FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax erhält am Donnerstag auf seiner Richtungssuche wieder einen Dämpfer. Zahlen großer US-Tech-Konzerne trübten die Stimmung, nachdem der Leitindex am Vortag noch den höchsten Stand seit vier Wochen erreicht hatte. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder deutlich.
Nach dem Tagestief, das zur Mittagszeit unter der 100-Tage-Linie lag, fielen die Verluste am Nachmittag schon wieder deutlich milder aus. Zuletzt stand der Leitindex mit 25.507 Punkten auf seinem Tageshoch, wobei das Minus dann aber immer noch ein halbes Prozent groß war. Der MDax mit den mittelgroßen Werten sank deutlicher um 1,2 Prozent auf 30.294 Zähler.
Gute Zahlen des Schwergewichts SAP reichten im Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche als Stütze im Dax nicht aus. Über Nacht ging es an den technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich bergab und dem folgen auch die Indikationen für die New Yorker Börsen, allen voran an der Nasdaq.
"Die Quartalsberichte von Tesla, Meta, IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatte der Weltraum- und KI-Konzern SpaceX die jüngsten Sorgen also nur vorübergehend gemildert.
Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Trendthema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.
Am Nachmittag gaben die Aktien von Infineon, Siemens Energy, Hochtief und Siemens deutlich nach. Die Kurse der deutschen KI-Profiteure im Dax verloren zuletzt zwischen 1,7 und 3,7 Prozent an Wert.
Die SAP-Aktionäre reagierten nach gutem Kursverlauf seit dem Sommer nicht fest entschlossen darauf, dass der Softwareriese etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr wird. Zeitweise ins Minus gerutscht, schafften es die Aktien zuletzt wieder mit 1,5 Prozent in die Gewinnzone. Laut dem Experten Charles Brennan von Jefferies wurde die Dynamik der Cloud-Transformation unterstrichen, während die Sorgen vor einer KI-Disruption von SAP etwas entkräftet wurden.
Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk um 1,1 Prozent, nachdem der Panzergetriebehersteller wegen des Verkaufs des Gleitlagergeschäfts seine Geschäftsjahresprognose kürzte. Außerdem geriet Krones im MDax zeitweise mächtig unter Druck wegen gekürzter Umsatzziele. Das fast neun Prozent große Spitzenminus bei dem Anlagenbauer schrumpfte aber zuletzt auf drei Prozent.
Eine positive Ausnahme waren deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Offerte. Der schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit einem Sprung um 5,3 Prozent auf 45,10 Euro dem gebotenen Preis von 46,50 Euro.
Der Sartorius -Kurs legte außerdem um fünf Prozent zu. James Vane-Tempest von Jefferies Research attestierte dem Laborausrüster ein starkes drittes Quartal, vor allem mit dem Laborgeschäft als Treiber. Für diesen Geschäftsbereich wird das Unternehmen einen Tick optimistischer./tih/jha/
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