Der Konzernverbund Renault und Nissan will einem Pressebericht
zufolge einen Minderheitsanteil am notleidenden US-Autobauer
Chrysler erwerben. Der Plan sehe vor, 20 Prozent an Chrysler zu
übernehmen und die Amerikaner als weiteren Partner in die
Automobil-Allianz aufzunehmen, berichtet die Tageszeitung "Detroit
News" (Onlineausgabe) am Mittwoch unter Berufung auf mit dem Vorgang
vertraute Quellen. Die Chrysler-Anteile solle Nissan kaufen, da die
Japaner über genügend Liquidität verfügten, während Renault auf
Schulden von über 5 Milliarden Euro sitze. Nissan und Chrysler
arbeiten bereits an verschiedenen Projekten zusammen. Unter anderem
soll Nissan Kleinwagen für Chrysler bauen.
Wie die Zeitung weiter berichtet, hat Renault- und Nissan-Chef
Carlos Ghosn dem Chrysler-Großaktionär Cerberus vor einigen Tagen
eine entsprechende schriftliche Offerte unterbreitet. Allerdings
favorisiere Cerberus-Chef Stephen Feinberg eine Verbindung von
Chrysler mit dem größten US-Autobauer General Motors (GM) . Die Szenarien sähen unter anderem vor, dass GM Chrysler
voll übernehme und integriere oder als eigenständige
Tochtergesellschaft laufen lasse, zitiert die "Detroit News" eine
andere Quelle. Diese Pläne erforderten jedoch viel Kapital, das GM
nicht besitze und aufgrund der aktuellen Finanzkrise auch nur
schwerlich auftreiben könne.
Der US-Finanzinvestor Cerberus hat im Vorjahr 80,1 Prozent der
Chrysler-Anteile vom deutschen Daimler-Konzern übernommen
und verhandelt derzeit mit den Stuttgartern über den Verkauf der
Restbeteiligung./edh/wiz
ISIN FR0000131906 JP3672400003 US3704421052
AXC0088 2008-10-22/12:04