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Wie wird das Jahr 2012? Antworten auf die großen Fragen

von Jochen Steffens

Eigentlich muss ich nicht mehr viel über den bekannten Jahresausblick von Stockstreet schreiben, den wir jedes Jahr im Januar veröffentlichen. Viele von Ihnen lesen diesen seit Jahren und wissen somit, wie hoch die Trefferquote der vergangenen Ausgaben gewesen ist. Auch dieses Mal haben wir es uns nicht leicht gemacht:

Auf 41 Seiten finden Sie geballtes und fundiertes Wissen - wir wenden dabei wie gewohnt die besten und in langen Jahren erfolgreich erprobten Analysemittel an - lassen Sie sich also überraschen, welche Entwicklung wir in diesem Jahr für die Börsen erwarten!

Aber wir werden Sie vielleicht enttäuschen! Im Stockstreet-Jahresausblick finden Sie keine abgedrehten Szenarien, marktschreierischen Thesen oder perfiden Horrorszenarien. Wir wollen nicht durch "Zufallstreffer" auf uns aufmerksam machen.

In unserem Jahresausblick geht es hingegen um unaufgeregte, handfeste Arbeit und sachliche Prognosen, so wie Sie es von Stockstreet gewohnt sind. Den Rest überlassen wir den anderen…

Wenn sie gute Analysearbeit der allgemeinen Aufgeregtheit vorziehen, bestellen Sie jetzt den Stockstreet-Jahresausblick 2012 und erfahren Sie, welchen Verlauf wir für DAX und Co. prognostizieren.

Was erwartet Sie?

Teil 1: Stimmung, Zyklen, Charts

1. Bankenprognosen: Diskrepanz zum Sentiment

2. US-Präsidentschaftszyklus: Ein Wahljahr

3. Chartanalysen wichtiger Indizes, Rohstoffe, Währungen

Teil 2: Märkte im Bann der Schuldenkrise

1. Politik und der Einfluss auf die Börsen

2. Ein interessanter Vergleich

3. Diese Punkte sind wichtig für Sie in 2012!

Teil 3: Konjunkturprognosen

1. Überraschende Prognosevielfalt

2. Erneute weltwirtschaftliche Abkühlung in 2012?

Teil 4: Fundamentalanalyse

1. Historischer Vergleich der Seitwärtsbewegungen

2. Parallelen bei Dollar und Gold

3. Der Taktgeber der Finanzwelt


Sie finden diesen Jahresausblick 2012 in unserem Stockstreet-E-Book-Shop. Klicken Sie dazu hier: www.boersen-ebooks.de.

Ihr

Jochen Steffens



Harte Mission für Heli-Draghi
von Jochen Steffens

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Schlagzeile des Wochenendes war sicherlich die Abstufung Frankreichs durch Standard & Poor's, wodurch französische Staatsanleihen ihr AAA-Toprating verloren.

Abstufung mit Ansage

Allerdings war dies eine Abstufung mit Ansage, den S&P hatte diese Überprüfung bereits vor einiger Zeit angekündigt und Frankreich dabei sogar ausdrücklich als Wackelkandidaten eingestuft. Insofern kam dieser Schritt nicht unerwartet. Entsprechend gelassen reagierten die Märkte.

Diese neue Gelassenheit bezüglich neuer Negativschlagzeilen zur Schuldenkrise ist ein wichtiger Aspekt, den wir in unserem aktuellen Jahresausblick 2012 betrachten (siehe hierzu auch die obigen einleitenden Bemerkungen von Jochen Steffens).

Die Politik war weniger gelassen und erwägt nun ernsthafte Schritte, um die Macht der Ratingagenturen zu beschneiden. Finanzminister Schäuble räumte dabei zumindest ein, dass zuvor die Politik diese nun unerwünschte Macht begründete, indem sie z.B. Versicherungen gesetzlich verpflichtete, nur in ausreichend "sichere", also gut benotete Papiere zu investieren.

Nun passt dies nicht mehr ins Konzept, also erfolgt die Rolle rückwärts. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen...

Deflationsbekämpfung mit dem Hubschrauber: Miltons Idee, Bens Problem

Aber wenden wir uns heute einem anderen Thema zu.

Am Donnerstag erläuterte Jochen Steffens an dieser Stelle die potenziellen Probleme der EZB, genügend Geld ins System zu pumpen, nachdem sich die Schuldenkrise in Europa in den vergangenen Monaten erneut verschärfte (die jetzige Abstufung Frankreichs erschwert die Arbeit der EZB also noch!).

Er erwähnte dabei diese etwas skurril anmutende Idee, nach der die Notenbank darauf verfallen könnte, Geld aus einem Hubschrauber abzuwerfen, um es unter die Leute zu bringen. Meines Wissens geht diese Metapher auf eine Äußerung Milton Friedmans zurück, die er vor Jahrzehnten in einem ähnlichen Zusammenhang machte. Das geriet allerdings lange Zeit in Vergessenheit.

Vor ein paar Jahren Griff der jetzige Fed-Chef Ben Bernanke dieses Gleichnis auf. Prompt wurde diese Idee von den Medien ihm zugeschrieben, und er erhielt den Spitznamen "Helicopter Ben". Inzwischen wird beinahe jeder Notenbanker, der gegen eine Deflation kämpft, gedanklich in einen Hubschrauber gesetzt, um daraus Geld abzuwerfen.

Fliegen auch Drachen mit Hubschraubern?

In Jochen Steffens" Artikel war es diesmal EZB-Chef Mario Draghi, was insofern eine besondere Note erhält, da Draghi so viel wie "Drache" bedeutet.

Und in der Tat hat Herr Draghi möglicherweise ein kleines Geldmengenproblem, denn aktuell ist das Wachstum der Geldmenge M1 (= Bargeld und Sichteinlagen, also z.B. Guthaben auf Girokonten) in der Eurozone wieder einmal auf einem Tiefstand (siehe Grafik):

M1

Quelle: EZB

Nur in der Finanzkrise 2008 war das Geldmengenwachstum geringer. Aber immerhin, wir haben derzeit noch ein Wachstum in ungefährer Höhe der Inflationsrate. Vielleicht wäre in diesem Fall eine kleine Geldspitze aber trotzdem hilfreich, doch lässt sich dies mit einem Hubschrauber bewerkstelligen?

Eine kleine Geldspritze für Bürger und Verbraucher

Zunächst müssten wir uns (bzw. die EZB sich) klarwerden, welche Summe man sinnvollerweise dafür aufwendet. Zu klein darf sie nicht sein, dann bleibt der gewünschte Effekt aus, aber natürlich muss man sie aus naheliegenden Gründen nach oben begrenzen.

Tausend Euro pro Person scheint eine vernünftige Größenordnung zu sein. Von 4.000 €, die eine vierköpfige Familie auf diese Weise erhielte, würde sicherlich ein ordentlicher Teil davon gleich wieder in den Konsum wandern. Bei aktuell rund 330 Millionen Einwohnern in der Eurozone (Stand 2011 nach Schätzungen des IWF) müsste die EZB also mal eben 330 Mrd. € locker machen. Das klingt viel, ist aber immerhin weniger als die 489 Mrd. €, welche die EZB im Dezember den Banken für drei Jahre spendiert hat.

Welches Scheinchen hätten Sie denn gern?

Bevor wir aber nun das frisch gedruckte Geld überstürzt in einen Hubschrauber packen, sind allerdings einige Vorüberlegungen hilfreich: Zum Beispiel über die Art der Geldscheine. Zu kleine Stückelungen treiben den Aufwand für die Verteilung in die Höhe. Zu große Scheine haben aber ebenfalls ihre Tücken. Welche Tankstelle und welche Bäcker nimmt heutzutage noch 200- oder gar 500-Euro-Scheine?

Wenn wir also wollen, dass das gute Geld auch tatsächlich möglichst reibungslos unter die Leute kommt, dann sollten wir eine gängige Zahlungseinheit wählen. In diesem Fall ist also wohl der gute alte 100-Euro-Schein die erste Wahl.

Nach dem wir diesen wichtigen Punkt geklärt haben, können wir uns in die Niederungen der praktischen Ausführung begeben.

Praktisch gedacht

Da ist zunächst die Frage, wie wir dieses Geld lagern und transportieren, bis es Herr Draghi mit dem Hubschrauber verteilt. Im Transportwesen ist die sogenannte Europalette das Maß der Dinge. Sie hat knapp einen Quadratmeter Fläche, worauf bei optimaler Verteilung genau 73 Bündel 100-Euro-Scheine à 100 Scheine passen.

Das sind 730.000 €, was im Klartext bedeutet, dass wir noch nicht einmal eine lumpige Million pro Lage unterbringen (das kann also noch heiter werden!). Allerdings wiegen diese 73 Hunderter-Bündel bereits rund 7,5 kg.

Aber gut, wir können ja mehrere Lagen auf die Palette packen. Bei der üblichen Beladungshöhe von einem Meter sind das 66 Lagen. Damit hätten wir schon mal 48,18 Millionen Euro auf der Palette, die dann knapp 500 kg, also eine halbe Tonne wiegt!

Über 3000 Tonnen Geld müssten verteilt werden!

Achtundvierzig Millionen sind zwar eine ganze Menge, aber um auf die Gesamtsumme von 330 Milliarden zu kommen, brauchen wir demnach 6.850 Paletten oder 3.366 Tonnen! Doch nicht nur das Gewicht ist ein Problem, auch die Frage, wo wir diese Paletten unterbringen sollen, ist schwierig zu beantworten. Denn sie benötigen fast die Fläche von der Größe eines Fußballfeldes!

Trotzdem haben wir damit das Geld noch lange nicht in einem Hubschrauber. Bei dieser Menge kommen wir mit einem ADAC-Rettungshubschrauber nicht aus. Auch kleinere Transporthubschrauber mit 2000 bis 4000 Kilogramm Nutzlast bringen uns nicht weiter.

In diese passen dann höchsten vier bis acht Paletten hinein. Das würde bedeuten, dass der arme Herr Draghi schlimmstenfalls mehr als 1.700 Flugeinsätze zu absolvieren hätte, bevor er das Geld unter die Leute gebracht hat. Bei einer durchschnittlichen Flugdauer von 3 Stunden wäre er bei einem normalen Achtstundentag und optimalen Witterungsbedingungen satte 21 Monate am Stück in der Luft und hätte dabei weitere 900.000 Euro allein für Flugbenzin ausgegeben...

Nur das Beste ist für die EZB gut genug

Das geht natürlich nicht, und daher müssen wir auch hier klotzen und nicht kleckern. In Frage kommt also nur der weltweit größte Transporthubschrauber, die russische Mi-26, die immerhin rund 20.000 kg (also 20 Tonnen) Nutzlast aufnehmen kann. Das sind schon mal 40 Paletten, womit die Zahl der Flüge auf überschaubare 172 schrumpft.

Zwar steigen die Kerosinkosten auf rund 1,3 Mio. Euro, aber dafür werden Gerät und Personal auch nur für rund 65 Tage oder etwa ein Vierteljahr benötigt, was die "Verteilungskosten" insgesamt senken dürfte.

Dennoch ist das Abwerfen von Geld, wie Sie nun gesehen haben, insgesamt ein höchst aufwendiges Projekt. Erwarten Sie also nicht, dass demnächst EZB-Präsident Mario-Draghi aus einem Hubschrauber über Ihrem Kopf Geld abwerfen wird...

Und jetzt sind Ihre Ideen gefragt!

Ach ja, nachdem wir nun hiermit den "Hubschrauber-Mythos" offiziell beerdigt haben, bleibt ja immer noch die Frage offen, wie die EZB am geschicktesten das Geld unter die Leute bringt. Falls Sie einige praktikable und einfacher durchzuführende Ideen haben, dann schreiben Sie uns an info@stockstreet.de. Die besten, witzigsten, skurrilsten, ... Vorschläge werden wir hier veröffentlichen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

PS: Mehr Info zu unserem Jahresausblick 2012 finden Sie hier…

© 2012 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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