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20.01.2010 | 12:07
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dpa-AFX · Mehr Nachrichten von dpa-AFX

ROUNDUP/Deutsche Börse: Abschreibung belastet Jahresgewinn - Dividende stabil

Die Deutsche Börse rechnet für 2009 mit einer deutlichen Gewinnbelastung durch Abschreibungen. Zugleich will das Unternehmen die Dividende stabil halten. Wegen Umsatzrückgängen und Marktanteilsverlusten ihrer US-Tochter ISE ergebe sich für das abgelaufene Jahr ein Wertberichtigungsbedarf von 420 Millionen Euro, teilte die Deutsche Börse am Dienstagabend in Frankfurt mit. Die Abschreibung beziehe sich auf immaterielle Vermögenswerte der Optionsbörse International Securities Exchange (ISE) und sei nicht zahlungswirksam.

Die Aktie reagierte am Mittwoch moderat negativ auf diese Nachrichten und sank um 0,58 Prozent auf 54,66 Euro. Gestützt wurde sie unter anderem von einem Kommentar des Merrill-Lynch-Analysten Martin Price. Da es sich bei der ISE-Abschreibung nur um einen Einmaleffekt handele und die Deutsche Börse zudem für 2009 eine stabile Dividende in Aussicht stelle, ändere die Mitteilung nichts an seiner positiven Einschätzung der Aktie, schrieb Price. "Wir glauben weiterhin daran, dass die Deutsche Börse gut aufgestellt ist, aus einer zyklischen Erholung der Handelsvolumina und aus dem strukturellen Wachstum im Derivate-Segment und den Dienstleistungen im Nachhandel Kapital zu schlagen."

STABILE DIVIDENDE

Auf den Konzernüberschuss 2009 wirkt sich die Abschreibung nach Angaben der Deutschen Börse nicht in voller Höhe aus, da sie teilweise durch verringerte Steuerverbindlichkeiten auf diese Vermögenswerte in Höhe von 180 Millionen Euro ausgeglichen wird. Der Jahresgewinn dürfte daher mit rund 200 Millionen Euro belastet werden, hieß es. Die Dividende soll auf dem Vorjahresniveau bleiben und 2,10 Euro je Aktie betragen.

Die Dividendenhöhe hält der Vorstand wegen eines starken Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft für vertretbar, trotz gesunkener Handelsvolumina an den Aktien- und Terminmärkten. Allerdings müsse der Aufsichtsrat dem Vorschlag noch zustimmen.

KREDITRATING SCHÜTZEN

Zudem hob der Marktbetreiber hervor, dass wichtige Kennzahlen für das Kreditprofil des Unternehmens, wie der Zinsdeckungsgrad, von den Abschreibungen nicht beeinflusst würden. Ein Ziel der Deutschen Börse ist, stets einen Zinsdeckungsgrad in Höhe von 16 sicherzustellen, um ihr sehr gutes "AA"-Kreditrating für die auch als Bank operierende Tochter Clearstream nicht zu gefährden. Das bedeutet, dass die Deutsche Börse einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaften muss, das 16 mal höher ist als der Zinsaufwand, den die Börse für ihren Kreditabtrag aus dem Kauf der US-Börse ISE begleichen muss.

Ein Händler an der Börse zeigte sich von den Abschreibungen wenig überrascht: "Die Belastung für die Deutsche Börse kommt nicht ganz unerwartet, nachdem bereits der transatlantische Marktbetreiber NYSE Euronext und der Londoner Marktbetreiber LSE Wertberichtigungen auf ihre zugekauften Börsen Euronext und Borsa Italiana vornehmen mussten."/ck/stw

ISIN DE0005810055

AXC0091 2010-01-20/12:07


© 2010 dpa-AFX

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