrang vor Trinkwasser erhalten würde.

Genau hier wird De.mems Technologie interessant

De.mem ist nach öffentlich verfügbaren Informationen weder an Rechenzentren von Amazon noch von Microsoft in Victoria beteiligt. Auch aus den neuen regulatorischen Vorgaben entsteht kein automatischer Auftrag für das Unternehmen. Die Verbindung liegt vielmehr in der Technologie. De.mem entwickelt und betreibt dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitungssysteme. Zum Portfolio gehören unter anderem Ultrafiltration, Nanofiltration und Umkehrosmose. Das Unternehmen verfügt außerdem über Erfahrung in der Elektronikindustrie, wo besonders hohe Anforderungen an Wasserqualität und Prozesssicherheit bestehen. Dazu gehören sowohl die Erzeugung von hochreinem Wasser als auch die Aufbereitung industrieller Abwasserströme.

Ein früheres Projekt in Singapur zeigt, wie diese Technologien zur Wasserwiederverwendung eingesetzt werden können. Für einen Elektronikhersteller behandelte De.mem industrielles Abwasser mit einer Kombination aus Vorfiltration sowie Ultra- und Nanofiltration. Das aufbereitete Wasser erreichte nach Unternehmensangaben eine Qualität, die eine Rückführung in den Produktionsprozess ermöglichte. Genau dieses Prinzip - Wasser behandeln und anschließend erneut nutzen - gewinnt an Bedeutung, wenn industrielle Großverbraucher weniger auf Trinkwasser angewiesen sein sollen.

KI-Infrastruktur braucht nicht automatisch mehr Frischwasser

Für die Investmentstory ist allerdings eine wichtige Differenzierung nötig. Nicht jedes Rechenzentrum benötigt dieselben Mengen Wasser. Die Kühlarchitektur spielt eine entscheidende Rolle. Erst vergangene Woche wurde beispielsweise bekannt, dass Anthropic bei seinem geplanten 2,16-Gigawatt-Campus in Australien auf ein geschlossenes, luftgekühltes System setzen will, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Das widerspricht der De.mem-Story nicht - es zeigt vielmehr, wie unterschiedlich Betreiber auf dasselbe Problem reagieren können. Manche Anlagen reduzieren den Wasserbedarf über alternative Kühltechnologien, andere können auf Recycling- oder nicht trinkbares Wasser ausweichen. Australiens Bundesregierung nennt deshalb ausdrücklich mehrere Wege: effizientere Kühlung, geschlossene Kreisläufe sowie den Einsatz von Recyclingwasser.

Für De.mem bedeutet das, dass der KI-Boom nicht automatisch einen neuen Milliardenmarkt schafft. Interessant wird der Sektor dort, wo Betreiber Wasser aufbereiten, wiederverwenden oder alternative Wasserquellen nutzbar machen müssen. Ob De.mem daraus tatsächlich Rechenzentrumskunden gewinnen kann, muss das Unternehmen erst beweisen.

De.mem bringt ein wiederkehrendes Geschäftsmodell mit

Die größere De.mem-Story geht ohnehin über einzelne Rechenzentren hinaus. Das Unternehmen verkauft nicht nur Wasseraufbereitungsanlagen, sondern erzielt einen großen Teil seiner Erlöse mit wiederkehrenden Leistungen. Dazu gehören Operations-&-Maintenance- und Build-Own-Operate-Verträge sowie Membranen, Pumpen, Spezialchemikalien, Ersatzteile und andere Verbrauchsmaterialien. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf den Rekordwert von 17,6 Mio. AUD. Die Zahlungseingänge erreichten 20,0 Mio. AUD und lagen damit 28 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich von 556.000 AUD auf 1,582 Mio. AUD. Rund 90 Prozent der Umsätze beziehungsweise Zahlungseingänge stammen inzwischen aus wiederkehrenden Geschäftsbereichen. 2025 war allerdings erst das erste vollständige Kalenderjahr mit positivem bereinigtem EBITDA, sodass De.mem weiterhin erst über eine kurze positive Ergebnishistorie verfügt.

Genau diese Struktur könnte interessant werden, wenn Wassereffizienz in immer mehr Industrien regulatorisch vorgeschrieben oder wirtschaftlich notwendig wird. Wasseraufbereitung endet nicht mit der Installation einer Anlage. Systeme müssen betrieben, Membranen ersetzt, Pumpen gewartet und Wasserqualität dauerhaft kontrolliert werden. Für De.mem liegt das Potenzial deshalb weniger im einmaligen Bau großer Infrastruktur als in langfristigen Kundenbeziehungen.

Neue Regeln sind noch kein Auftrag

Für Anleger bleibt die Abgrenzung entscheidend. Die neuen Regeln in Victoria sind keine De.mem-Auftragsmeldung. Ebenso wenig gibt es derzeit eine bekannte Geschäftsbeziehung zu Amazon oder Microsoft, die aus dieser Entwicklung abgeleitet werden könnte. Zudem können unterschiedliche Kühltechnologien den Wasserbedarf neuer Rechenzentren erheblich reduzieren. Interessant ist vielmehr, dass Wasserwiederverwendung von einer freiwilligen Effizienzmaßnahme zunehmend zu einem politischen Thema wird. Victoria fordert für neue wasserintensive Rechenzentrumskühlung recyceltes oder nicht trinkbares Wasser, während die Bundesregierung parallel verpflichtende nationale Mindeststandards vorbereitet. Damit bekommt ein Technologiefeld, in dem De.mem bereits aktiv ist, zusätzlichen regulatorischen Rückenwind.

Fazit: Der KI-Boom bekommt verbindlichere Wasserregeln

Australien will vom weltweiten KI-Investitionsboom profitieren - aber nicht um jeden Preis. Victoria verschärft die Vorgaben für neue Rechenzentren und stellt klar, dass Trinkwasser nicht zum Standard für wasserintensive Kühlung werden soll. Gleichzeitig bereitet die Bundesregierung nationale Mindestanforderungen vor, bei denen Wassereffizienz, Recycling und transparente Verbrauchsdaten eine zentrale Rolle spielen.

Für De.mem entsteht daraus kein automatischer Auftrag. Das Unternehmen verfügt jedoch bereits über Technologien zur industriellen Wasser- und Abwasseraufbereitung und hat Wasser erfolgreich für die Wiederverwendung in Produktionsprozessen aufbereitet. Sollte Recyclingwasser bei neuen Industrie- und Rechenzentrumsprojekten stärker vorgeschrieben oder wirtschaftlich attraktiver werden, erweitert das grundsätzlich den adressierbaren Markt für entsprechende Technologien.

Amazon und Microsoft zeigen, welche großen Namen Australien für seine digitale Infrastruktur gewinnen will. Die neuen Regeln zeigen gleichzeitig, unter welchen Bedingungen dieses Wachstum stattfinden soll. Für De.mem Limited (ISIN: AU000000DEM4) könnte genau diese Verbindung aus Investitionsboom und strengeren Anforderungen an Wassereffizienz langfristig neue Marktchancen eröffnen.

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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien

Quellen:
Reuters - Victoria proposes mandating new data centres source their own green power, 22. September 2026
https://www.reuters.com/business/energy/australias-victoria-proposes-new-data-centres-must-secure-their-own-renewable-2026-09-22/
Victorian Government - We Need Data Centres But We Set The Rules, 22. September 2026
https://www.premier.vic.gov.au/we-need-data-centres-we-set-rules
Victorian Government - Sustainable Data Centre Action Plan
https://djsir.vic.gov.au/priorities-and-initiatives/ai-mission-statement/sustainable-data-centre-action-plan
Australian Government, Department of the Prime Minister and Cabinet - Getting it right: Building AI infrastructure that works for Australia, September 2026
https://www.pmc.gov.au/resources/getting-it-right-building-ai-infrastructure-works-australia
Australian Government, Department of the Prime Minister and Cabinet - Australia's AI Consultation
https://www.pmc.gov.au/domestic-policy/office-ai/ai-infrastructure-consultation
De.mem Limited - Our Solutions for the Electronics Industry
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2018/09/4e.-Brochure-Our-Solutions-for-the-Electronics-Industry.pdf
De.mem Limited - De.mem deploys membrane technology across multiple industry sectors in Asia
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2018/10/43yynsfgzq4vmt.pdf
De.mem Limited - Record Half Year Results, 27. August 2026
https://financialfilings.com/filings/demem-limited/earnings-release/2026/57644205/

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