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03.03.2010 | 13:56
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ROUNDUP 3: Fraport peilt nach Gewinn im Krisenjahr bessere Zeiten an

(neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Nachtflugverbot, Steuer- und Bilanzierungseffekte, aktualisierter Aktienkurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport peilt nach dem Krisenjahr 2009 vorsichtig bessere Zeiten an. "Das beste an der Bilanz für 2009 ist der Ausblick auf 2010", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Frankfurt. Für das laufende Jahr rechnet das Management wieder mit mehr Fluggästen und höheren Erlösen. Der Überschuss dürfte hingegen weiter sinken. 2009 schrumpfte der Konzerngewinn bereits wegen der Krise und des teuren Flughafenausbaus um ein Fünftel auf 157 Millionen Euro. Dabei profitierte Fraport erheblich von Steuer- und Bilanzierungseffekten. Die Dividende soll mit 1,15 Euro je Anteilsschein dennoch weiterhin stabil bleiben.

Die Fraport-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie mit 1,53 Prozent im Minus bei 37,91 Euro und gehörte damit zu den Schlusslichtern im MDax . Die Prognose für 2010 sei "vorsichtig" ausgefallen, urteilte Commerzbank-Analyst Johannes Braun. Ein Händler an der Börse zeigte sich jedoch mit der Bilanz zufrieden.

WENIGER UMSATZ UND GEWINN

Fraport-Chef Schulte gab sich "optimistisch, die Talsohle durchschritten zu haben". Im abgelaufenen Jahr war die Zahl der Fluggäste konzernweit um 2,6 Prozent gesunken, am wichtigsten Flughafen in Frankfurt waren es sogar 4,7 Prozent weniger Passagiere. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 1,97 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schrumpfte um acht Prozent auf 553 Millionen Euro, lag damit aber über dem vom Vorstand gesetzten Ziel. Unter dem Strich profitierte Fraport von der Auflösung einer Steuerrückstellung und der veränderten Bilanzierung der Zinsen, was alleine 50 Millionen Euro zum Ergebnis beisteuerte.

Zum Jahresstart 2010 hatte der Flughafenbetreiber mit dem harten Winter und zahlreichen Flugausfällen zu kämpfen. Wegen des Streiks der Lufthansa-Piloten in der vergangenen Woche sank die Zahl der Passagiere am Frankfurter Flughafen laut Schulte im Februar um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erst im Dezember war der Flughafen nach anderthalb Jahren des Schrumpfens auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Frachtaufkommen dürfte sich Schulte zufolge im Februar hingegen weiter erholt haben.

MEHR FLUGGÄSTE ERWARTET

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand in Frankfurt mit 1 bis 2 Prozent mehr Fluggästen, nachdem deren Zahl 2009 auf 51 Millionen gesunken war. Im kommenden Jahr, wenn im Herbst die neue Landebahn in Betrieb geht, sollen es bereits 53 Millionen Passagiere sein. Für das Jahr 2015 peilt Fraport für den größten Flughafen des Konzerns die Schwelle von 65 Millionen Fluggästen an.

Im Gesamtjahr 2010 will die Gesellschaft im operativen Geschäft weiter zulegen. Der Umsatz soll unter anderem dank höherer Flughafenentgelte deutlich wachsen und der operative Gewinn auf mindestens 600 Millionen Euro klettern. Der Überschuss dürfte allerdings wegen des Steuereffekts aus dem Vorjahr sowie höherer Abschreibungen und Zinszahlungen weiter sinken.

BAU DER LANDEBAHN IM ZEITPLAN

Beim Bau der neuen Landebahn ist Fraport laut Schulte im Plan. Im Mai würden voraussichtlich die Flugzeugbrücken über die Autobahn A3 errichtet. Über diese Brücken sollen die Flieger künftig von der Landebahn im Nordwesten des Flughafens zu den Terminals gelangen. Eine Entscheidung zum Nachtflugverbot erwartet Schulte spätestens Anfang kommenden Jahres. Dabei gehe es lediglich noch darum, welche Zahl von Nachtflügen das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig genehmigt. Denkbar sei jede Zahl zwischen null und 17 Flügen zwischen 23 und 5 Uhr, schätzt Schulte. 17 Flüge waren im Planfeststellungsbeschluss für den Flughafenausbau vorgesehen. Diese Regelung hatte der Verwaltungsgerichtshof in Kassel allerdings im vergangenen Jahr gekippt./stw/tw

--- Von Steffen Weyer, dpa-AFX ---

ISIN DE0005773303

AXC0117 2010-03-03/13:56


© 2010 dpa-AFX

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