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Small- & Micro Cap Investment
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Daimler, E.ON und Fastned investieren Milliarden in die Ladeinfrastruktur - aber ist Batteriewechsel das fehlende Puzzleteil?

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Europas Übergang zur Elektromobilität dreht sich längst nicht mehr nur um den Bau von Elektrofahrzeugen. Zunehmend wird die Transformation auch zu einer Infrastrukturfrage. Daimler Truck (ISIN: DE000DTR0CK8) baut spezielle Ladeangebote für schwere Nutzfahrzeuge aus, der Energiekonzern E.ON (ISIN: DE000ENAG999) investiert in Stromnetze und Ladelösungen, während Fastned sein Netz von Schnellladestationen in ganz Europa weiter ausbaut. Doch im Schwerlastverkehr, wo jede Stunde Stillstand die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen kann, stellt sich eine weitere Frage: Könnte der Batteriewechsel zu einer wichtigen Ergänzung des konventionellen Ladens werden?

Genau diese Frage steht im Mittelpunkt der Strategie des australischen Technologieunternehmens Janus Electric (ISIN: AU0000151XXX). Anstatt ausschließlich auf stationäres Laden zu setzen, rüstet Janus bestehende Diesel-Lkw auf Elektroantrieb um und verwendet austauschbare Batterien, die bei leerem Ladezustand gewechselt werden können. Für Flottenbetreiber liegt der Vorteil auf der Hand: Ein bestehendes Fahrzeug kann elektrifiziert und gleichzeitig die Wartezeit beim Laden minimiert werden.

Europa braucht Tausende zusätzliche Lkw-Ladepunkte

Das Ausmaß der europäischen Infrastrukturherausforderung erklärt, warum alternative Lösungen zunehmend Aufmerksamkeit erhalten.

Nach Angaben von Daimler Truck benötigt Europa bis 2030 rund 35.000 Schnellladepunkte mit einer Leistung von mindestens 800 kW, um die CO2-Reduktionsziele der EU zu erreichen. Als das Unternehmen 2025 seine TruckCharge-Pläne vorstellte, gab es europaweit jedoch weniger als 1.000 Ladepunkte speziell für schwere Nutzfahrzeuge. Daimler plant daher bis 2030 ein halböffentliches Netzwerk mit mehr als 3.000 Schnellladepunkten.

Gleichzeitig haben Daimler Truck, Traton und Volvo gemeinsam 500 Millionen Euro für Milence bereitgestellt, ihr europäisches Joint Venture für die Ladeinfrastruktur im Schwerlastverkehr. Ursprüngliches Ziel war die Installation von mindestens 1.700 Hochleistungsladepunkten entlang von Autobahnen und an Logistikzentren.

Auch Energiekonzerne bewegen sich in diese Richtung. E.ON arbeitet mit Tank & Rast zusammen, um im Rahmen des staatlichen Deutschlandnetz-Programms Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw in Deutschland aufzubauen.

Für Investoren entsteht damit ein neuer Infrastrukturmarkt, der weit über die eigentlichen Fahrzeughersteller hinausgeht.

Fastned zeigt, wie schnell der Lademarkt wächst

Fastned (ISIN: NL0013654809) liefert einen weiteren Hinweis darauf, wie viel Kapital inzwischen in die europäische Ladeinfrastruktur fließt.

Das in Amsterdam börsennotierte Unternehmen betrieb Ende 2025 insgesamt 406 Schnellladestationen in neun Ländern, nach 346 ein Jahr zuvor. Die ladebezogenen Umsätze erreichten 2025 rund 122,4 Millionen Euro - doppelt so viel wie zwei Jahre zuvor. Fastned sicherte sich im Jahresverlauf zudem 94 zusätzliche Standorte und erhöhte damit seine Entwicklungspipeline auf 663 Standorte. Langfristig strebt das Unternehmen 1.000 Stationen an.

Der Trend ist eindeutig: Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird Europa erheblich mehr Ladeinfrastruktur benötigen.

Doch bei schweren Lkw unterscheidet sich die wirtschaftliche Rechnung deutlich von jener bei Pkw. Flottenbetreiber sind auf eine hohe Fahrzeugauslastung, planbare Routen und möglichst geringe Standzeiten angewiesen. Große Batterien erfordern zudem leistungsfähige Netzanschlüsse und entsprechend umfangreiche Ladeinfrastruktur.

Janus Electric verfolgt einen anderen Ansatz

Janus Electric setzt bei demselben Problem an einer anderen Stelle an.

Das Geschäftsmodell kombiniert die Umrüstung von Diesel-Lkw auf Elektroantrieb mit einem Batteriewechselsystem. Anstatt einen Lkw während des Ladevorgangs abzustellen, kann eine entladene Batterie gegen eine geladene Einheit ausgetauscht werden, sodass das Fahrzeug schnell wieder in den Betrieb zurückkehren kann.

Das Unternehmen hat bereits 26 Lkw in Australien umgerüstet. Die Flotte hat inzwischen mehr als 650.000 Kilometer im kommerziellen Einsatz zurückgelegt und über elf Charge-&-Change-Stationen mehr als 3.600 Batteriewechsel absolviert.

Auch in Nordamerika zeichnet sich zunehmend kommerzielle Dynamik ab. Janus verfügt mittlerweile über einen Auftragsbestand von 112 Lkw-Umrüstungen in den USA und Kanada, darunter bedeutende Vereinbarungen mit kalifornischen Flottenbetreibern. Mehrere Kunden setzen bereits Elektro-Lkw im Umfeld der Häfen von Los Angeles und Long Beach ein, was ihr Interesse am Janus-Modell besonders bemerkenswert macht.

Das Unternehmen versucht damit nicht, direkt mit Daimler Truck oder Ladeinfrastrukturanbietern wie Fastned zu konkurrieren. Stattdessen adressiert Janus einen anderen Teil des Elektrifizierungsökosystems: bestehende schwere Nutzfahrzeuge und Flotten, bei denen schnelle Fahrzeugumlaufzeiten den Batteriewechsel wirtschaftlich attraktiv machen könnten.

Die kommerziellen Fortschritte ziehen inzwischen auch die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich. In einem am 29. Juli 2026 veröffentlichten Research-Bericht bezeichnete Glen Wellham, Senior Analyst bei Trim Capital, die jüngsten Entwicklungen bei Janus als "transformativ". Dabei verwies er insbesondere auf die 112 Bestellungen für Umrüstkits aus Nordamerika sowie die jüngste Kapitalerhöhung des Unternehmens über 7,68 Millionen AUD.

Trim Capital prognostiziert einen Umsatzanstieg von 3,7 Millionen AUD im Geschäftsjahr 2026 auf 50,3 Millionen AUD im Geschäftsjahr 2027 und 244,5 Millionen AUD im Geschäftsjahr 2028. Das EBITDA soll laut den Prognosen im Geschäftsjahr 2027 mit 1,6 Millionen AUD erstmals positiv ausfallen und im Geschäftsjahr 2028 auf 15,8 Millionen AUD steigen.

Wellham ermittelt auf Basis eines DCF-Modells einen Wert von 1,10 AUD je Aktie, verglichen mit einem Aktienkurs von 0,265 AUD zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts. Gleichzeitig weist der Analyst auf Ausführungsrisiken, die Herausforderungen beim Hochfahren der Produktion sowie den Wettbewerb durch etablierte Lkw-Hersteller und andere Batteriewechseltechnologien hin. Wichtig für Investoren: Der Research-Bericht wurde von Janus Electric in Auftrag gegeben, weshalb die den Prognosen zugrunde liegenden Annahmen entsprechend berücksichtigt werden sollten.

Laden versus Batteriewechsel - oder Laden und Batteriewechsel?

Die Investmentthese sollte dennoch mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. Das konventionelle Laden verfügt über enorme industrielle Unterstützung, immer leistungsfähigere Ladesysteme und ein schnell wachsendes Netzwerk. Batteriewechselsysteme wiederum benötigen standardisierte Technik, ausreichende Batteriebestände und eine hohe Stationsauslastung, damit sich die Infrastrukturkosten wirtschaftlich rechtfertigen lassen.

Für Janus besteht zudem die Herausforderung darin, von einer bislang vergleichsweise kleinen installierten Basis aus zu skalieren und gleichzeitig den wachsenden Auftragsbestand abzuarbeiten.

Doch beide Technologien müssen sich nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließen. Europas Güterverkehr reicht vom Langstreckentransport über Häfen und Minen bis hin zu Verteilzentren und planbaren Hub-to-Hub-Routen. Unterschiedliche Anwendungen könnten daher unterschiedliche Lösungen begünstigen.

Daimler Truck, E.ON und Fastned zeigen, wie viel Kapital bereits in die konventionelle Ladeinfrastruktur fließt. Janus Electric steht dagegen für einen kleineren und deutlich anderen Ansatz: In bestimmten Bereichen des Schwerlastverkehrs könnte der schnellste Weg zur Elektrifizierung eines Lkw darin bestehen, das bestehende Fahrzeug umzurüsten - und anschließend die Batterie zu wechseln, anstatt auf deren Aufladung zu warten.


Quellen

https://www.electrive.com/2026/07/29/acea-reports-strong-growth-for-electric-trucks-and-buses-in-the-eu/
https://www.resources.org/common-resources/why-are-electric-truck-prices-so-high/
https://news.exeter.ac.uk/faculty-of-environment-science-and-economy/electric-trucks-overtaking-diesel-on-lifetime-cost/
https://www.acea.auto/files/ACEA_preliminary_CO2_baseline_heavy-duty_vehicles.pdf
https://www.ttnews.com/articles/class-8-ev-trucks-price-rise
https://januselectric.com/
https://www.daimlertruck.com/en/newsroom/pressrelease/daimler-truck-the-traton-group-and-the-volvo-group-kick-off-european-charging-infrastructure-joint-venture-51986467?utm_source=chatgpt.com
https://www.fastnedcharging.com/hq/en/fastned-reports-over-100-million-in-annual-charging-revenue-for-the-first-time-doubling-revenue-in-two-years?utm_source=chatgpt.com

Lassen Sie sich in den Verteiler für Janus Electric Limited oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Janus Electric" oder "Nebenwerte".

Janus Electric Holdings Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000395626
https://januselectric.com/

Disclaimer/Risikohinweis Janus Electric Limited
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Unternehmensrisiken: Wie bei jedem Unternehmen bestehen Risiken hinsichtlich der Umsetzung des Geschäftsmodells. Es ist nicht gewährleistet, dass sich das Geschäftsmodell entsprechend den Planungen umsetzen lässt. Weitere Unternehmensrisiken können Sie auf der Webseite von Janus Electric einsehen: https://januselectric.com/

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