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08.08.2007 | 12:43
(17 Leser)
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ne-na.de/Entschärfung der angespannten Arbeitsmarktsituation durch Zuwanderung - Hat Deutschland den Anschluss verpasst?

DJ ne-na.de/Entschärfung der angespannten Arbeitsmarktsituation durch Zuwanderung - Hat Deutschland den Anschluss verpasst?

ne-na.de/Entschärfung der angespannten Arbeitsmarktsituation durch 
Zuwanderung - Hat Deutschland den Anschluss verpasst? 
 
Nürnberg, den 8. August 2007 - ,,Wer glaubt , die Welt stünde Schlange, um in 
Deutschland arbeiten zu dürfen, irrt", sagt Holger Schäfer vom Institut der 
deutschen Wirtschaft (IW) http://www.iwkoeln.de in Köln. Die Realität des 
Arbeitsmarktes zeigt einen akuten Fachkräfte-Mangel. Während Politiker über 
die Zuwanderungsbedingungen streiten und die Abschottung Deutschlands bis 
2011 nachdenken, bewerben sich hochqualifizierte Fachkräfte in anderen 
europäischen Ländern - und das mit Erfolg. Dabei ist die 
Arbeitsmarktsituation in Deutschland besonders in der Elektro- und 
IT-Branche sowie der Fahrzeugindustrie kritisch. 
 
Aufgrund des demographischen Wandels ,,sterben" deutsche Arbeitskräfte ,,weg", 
und Unternehmen klagen über leerstehende Stellen. Dies kann in Extremfällen 
sogar zur Insolvenz führen. Eine ähnliche Situation prägte Deutschland schon 
Ende der neunziger Jahre. Die damaligen Arbeitskräfteengpässe wurden durch 
Zuwanderung potenzieller Fachkräfte behoben. Damals gab es noch eine 
Vielzahl interessierter Bewerber. Heute stellt sich die Frage, warum das 
Interesse der Zuwanderer sinkt. Mögliche Gründe dafür sind attraktivere 
Jobangebote anderer Länder. Diese garantieren dem Einzelnen gute 
Erfolgsprognosen und helfen sogar ausländischen Studenten beim Einstieg ins 
Berufsleben. 
 
Kritische Stimmen sagen, dass eine Lockerung der Zuwanderungsbestimmungen 
nur eine vorübergehende Lösung darstellen würde. Laut einer Studie des 
Forschungsinstitutes Forsa http://www.forsa.de sind 52 Prozent der 
Deutschen, davon die Mehrheit Arbeiter, gegen die Zuwanderung ausländischer 
Fachkräfte. Arbeitsmarktexperten des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- 
und Berufsforschung (IAB) http://www.iab.de sagen, es bestehe kein Grund zur 
Annahme eines Fachkräfte-Mangels. Die Realität zeichnet ein anderes Bild. 
Bis 2017 sollen 200 000 Ingenieure nach Einschätzungen von Wissenschaftlern 
fehlen, schreibt der Focus http://www.focus.de . 
 
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) setzt sich für leichtere 
Zuwanderungs-Bedingungen der Einwanderer ein und sorgt so für 
Diskussionsstoff. Schavan will die im Land lebenden Migranten besser 
integrieren. Somit würden Fachkräfte aus dem Ausland nicht mehr dringend 
benötigt. Um eine bessere Integration der hier lebenden Migranten zu 
gewährleisten, müssten einige Lücken im deutschen Bildungssystem geschlossen 
werden, sagt die Bundesbildungsministerin. 
 
Das Ausbleiben der Zuwanderer verschärft nach Ansicht von Experten das 
Demographie-Problem in Deutschland. ,,Bisher haben wir uns gegenüber 
potenziellen Zuwanderern auch nicht sehr aufnahmewillig gezeigt. Wer 
hochqualifizierten Programmierern oder Ingenieuren aus Asien signalisiert, 
wir lassen Euch nur für kurze Zeit ins Land, um aktuelle Löcher zu stopfen, 
der darf nicht damit rechnen, dass die Bewerber Schlange stehen. Zudem 
dürfen aber auch die Anstrengungen nicht erlahmen, im Inland etwas gegen den 
Fachkräftemangel zu tun. Zahlreiche ältere Ingenieure sind arbeitslos. 
Gleichzeitig sind viele Stellen unbesetzt. Das ist ein Unding. Es ist die 
Aufgabe der Unternehmen, die eigenen Leute auch jenseits der 50 auf dem 
neuesten Stand zu halten. Aber auch die Arbeitnehmer haben eine Bringschuld 
in puncto Weiterbildung", sagt der Personalexperte Marc Emde von der Kölner 
Kirch-Personalberatung http://www.kirchconsult.de. 
 
In manchen Branchen kann man beobachten, dass der Trend sich an erfahrenen, 
somit auch älteren Mitarbeitern in Spitzenpositionen orientiert. Das könnte 
vorübergehend einen sinnvollen Lösungsansatz darstellen, problematisch wird 
dieser, wenn keine ,,neuen," jungen Fachkräfte mehr angelernt werden können, 
weil sie nicht vorhanden sind. Andere Länder werben mit besseren 
Konditionen, sagt VDI- Direktor http://www.vdi.de Willi Fuchs. Sie schließen 
sich dem Trend, überwiegend erfahrene Personen einzustellen nicht an. Somit 
haben junge Qualifizierte in anderen Ländern größere Erfolgsaussichten und 
entscheiden sich gegen den deutschen Arbeitsmarkt, der ihnen keine Garantie 
auf eine lange Berufsbiografie geben kann. Dieser sollte seine 
Anwerbestrategien überdenken, um dem wachsenden Wettbewerbsdruck standhalten 
zu können. 
 
Deutschland befindet sich in einer dramatischen Situation und hat diese ,,zu 
spät erkannt", betont Schäfer. Das Ausbleiben ausländischer Fachkräfte 
schlägt sich negativ auf den deutschen Arbeitsmarkt nieder. Die Frage, ob 
Deutschland den Anschluss verpasst hat, scheint beantwortet. Sonst sähe die 
aktuelle Arbeitsmarktsituation anders aus und Deutschland müsste sich nicht 
über fehlende Fachkräfte beklagen. 
 
Eine Meldung vom Medienbüro Sohn. Für den Inhalt ist das Medienbüro Sohn 
verantwortlich. 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

August 08, 2007 05:41 ET (09:41 GMT)


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