Die Probleme am spanischen Immobilienmarkt
belasten die beiden Großbanken BBVA
Bei der BBVA fallen die Summen etwas niedriger aus. Sie muss die Risikovorsorge um 2,8 Milliarden Euro aufstocken und zudem für einen Kapitalpuffer von 1,2 Milliarden Euro sorgen. Aufgrund steuerlicher Effekte werde dies das Ergebnis im laufenden Jahr voraussichtlich mit 1,36 Milliarden Euro belasten. Trotz der neuen Belastungen und höheren Kapitalanforderungen will die BBVA die neuen Kapitalvorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA ohne fremde Hilfe stemmen. Dies hatte die Bank zuletzt immer wieder betont.
Die beiden größten spanischen Institute hatten in der vergangenen Woche ihre Zahlen bekannt gegeben. Die BBVA litt dabei ebenso wie die Santander unter den Folgen der geplatzten Immobilienblase. Beide verdienten aber immer noch mehrere Milliarden Euro. Sie konnten die Belastungen durch relativ gut laufende Geschäfte in Südamerika und auch Spartenverkäufen abfedern. Die Santander will auch die jetzt zusätzlich benötigten 2,3 Milliarden Euro teilweise durch Verkäufe refinanzieren. So bringt allein der Verkauf einer Tochter in Kolumbien rund 900 Millionen Euro.
Am Aktienmarkt wurden die Nachrichten negativ aufgenommen. Die
Aktien der beiden Banken gaben leicht nach. Die spanischen
Großbanken steuerten relativ sicher durch die Finanzkrise 2008, da
sie ihr Geschäft nicht so stark auf das von den Finanzmärkten
abhängige Investmentbanking ausgerichtet haben. So verlor zum
Beispiel die Santander-Aktie in den vergangenen Jahren deutlich
weniger an Wert als die Aktie der Deutschen Bank
Mit einem Marktwert von 58 Milliarden Euro gehört die Santander
zu den am höchsten bewerteten Banken Europas. Und auch die BBVA ist
mit rund 34 Milliarden Euro an der Börse rund zehn Prozent teurer
als die Deutsche Bank
Die spanische Regierung hatte dem Bankensektor, der vor allem durch die beiden Großbanken und durch zahlreiche große Sparkassen geprägt ist, Anfang Februar härtere Vorgaben aufgebrummt. Damit will sie verhindern, dass die Branche wegen der fallenden Immobilienpreise kollabiert. Den Auflagen zufolge müssen alle spanischen Banken ihre Risikovorsorge um insgesamt 35 Milliarden Euro erhöhen sowie einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 15 Milliarden Euro bilden. Neben der BBVA und Santander gab am Dienstag die Nummer drei des Landes, Caixa Bank, eine um 2,4 Milliarden Euro erhöhte Risikovorsorge bekannt./zb/she/tw
ISIN ES0113900J37 ES0113211835 DE0005140008
AXC0160 2012-02-07/14:14
