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XETRA-SCHLUSS/Griechische Wirren führen zu starken Abschlägen

FRANKFURT (Dow Jones)--Am Freitag ist es am deutschen Aktienmarkt zu deutlichen Verlusten gekommen. Der DAX verlor 1,4 Prozent oder 96 auf 6.693 Punkte. Denn eine Lösung der griechischen Schuldenkrise ist erneut vertagt worden. In Athen hat sich die Lage unterdessen zugespitzt. Während Minister der rechtspopulistischen Laos-Partei ihren Rücktritt angeboten haben, da sie das Sparpaket nicht mittragen wollen, ist es in der Hauptstadt nach zunächst friedlichen Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen zu Krawallen gekommen.

Die europäischen Regierungen zeigen sich zunehmend gereizt: Die Euro-Finanzminister haben für ein neues Hilfsprogramm noch kein Grünes Licht gegeben - ehe neue Milliarden fließen, wollen sie konkrete Beweise dafür, dass Griechenland seine Reformversprechen auch umsetzt. Griechenlands Parteien seien immer noch eine schriftliche Zusage schuldig, dass sie auch nach den Wahlen im April die bisher gemachten Reformversprechen einhalten werden, mahnte Eurogruppenleiter Jean-Claude Juncker. Die Finanzminister planen nun ein neues Treffen am Mittwoch. Zudem muss das griechische Parlament den Beschlüssen am Wochenende noch zustimmen. "Die EU-Finanzminister fahren eine harte Linie. Eine Auszahlung des neuen Rettungspakets wird weiterhin geblockt", kommentierte die Metzler Bank.

Belastende Signale gab es auch aus den USA: Die Daten zum Michigan-Index, der Auskunft über das US-Verbrauchervertrauens gibt, waren enttäuschend ausgefallen. Er liegt nach vorläufigen Daten bei 72,5 Punkten und damit unter den erwarteten 75,0 Punkten. Von starkem Verkaufsdruck konnte aber keine Rede sein. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 228,1 (Vortag: 242,2) Millionen Aktien im Wert von rund 3,47 (4,31) Milliarden Euro.

Bankenwerte standen besonders unter Druck. Hier nahmen Anleger Gewinne mit, nachdem der Sektor in den vergangenen fünf Wochen um 36 Prozent gestiegen war. Deutsche Bank büßten 4 Prozent auf 33,47 Euro ein, Commerzbank um 5,2 Prozent 2,06 Euro. Stahlwerte, die in den vergangenen Wochen ebenfalls stark zugelegt hatten, mussten gleichfalls deutliche Abschläge hinnehmen. Hinzu kam, dass Nomura den europäischen Stahlsektor auf "Neutral" abgestuft hatte. ThyssenKrupp gaben um 3,9 Prozent auf 21,97 Euro, Salzgitter um 3,7 Prozent auf 46,03 Euro nach.

Lufthansa verloren knapp drei Prozent auf 10,72 Euro. Die Tochter Austrian Airlines mache immer weiter Verluste, hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet. Womöglich müsse der Mutterkonzern Geld nachschießen. Gewinne verbuchten dagegen die Pharmawerte, die zuletzt wenig zugelegt hatten.

Im MDAX mussten stark gelaufene Werte wie Wacker Chemie ebenfalls Abschläge hinnehmen. Sky Deutschland gewannen dagegen 5,3 Prozent auf 2,35 Euro. Der Bezahlsender hatte rund 71 Millionen neue Aktien platziert und dadurch 155 Millionen Euro eingenommen. Knapp die Hälfte der Aktien ging an eine 100-prozentige indirekte Tochter der News Corporation. News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist an Sky Deutschland derzeit mit 49,9% beteiligt.

Fraport hielten sich mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 45,00 Euro recht stabil. Das milde Wetter hatte im Januar dem Frankfurter Flughafenbetreiber einen kräftigen Anstieg der Passagierzahlen beschert. "Das Ergebnis von Aurubis überzeugt und liegt einen Tick über meinen Erwartungen", stellte ein Analyst mit Blick auf die überraschend veröffentlichten Geschäftszahlen von Aurubis fest. Aurubis hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 ein operatives Ergebnis vor Steuern von 86 Millionen Euro erreicht und damit die Markterwartungen extrem übertroffen. Analysten hatten im Konsens nur 34 Millionen Euro erwartet. Die Aktie stieg um 1,4 Prozent auf 44,86 Euro.

DJG/mif/flf 

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2012 12:14 ET (17:14 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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