Der Hafenbetreiber HHLA
Die Hamburger sehen sich wegen der schweren Lage der Containerschifffahrt und eines intensivierten Wettbewerbs im Hinterland steigendem Preisdruck ausgesetzt. Um die negativen Auswirkungen abzufedern, will die HHLA die Kosten in diesem Jahr um 160 bis 180 Millionen Euro drücken. Die Investitionen schraubte der Vorstand sukzessive auf nunmehr 180 Millionen Euro zurück. Diese Maßnahmen dürften den Umsatzeinbruch allerdings nur teilweise ausgleichen.
CONTAINER UND INTERMODAL LEIDEN
Der schrumpfende weltweite Containerverkehr schlägt sich auf den Umschlag nieder. Der Mengenrückgang wirkt sich unmittelbar auf den Bahnverkehr (Intermodal) im Hinterland aus. Das Segment Logistik ist dank der Hafenberatung und des Massengut-Umschlags von Kohle weniger stark beeinträchtigt. Unterm Strich wird die HHLA in diesem Jahr voraussichtlich erheblich weniger verdienen als noch 2008.
Zwar kam der Einbruch der Weltwirtschaft in diesem Sommer zum Stillstand, der zwischenzeitliche leichte Anstieg des Welthandels scheint aber auf die Konjunkturprogramme vieler Länder zurückzugehen. Nicht nur der Asienhandel, das Herzstück des HHLA-Geschäfts, brach ein, auch der Zubringerverkehr in der Ostsee nahm stark ab.
SPARKUR GLEICHT EINBRUCH NUR TEILWEISE AUS
Der Umsatz brach von 338,4 auf 238 Millionen Euro ein und damit etwas stärker als erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sackte von rund 92,6 auf 44,5 Millionen Euro (Prognose: 42 Mio). Unterm Strich schrumpfte der auf die Aktionäre entfallende Überschuss von 47,2 auf 18,1 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Branchenexperten (Prognose: 15,2 Mio Euro).
Wie im bisherigen Jahresverlauf prägten Preisdruck und abnehmende Lagerleistungen das Geschäft. Während HHLA in den vergangenen Jahren am Rande ihrer Kapazität arbeitete und diese immer weiter ausbaute, wandert der Handel derzeit an günstigere Häfen wie Antwerpen und Rotterdam ab. Wenn der Welthandel wieder anzieht, wird HHLA davon profitieren. Bis dahin zieht die Flaute Umsatz und Gewinn aber in erheblich stärkerem Maße in Mitleidenschaft als Industrieunternehmen./fn/stw/tw
ISIN DE000A0S8488
AXC0104 2009-11-12/09:44
