Die US-Aktienbörsen haben am Freitag mit
Verlusten auf schwach ausgefallene Daten zum Bruttoinlandsprodukt
reagiert. Der Dow Jones Industrial verlor 0,65 Prozent auf
12.651,45 Punkte. Damit scheint der Leitindex der US-Börsen nach
einem Plus von 2,40 Prozent in der Vorwoche auf den ersten
Wochenverlust im neuen Jahr zuzusteuern. Der S&P 500 gab
0,33 Prozent auf 1.314,14 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq
hingegen legten die Indizes gering zu: Der Composite-Index
lag im Plus mit 0,18 Prozent bei 2.810,23 Punkten und
der Nasdaq 100 stieg um 0,12 Prozent auf 2.457,62
Punkte.
Die US-Wirtschaft war im Schlussquartal 2011 etwas schwächer
gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von
Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent,
während Volkswirte mit einer Rate von 3,0 Prozent gerechnet hatten.
Ein New Yorker Fondsmanager kommentierte daraufhin, die Bereitschaft
der US-Zentralbank Fed zur fortgesetzten Niedrigzinspolitik könne
auch in der Erwartung einer schwächeren Konjunktur begründet liegen.
Das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen
war hingegen etwas besser ausgefallen als die Erstschätzung, konnte
die Kurse aber nicht nachhaltig stützen. Den zweiten Tag in Folge
bekamen die Märkte damit Gegenwind von der sich zuletzt bessernden
US-Wirtschaft. Am Vortag hatten der Immobilienmarkt und Daten vom
Arbeitsmarkt die Kurse gedrückt. Auf die Abstufung der
Kreditwürdigkeit von fünf Ländern der Eurozone durch die
Ratingagentur Fitch am Freitagabend reagierte der Aktienmarkt
hingegen kaum.
Der Autopionier Ford hat Probleme auf seinen
Auslandsmärkten, insbesondere in Europa. Scharfe Konkurrenz und
Überkapazitäten machen dem US-Autobauer in Übersee zu schaffen. Zwar
verdiente der Konzern insgesamt deutlich mehr als noch vor einem
Jahr, doch verfehlte er mit unter dem Strich 13,6 Milliarden Dollar
(10,4 Mrd Euro) im vierten Quartal die Erwartungen von Analysten.
Die Papiere gaben 3,69 Prozent nach, nachdem sie in diesem Jahr
bereits rund 19 Prozent gewonnen hatten.
Der zweitgrößte US-Energiekonzern Chevronmusste im Schlussquartal trotz gestiegener Ölpreise einen Dämpfer
einstecken: Der Gewinn ging um rund vier Prozent auf 5,1 Milliarden
Dollar zurück. Der Raffineriebetrieb hatte das Ergebnis mit
Verlusten belastet. Die Aktie des Unternehmens verlor zuletzt 2,17
Prozent.
Bei Procter & Gamble ist der Gewinn wegen der
Schwäche seines Geschäfts mit Friseurprodukten sowie hoher
Rohstoffpreise eingebrochen. Außerdem lasteten Abschreibungen auf
dem Ergebnis. Die Aktien des US-Konsumgüterkonzerns verloren 1,17
Prozent.
Honeywell International hatte die
Umsatzerwartungen von Analysten verfehlt, überzeugte aber mit dem
vorgelegten Ergebnis. Die Anteile des Mischkonzerns stiegen um 0,29
Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen unter anderem
wegen der Nachfrage von Flugzeugbauern seinen Umsatz um 13 Prozent
auf 36,5 Milliarden Dollar gesteigert, im Schlussquartal allerdings
hatten Pensionskosten zu einem Verlust geführt.
Auf Unternehmensseite bewegte neben Quartalszahlen auch ein
Übernahmeangebot: Eastman Chemical will den Konkurrenten
Solutia für 4,7 Milliarden US-Dollar kaufen. Während
Eastman-Papiere um zuletzt 4,52 Prozent zulegten, schossen
Solutia-Titel um rund 40 Prozent nach oben./men/wiz
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026
AXC0224 2012-01-27/19:50