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22.02.2010 | 08:12
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dpa-AFX · Mehr Nachrichten von dpa-AFX

Obama-Gesetz setzt Porsche unter Druck

Dem Sportwagenbauer Porsche drohen in Amerika empfindliche Strafen und im schlimmsten Fall sogar das Aus auf dem US-Markt. Auslöser der Misere sind neue Grenzwerte für den Verbrauch, die im kommenden Jahr in Kraft treten – und die Porsche deutlich überschreitet. "Für die Modelljahre 2012 bis 2015 haben wir eine Ausnahmegenehmigung bekommen", sagte Porsche-Lobbyist Stephan Schläfli der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). "Ab 2016 gilt diese aber nicht mehr."

Bis zu diesem Jahr müsste Porsche für die gesamte Fahrzeugflotte eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erreichen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern. Im Moment kommen die Stuttgarter lediglich auf 27 Meilen pro Gallone. "Um den Grenzwert zu erreichen, müssten wir den Verbrauch Jahr für Jahr um rund zehn Prozent senken", rechnete Schläfli vor. Das sei technisch unmöglich.

GESETZ SCHÜTZT US-INDUSTRIE

Das neue Gesetz geht zurück auf die Entscheidung von Präsident Barack Obama, eine landesweit einheitliche Regelung zu schaffen. "Das Gesetz wird im Mai veröffentlicht und tritt im Modelljahr 2012 in Kraft", sagte er. Das US-Modelljahr 2012 entspricht etwa dem Kalenderjahr 2011.

Sollte der Entwurf in seiner jetzigen Fassung verabschiedet werden, würde er am härtesten die deutschen Hersteller treffen, die in Amerika vor allem große Wagen mit starken Motoren verkaufen. Kritiker aus dem deutschen Lager halten dies nicht für Zufall. Schließlich seien die Formeln zur Berechnung der Grenzwerte gerade so formuliert worden, dass die großen US-Hersteller die Vorgaben genau erfüllen. Als Grundlage der Berechnung werden Radstand und Spurbreite der Autos herangezogen – ein ungewöhnliches Kriterium.

ZUSAMMENSCHLUSS MIT VW RETTET PORSCHE NICHT

Selbst der geplante Zusammenschluss mit Volkswagen würde die Stuttgarter kaum retten. "Der Gesetzentwurf schreibt das Modelljahr 2009 als Bezugsjahr fest", sagte Schläfli. "In diesem Jahr war Porsche eigenständig." Zudem dürfte VW nach Berechnungen der Behörde selbst Probleme bekommen, die neuen Vorgaben bis 2016 zu erfüllen. Der Konzern verkauft in den USA vor allem Autos mit großen Motoren wie den VW Touareg und die Audi-Modelle A8 und Q7.

Um den Verbrauch im Durchschnitt zu senken, will Porsche die Modelle Cayenne und Panamera künftig auch mit Hybridantrieb anbieten. "Entscheidend ist aber nicht unser Angebot", stellte Schläfli klar. "Für die Behörde kommt es darauf an, wie viele Autos wir verkaufen." Dass sich ausgerechnet die Porsche-Kunden künftig in großer Zahl für Hybridmodelle entscheiden werden, wird in der Branche allerdings bezweifelt. Da der Sportwagenbauer in den USA bis 2016 nicht sein gesamtes Sortiment umbauen und künftig auch sparsame Kleinwagen anbieten kann, bleibt ihm daher bis 2016 nur noch eines: die Hoffnung auf eine neue Ausnahmeregelung./fn/tw

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AXC0021 2010-02-22/08:12


© 2010 dpa-AFX

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