DJ VW-Finanztochter sieht Gewinn 2010 mindestens auf Vorjahresniveau
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Finanztochter der Volkswagen AG sieht in den kommenden zwei Jahren insgesamt eine Stagnation des Neugeschäftes auf dem Niveau von 2009. Für 2010 rechnet die Volkswagen Financial Services AG dabei "mit einem Ergebnis mindestens auf dem Niveau des Jahres 2009", wie Vorstandsvorsitzender Frank Witter am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt sagte.
Witter erwartet, dass das Risikomanagement angesichts der unverändert unsicheren Gesamtlage den Braunschweigern auch 2010 viel abverlangen wird. 2009 war der Jahresüberschuss von Volkswagen Financial Services um 31,7% auf 395 Mio EUR gefallen. Insbesondere die auf 654 (Vorjahr: 350) Mio EUR gestiegene Risikovorsorge aus dem Kredit- und Leasinggeschäft belastete das Ergebnis. Aber auch die sinkenden Restwerte von Leasingfahrzeugen wirkten sich negativ aus. Das Unternehmen musste hier außerplanmäßige Abschreibungen von 133 Mio EUR vornehmen und damit 55 Mio EUR mehr als 2008.
Für 2010 zeigte sich Witter hinsichtlich der Entwicklung der Risikokosten verhalten optimistisch. "Ich wäre nicht überrascht, falls diese zurückgehen sollten", sagte der Vorstandsvorsitzende. Dabei dürfte das Unternehmen von den durchgeführten Anpassungsmaßnahmen profitieren. Zudem sei ein Verfall der Fahrzeug-Restwerte wie im vergangenen Jahr ein "Jahrhundertereignis".
Eine deutliche Verringerung oder sogar ein Ausstieg aus dem Leasinggeschäft sei kein Thema. Die Kunden verlangten nach Leasingmöglichkeiten, zudem würden die Fahrzeug-Restwerte heute deutlich niedriger angesetzt. "Das kann sich in drei bis vier Jahren beim Auslaufen der jetzt abgeschlossenen Leasingverträge positiv auswirken", sagte Witter.
Wie bereits im Vorjahr profitierte die Volkswagen-Finanztochter 2009 von ihrem starken Direktbankgeschäft. Das Einlagenvolumen betrug zum Jahresende 18,3 Mrd EUR und lag damit um 42,7% höher. Rund 30% ihrer Refinanzierung bestritt das Unternehmen Ende 2009 aus den Direktbankeinlagen. Die Braunschweiger erwarten, dass sich das Einlagenvolumen 2010 auf dem bestehenden Niveau bewegen wird.
Die Refinanzierung gestaltet sich aber auch dank des wieder angesprungenen Verbriefungsmarkts einfacher. So gelang es im September 2009 erstmals seit September 2008, eine mit Automobilkrediten besicherte öffentliche ABS-Anleihe über 550 Mio EUR zu begeben. Seitdem wurden weitere ABS-Transaktionen erfolgreich abgeschlossen. Witter machte deutlich, dass Volkswagen Financial den im Februar 2009 gewährten Garantierahmen von bis zu 2 Mrd EUR des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zur Refinanzierung von Automobilkrediten nicht nutzen wird.
Wegen der deutlich reduzierten Absatzerwartungen auf vielen Automobilmärkten erwartet die Volkswagen-Finanztochter in den kommenden zwei Geschäftsjahren zwar eine Stagnation des Neugeschäfts. Wachstumschancen sieht Volkswagen Financial jedoch insbesondere in den Wachstumsmärkten des VW-Konzerns.
"In Indien sprechen wir über die Zusammenarbeit mit einer landesweit vertretenen Bank", sagte Witter. Ob es zu einer Kooperation kommen wird, werde man binnen drei Monaten wissen. In Indien hatte Anfang 2009 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Volkswagen Financial ihr operatives Geschäft aufgenommen, um den wachsenden Absatz der Konzernmarken zu unterstützen.
In Brasilien sei Volkswagen Financial bereits gut aufgestellt. In China entscheiden sich die Autokäufer laut Witter weiterhin für Barzahlung, lediglich 5% nutzten Finanzierungsangebote.
In Russland hat Volkswagen Financial bei der Zentralbank einen Antrag auf eine Banklizenz eingereicht. "Wir hoffen, in diesem Jahr zumindest mit der Händlerfinanzierung beginnen zu können", sagte Witter.
Webseite: www.vwfsag.de -Von Hans Seidenstücker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/has/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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March 18, 2010 09:26 ET (13:26 GMT)
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