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28.04.2009 | 13:50
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UDPATE2: Anleihen verhelfen Deutscher Bank zu Milliardengewinn

DJ UDPATE2: Anleihen verhelfen Deutscher Bank zu Milliardengewinn

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Von Madeleine Nissen

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Gewinne im Anleihengeschäft haben der Deutschen Bank AG im ersten Quartal zu einem Überschuss in unerwarteter Höhe verholfen. Das Frankfurter Institut wies am Dienstag ein Ergebnis von knapp 1,2 Mrd EUR nach Steuern aus, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 141 Mio EUR angefallen war. Analysten hatten im Konsens lediglich mit 764 Mio EUR Gewinn gerechnet.

Im ersten Jahresviertel habe es Anzeichen für eine Stabilisierung der Finanzmärkte gegeben, erklärte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann, dessen Amtszeit am Montagabend überraschend um drei Jahre verlängert worden war. Die Bank habe sich auf eine "breite und solide Finanzierungsbasis sowie eine stattliche Liquiditätsreserve" stützen können.

In die Zukunft blickt Ackermann dennoch vorsichtig und will noch keine präzise Prognose abgeben. Hierfür sei es noch zu früh, sagte er. "Was die weiteren Aussichten angeht, müssen wir mit anhaltenden Schwierigkeiten in unserem Geschäft rechnen", sagte der Schweizer. Die Bank habe jedoch das notwendige Kapital und die strategische Unabhängigkeit, durch die Krise zu kommen.

Ackermann unterstrich die Kontinuität seiner Aussagen und verteidigte vor allem die in der Öffentlichkeit kritisierte Eigenkapitalrendite von 25%. Es sei schlicht falsch, zu behaupten, eine Rendite auf diesem Niveau sei nicht ohne hohe Risiken zu erreichen, sagte Ackermann. Auch zum Thema "Bad Bank" hielt Ackermann an seiner Linie fest und sagte, er sehe diesbezüglich keinen Bedarf für sein Institut. Allgemein gesprochen halte er selber die dezentrale Lösung, die derzeit auch in Berlin favorisiert werde, für den richtigen Weg.

Treiber für das Ergebnis im ersten Quartal war insbesondere der Geschäftsbereich Corporate Banking & Securities, in dem die Bank dank Rekorderträgen im Sales & Trading einen Gewinn vor Steuern von 1,3 Mrd EUR erwirtschaftete. Das Zins- und Devisengeschäft sowie das Geldmarktgeschäft ragten positiv hervor. "Diese Geschäftsfelder profitierten von sehr hohen kundenbezogenen Geschäftsvolumina und von höheren Margen", hieß es in der Mitteilung.

Die Erholung im ersten Jahresviertel fällt vor allem im Vergleich zum vierten Quartal deutlich aus. Belastet von Einbußen im Handel mit Kreditprodukten hatte das Finanzinstitut damals den Markt mit einem Verlust von 3,4 Mrd EUR schockiert. Das überraschend gute Ergebnis im ersten Quartal folgt auf die ebenfalls besser als erwartet ausgefallenen Resultate von Goldman Sachs und Credit Suisse. Die große Frage sei nun, ob die sehr gute Entwicklung nachhaltig sei, sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck. Denn vorbei sei die Finanzkrise noch nicht, warnte er.

Die Belastungen aus negativen Marktwertanpassungen summierten sich bei der Deutschen Bank auf 1,0 Mrd EUR, wovon 841 Mio EUR auf zusätzliche Rückstellungen gegenüber Monoline-Versicherern entfielen. Darüber hinaus fiel für die Immobilie "The Cosmopolitan Resort and Casino" in Las Vegas eine Abschreibung von 500 Mio EUR an. Im Jahr 2008 hatte die Bank wegen der Subprime-Krise insgesamt rund 7 Mrd EUR abschreiben müssen. Seit Beginn der Krise belaufen sich die Abschreibungen insgesamt auf 10,7 Mrd EUR.

Mit der Entscheidung, Josef Ackermann drei Jahre länger als geplant an ihrer Spitze zu behalten, will die Deutsche Bank für Kontinuität in schwierigen Zeiten sorgen. Alle Optionen seien sorgfältig geprüft worden, sagte Ackermann. Es habe ursprünglich nicht seiner Lebensplanung entsprochen, den Vertrag mit der Deutschen Bank zu verlängern. Dennoch sei er nun glücklich, der Bank weiter zu "dienen" und sein persönliches Interesse hinter das Unternehmensinteresse zu stellen. Er habe vor, den Vertrag vollständig auszuüben und nicht vorzeitig auszuscheiden.

Am Aktienmarkt zeigte man sich zufrieden mit dem Bild, das die Bank abgibt. Zusammen mit der Verlängerung des Vertrages von Ackermann sei der Gesamteindruck durch die Bank weg gut, sagte ein Händler. Die Auswirkung auf den Kurs der Deutsche-Bank-Aktien sei jedoch schwer einzuschätzen. So sei das Papier seit dem 9. März um 124% gestiegen, der DAX habe in diesem Zeitraum lediglich um 26,6% zugelegt. Die Aktie fiel zuletzt um knapp 6%.

"Die Zahlen sind sehr gut", sagte auch Analyst Becker über den Quartalsbericht. Besonders der Bereich Sales and Trading mit Fixed-Income-Produkten habe sehr stark abgeschnitten und die Erträge aus dem Investmentbanking gestützt. Dass aber auch die Deutsche Bank die Krise spüre, zeige sich unter anderem bei den Erträgen mit "Private Clients". "Vermutlich halten sich Anleger wegen der Finanzkrise mit dem Kauf von Fondsprodukten zurück", sagte Becker.

Webseite: http://www.db.com/ 
 
   -Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 115, 
   madeleine.nissen@dowjones.com 
   (Herbert Rude hat zu diesem Artikel beigetragen.) 
   DJG/maw/brb 

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April 28, 2009 06:49 ET (10:49 GMT)

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