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18.08.2010 | 09:30
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Solar Millennium verschiebt Zwischenbericht

Der wegen vermeintlicher Bilanzierungstricks in die Schlagzeilen geratene Solarkraftwerksbauer Solar Millennium hat die Veröffentlichung seines Zwischenberichts verschoben. Das ursprünglich für diesen Donnerstag geplante Zahlenwerk für die ersten acht Monate des bis Ende Oktober des laufenden Geschäftsjahres soll nun erst am 13. September vorliegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mit. Ein Grund sei der Wechsel des Wirtschaftsprüfers. Daraus ergebe sich ein höherer Prüfungsbedarf. Zudem müssten Ergebnisse einer Sonderprüfung aus dem Frühjahr in den Zwischenabschluss eingearbeitet werden.

Die Aktien von Solar Millennium sind in dem relativ wenig regulierten Freiverkehr an der Börse gelistet. So muss das Unternehmen etwa nur einen Zwischenbericht vorlegen. Die Papiere verloren zum Handelsauftakt am Mittwoch rund 3,4 Prozent.

Solar Millennium hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte im März mit der Sonderprüfung beauftragt, weil immer wieder Vorwürfe an der Bilanzierungspraxis aufgetaucht waren. Zweifel an der Substanz des Unternehmens waren gewachsen, nachdem Vorstandschef Utz Claassen nach nur zweieinhalb Monaten als Vorstandsvorsitzender Mitte März völlig überraschend zurückgetreten war. Der frühere EnBW-Chef hatte, nachdem er zunächst keine Gründe für seinen Abschied genannt hatte, später unsauberes Geschäftsgebahren bei Solar Millennium angedeutet.

Die Experten von Deloitte attestierten dem Unternehmen dessen Angaben zufolge nach der Sonderprüfung der Abschlüsse aus den vergangenen fünf Jahren, internationale Rechnungslegungsstandards bis auf einen Fall korrekt angewendet zu haben. Die Ausnahme betrifft das Kraftwerksprojekt Andasol 3 in Spanien. Die Veräußerung von Anteilen hätte laut Prüfungsergebnis nicht im Geschäftsjahr 2005/2006, sondern erst drei Jahre später verbucht werden dürfen. Diese Änderungen sollen im nun anstehenden Zwischenbericht auftauchen.

Die Bilanzierung des Geschäfts von Solar Millennium ist hochkomplex. Solar Millennium, das an der Wüstenstrominitiative der deutschen Wirtschaft beteiligt ist, deckt von der Projektentwicklung und -finanzierung, über den Kraftwerksbau, bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Einen wesentlichen Teil des Umsatzes verbucht Solar Millennium bereits vor Baubeginn eines Kraftwerks. Kritiker halten dieses Modell für wenig transparent, weil nicht immer deutlich werde, wann tatsächlich Geld fließt./enl/mne/wiz

ISIN DE0007218406

AXC0049 2010-08-18/09:30


© 2010 dpa-AFX

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