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02.09.2010 | 08:48
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Karstadt-Insolvenzverwalter schickt Liquidationsplan an Gläubiger - FTD

DJ Karstadt-Insolvenzverwalter schickt Liquidationsplan an Gläubiger - FTD

FRANKFURT (Dow Jones)--Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bereitet laut einem Zeitungsbericht Karstadts Ende vor. Sollte der Vermieter Highstreet den geforderten Mietsenkungen am heutigen Donnerstag nicht verbindlich zustimmen, wolle Görg am Abend auf einer Gläubigerausschusssitzung sein Liquidationsszenario vorstellen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD - Donnerstagausgabe), der die an die Ausschussmitglieder versandte Präsentation vorliege. Demnach sollen Sport- und Premiumhäuser bis Jahresende verkauft und alle anderen Filialen bis Ende Februar 2011 geräumt werden.

Der Insolvenzverwalter fürchte, dass die heutigen Gespräche bei Highstreet scheitern und Karstadt nicht mehr zu retten ist. Denn stimmen die Gläubiger des Konsortiums den geforderten Mietsenkungen nicht zu, bedeutet das die Blockade des Insolvenzplans. Der Verkauf an den Investor Nicolas Berggruen wäre dann gescheitert.

Innerhalb des Konsortiums gebe es nach Informationen der Zeitung zwei Hürden für die Zustimmung. Beide beträfen die sogenannten Mezzanine-Kapitalgeber. Sie hätten eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital eingelegt und deshalb weder Sicherheiten noch Stimmrechte, erhielten dafür aber höhere Zinsen. Zudem habe jeder von ihnen ein Vetorecht, falls diese Zinsen - etwa durch Mietsenkungen - gekürzt werden sollten.

Seit gestern spreche nach Informationen der FTD deshalb der italienische Kaufhausunternehmer Maurizio Borletti gezielt Mezzanine-Geldgeber an, um sie zum Verkauf ihrer Kredite an ihn zu bewegen. Borletti war mit seinem erst vor wenigen Wochen eingereichten Gebot für Karstadt bei Görg abgeblitzt. Er will damit versuchen, den Verkauf an Berggruen zu verhindern. "Bislang war noch niemand zum Verkauf bereit", habe es am Mittwoch in Finanzkreisen geheißen. Ein solches Geschäft könne aber auch noch in letzter Minute abgewickelt werden.

Gleichzeitig werde unter den Mezzanine-Geldgebern Unternehmenskreisen zufolge weiter um die Verteilung von möglichen späteren Erträgen gefeilscht, berichtete die FTD weiter. Dagegen gelte die Zustimmung von Kreditgebern aus dem sogenannten Senior-B-Kredit inzwischen als wahrscheinlich. Dabei müssten 75% zustimmen. "Der Verwalter will nach dem monatelangen Feilschen nun endlich eine Entscheidung erzwingen", habe es in Unternehmenskreisen geheißen.

Görgs Sprecher versuchte laut FTD die Präsentation zu relativieren. "Die Szenarien, die in den Schubladen liegen, sollen dort möglichst auch bleiben. Unser Ziel ist der Vollzug des Kaufvertrags." Dass eine weitere Terminverschiebung möglich sei, habe er aber nicht bestätigen wollen.

Webseite: www.ftd.de 
 
   DJG/has/kla 
 

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September 02, 2010 02:17 ET (06:17 GMT)

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